Osnabrück

Azubi oder Vorstand: Dieses Gehalt zahlt Continental

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 27.04.2022 08:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Konzernzentrale der Continental AG. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Konzernzentrale der Continental AG. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Autozulieferer Continental bezahlt seine Beschäftigten nach Tarif. Dabei erhalten sie eine besondere Zulage: die Vorsorge für den Pflegefall. Ein Überblick, wer wie viel verdient.

Mehr als 31 Millionen Euro hat der Autozulieferer Continental im vergangenen Jahr für die Vergütung von insgesamt zehn Vorstandsmitglieder ausgegeben. 5,5 Millionen Euro davon erhielt Vorstandsvorsitzender Nikolai Setzer.

Das Vergütungssystem des Vorstandes sieht dabei grundsätzlich feste sowie variable erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile vor. Die festen Elemente umfassen neben dem Jahresfestgehalt sogenannte Nebenleistungen: So stellt der Autozulieferer mit Sitz in Hannover seiner Chefetage einen Dienstwagen bereit, der auch privat genutzt werden darf. Zudem werden Reisekosten sowie gegebenenfalls Umzugskosten und Aufwendungen für eine betrieblich bedingte doppelte Haushaltsführung erstattet, ebenso wie ein regelmäßiger Gesundheitscheck. Dazu kommen verschiedene Versorgungsleistungen.

Die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder beinhaltet hingegen unter anderem einen Bonus. Dazu vereinbart der Aufsichtsrat für jedes Vorstandsmitglied einen Zielbetrag, der bei 100 Prozent Zielerreichung gewährt wird. Zugleich gibt es einen Gehaltsdeckel: Die Maximalvergütung des Vorstandsvorsitzenden beträgt 11,5 Millionen Euro, die eines normalen Vorstandsmitgliedes 6,2 Millionen Euro.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Deutschland mehr als 46.000 Mitarbeiter. Davon sind in Niedersachsen rund 13.000 Mitarbeiter an mehr als zehn Produktionsstandorte der drei Unternehmensbereiche Automotive, ContiTech und Tires (Reifengeschäft) tätig.

Die Beschäftigten werden je nach Einsatzbereich nach verschiedenen Tarifverträgen bezahlt. So gilt für Mitarbeiter im Unternehmensbereich Automotive der Tarifvertrag der IG Metall (Metallindustrie Niedersachsen), während Beschäftigte der Unternehmensbereiche ContiTech sowie Tires nach dem Tarifvertrag der Gewerkschaft IG BCE (Chemie oder Kautschuk) entlohnt werden.

In Niedersachsen fällt der Großteil der Conti-Beschäftigten unter den Chemie-Tarif der IG BCE. Nur der Standort Continental Teves in Gifhorn wird von der IG Metall betreut.

Der Chemie-Tarif der IG BCE in Niedersachsen enthält insgesamt 13 Entgeltgruppen. Wie hoch das jeweilige Monatsentgelt ausfällt, hängt entsprechend von der jeweiligen Entgeltgruppe ab, der Mitarbeiter bei Continental zugeordnet werden. Dies wiederum ist abhängig von der ihnen übertragenen und auszuführenden Tätigkeit sowie den dafür erforderlichen Qualifikationen und Berufserfahrungen.

Ein Chemikant mit dreijähriger Berufsausbildung findet sich beispielsweise in der Entgeltgruppe 6 wider und verdient nach vier Tätigkeitsjahren in dieser Entgeltgruppe monatlich 3449 Euro. Arbeitnehmer, die bei Continental regelmäßig schwierige Spezialaufgaben verrichten, zum Beispiel Instandhaltungsaufgaben mit hohem Schwierigkeitsgrad, gehören der Entgeltgruppe 8 an und werden nach vier Jahren Berufserfahrung im Monat mit 3.756 Euro entlohnt. Chemietechniker oder andere Techniker, die Maschinen und Apparate konstruieren, verdienen in der Entgeltgruppe 10 nach vier Jahren 4.848 Euro. Der Entgeltgruppe 12 gehören hingegen etwa Meister an, die beispielsweise schwierige Schaltpläne und Schaltbilder ausarbeiten. Ihr Monatsentgelt liegt nach vier Jahren Berufserfahrung bei monatlich 5.225 Euro. Die höchste Entgeltgruppe 13 beinhaltet qualifizierte kaufmännische Tätigkeiten mit Personal- und/oder übertragener Budgetverantwortung. Wer hier eingruppiert ist, verdient monatlich 6315 Euro.

Für Auszubildende gibt es zwischen 1.040 Euro im ersten und 1.224 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Zum Gehalt gibt es zudem weitere Zuschläge: Neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld – beides in Höhe eines Monatsgehaltes – bekommen Mitarbeiter bei Continental unter anderem eine Zulage für die betriebliche Altersvorsorge sowie eine tarifliche Pflegezusatzversicherung. Hierfür zahlt das Unternehmen monatlich jedem Beschäftigten 33,65 Euro. Sollte dann irgendwann der Pflegefall eintreten, erhalten Conti-Beschäftigte laut IG BCE in den Pflegegraden 2 bis 4 pro Monat 300 Euro bei ambulanter Pflege und 1000 Euro bei stationärer Pflege in den Pflegegraden 2 bis 5 – zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Des Weiteren gibt es neben Betriebskindergarten unter anderem Angebote zur Gesundheitsvorsorge, wie beispielsweise Impfungen, Vorsorge-Untersuchungen, Stressprävention oder vergünstigte Massagen, wie es heißt.

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