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Twitter-Übernahme durch Musk: Diese Superreichen besitzen Medien

Carl Lando Derouaux
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Von Carl Lando Derouaux
| 26.04.2022 17:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Multimilliardär Jeff Bezos besitzt die „Washington Post.“ Foto: dpa / Albin Lohr-Jones
Multimilliardär Jeff Bezos besitzt die „Washington Post.“ Foto: dpa / Albin Lohr-Jones
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Der bevorstehende Kauf von Twitter durch Elon Musk verdeutlicht: Milliardäre haben Einfluss auf den Nachrichten- und Meinungsmarkt. Eine Aufzählung reicher Medienmogule.

Einige der reichsten Menschen in der westlichen Welt halten große Anteile an großen Medienunternehmen. Neben sozialen Medien befinden sich darunter auch Fernsehsender und klassische Tageszeitungen. Wer sind diese Unternehmer?

Er ist einer der mutmaßlich reichsten Menschen der Welt, zumindest laut dem Forbes Magazine: Jeff Bezos. Der Amazon-Gründer soll dem Medium zufolge ein Vermögen von 201 Milliarden Dollar angehäuft haben. Bezos machte 2013 Schlagzeilen, als er die „Washington Post“ kaufte. Die Zeitung hat in den USA nicht zuletzt wegen der Watergate-Affäre Kultstatus und genießt international hohes Ansehen. Auch während der Amtszeit Donald Trumps fiel das Blatt durch bissige Berichterstattung über den Präsidenten auf.

Bezos erwarb die „Post“ zu einer Zeit, in der es dem Verlag finanziell nicht gut ging, für 250 Millionen Dollar. Die Bilanz der Zeitung fiel fünf Jahre nach der Übernahme durch den Milliardär positiv aus: 2018 beschäftigte das Blatt mehr Mitarbeiter als noch 2013, das Online-Geschäft verzeichnete Zuwächse. Auch die finanzielle Situation hatte sich nach den ersten Jahren unter der Fittiche von Bezos angeblich verbessert. Man sei 2018 das zweite Jahr in Folge profitabel gewesen, nachdem das Traditionsblatt jahrelang rote Zahlen geschrieben hatte. Trotzdem sorgte die Übernahme für Furore. Viele fragten sich: Was bedeuteten Übernahmen wie diese für die Unabhängigkeit einer Zeitung? Die „Washington Post“ betonte in eigener Sache immer wieder ihre redaktionelle Unabhängigkeit von ihrem Käufer.

Für Furore sorgt auch die kürzlich bekannt gewordene Nachricht, dass Tesla-Chef Elon Musk das soziale Netzwerk-Twitter kaufen möchte. Der Unternehmer rangiert auf der Forbes 400 Liste der reichsten Amerikaner auf dem zweiten Platz hinter Jeff Bezos. Das Magazin schätzt sein Vermögen auf mehr als 190 Milliarden Dollar. Der Multimilliardär ist nicht nur für seine innovativen Elektrofahrzeuge der Marke Tesla bekannt. Er baut mit seiner Firma SpaceX auch Raketen.

Jetzt will er Twitter ganzheitlich erwerben. Der Vorstand des Unternehmens stimmte am Montag einer Übernahme durch den Multimilliardär zu, nachdem dieser zuvor mehr als neun Prozent der Twitter-Aktien erworben hatte. Musk plant einige Änderungen bei dem sozialen Netzwerk vorzunehmen, seinen Angaben nach um die Meinungsfreiheit im Internet zu stärken. Außerdem hat er angekündigt, Twitter von der Börse nehmen zu wollen. Dazu muss er den Kauf allerdings erst vollziehen. Der Preis für den Dienst liegt bei 44 Milliarden Dollar.

Auch Platz drei der „Forbes 400“ Liste ist mit einem Milliardär belegt, der in besonderer Weise Einfluss auf die Medienwelt hat: Mark Zuckerberg. Der Harvard-Absolvent verfügt laut dem Magazin über ein Vermögen von mehr als 143 Milliarden Dollar. Als Gründer von Facebook besitzt er noch heute etwa zwölf Prozent der Aktien des mächtigen sozialen Mediums.

Wichtiger noch: Als Vorstandsvorsitzender trifft er die wichtigen Entscheidungen des Unternehmens und muss sich für diese auch verantworten. So kam Zuckerberg durch Enthüllungen im Fall Cambridge Analytica unter Druck: Facebook-Daten von etwa 87 Millionen Nutzern wurden damals verwendet, um den Wahlkampf um die US-Präsidentschaft zu beeinflussen.

Bekannt aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2020 ist auch der Medienmäzen Michael Bloomberg. Nachdem er als junger Mann für eine amerikanische Investmentbank arbeitete, gründete er 1981 die Firma „Bloomberg LP“, die Wirtschaftsnachrichten verbreitet. Heute landet Bloomberg auf der Forbes-Liste auf Platz zehn. Geschätztes Vermögen: 70 Milliarden Dollar.

Bekanntheit erlangte Bloomberg auch durch seine Karriere als Politiker. Zwölf Jahre lang war er Bürgermeister von New York. Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 verkündigte er zunächst seine Kandidatur für die Demokraten, zog diese dann aber für den heutigen Präsidenten Joe Biden zurück.

Auf Platz 31 der Forbes-Liste, mit einem geschätzten Vermögen von 23 Milliarden Dollar, rangiert der gebürtige Australier Rupert Murdoch. Er kontrolliert laut „Forbes“ heute ein internationales Medien-Imperium. Neben dem britischen Boulevard-Titel „The Sun“ und dem renommierten „Wall Street Journal“ gehört dazu auch der Sender Fox News: Aufgefallen ist der Sender auch in Deutschland vor allem während der Amtszeit Donald Trumps. Das Kabelnetzwerk zeigte damals eine klare Tendenz für die Positionen des Skandal-Präsidenten und verbreitete dessen Thesen teilweise ungefiltert.

Mittlerweile überträgt Murdoch seine Geschäfte vermehrt seinem Nachwuchs. So soll sein Sohn Lachlan laut Forbes heute vor allem für den Sender Fox News verantwortlich sein. Das Familienleben des milliardenschweren Murdoch ist bereits selbst Inspiration für Serienmacher geworden: Die Serie Succession setzt sich satirisch mit den Konflikten des Familienimperiums auseinander.

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