Handball

OHV Aurich siegt mit Cleverness und Routine

Silke Meyer
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Von Silke Meyer
| 24.04.2022 16:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Routinier Evgeny Vorontsov hatte maßgeblichen Anteil am Sieg des OHV Aurich beim Longericher SC. Foto: Bernd Wolfenberg
Routinier Evgeny Vorontsov hatte maßgeblichen Anteil am Sieg des OHV Aurich beim Longericher SC. Foto: Bernd Wolfenberg
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Handball-Drittligist OHV Aurich gewann am Sonnabend mit einem nur kleinen Kader in der Pokalrunde beim Longericher SC Köln mit 31:29. Die Ostfriesen lösten in der zweiten Halbzeit noch ein anderes Problem.

Köln - Das war schon ein sportliches Ereignis. Arek Blacha, Trainer der Drittliga-Handballer des OHV Aurich, jedenfalls war beeindruckt vom Aufeinandertreffen seiner Mannschaft in der Pokalrunde beim Longericher SC Köln. Vom Spiel an sich. Von der Atmosphäre. Und war am Ende erleichtert, bei einem solch starken Gegner gewonnen zu haben. Der OHV siegte mit 31:29 Toren. Dabei waren schon die personellen Voraussetzungen nicht die besten. Und weitere Probleme kamen im Lauf des Spiels noch dazu.

Die Auricher waren nur mit einem kleinen Kader bei einer Mannschaft angetreten, mit der sie es in dieser Saison noch nicht zu tun hatten. Mit Jannes Hertlein (krank) mussten sie auf einen Leistungsträger vor allem in der Abwehr verzichten. Ein Bandscheibenvorfall ließ einen Einsatz von Wilke de Buhr nicht zu. Und dann war da noch die Stimmung in der Halle. „Es war richtig laut“, sagte Blacha. Knapp 300 Fans waren gekommen. Viel mehr passen aber auch nicht rein. „Das hat die Jungs schon beeindruckt“, so Blacha.

OHV startet stark in die zweite Halbzeit

Aber sie waren schnell im Spiel. Und mit dem Tor von Rechtsaußen Evgeny Vorontsov in der elften Spielminute zum 7:6 sollten die Auricher ihre Führung nicht mehr abgeben. Bereits auf das 10:8 des OHV durch Kreisläufer Nikita Pliuto in der 16. Minute reagierte SC-Trainer Christian Stark mit einer Auszeit, einer anschließend geänderten, jetzt offensiveren Abwehrtaktik mit Malte Nolting auf der vorgezogenen Position. Als Blacha dann in der 22. Minute beim Stand von 12:11 für seine Mannschaft die grüne Auszeitkarte setzte, musste die danach mit einer Manndeckung gegen Kevin Wendlandt klarkommen. Sie kam damit zurecht, ließ bis zur Halbzeit nur noch einen Treffer zu, auch dank eines starken Frederick Lüpke im Tor, und war selbst noch dreimal erfolgreich (15:12).

Imposant ihr Auftakt in die zweite Halbzeit. Gleich den ersten Angriff der Longericher vereitelte Lüpke. Auf der anderen Seite war Nikita Pliuto im Nachsetzen zum 16:12 erfolgreich. Auch aus dem anschließenden Fehlpass der Kölner schlugen die Auricher Kapital. Auf Zuspiel von Jonas Schweigart schloss Vorontsov einen Gegenstoß zum 17:12 ab. Mehr noch. Engagiert in der Abwehr kam der OHV noch zweimal in Ballbesitz und mit schnellem, gelungenem Kombinationsspiel im Angriff über die rechte Außenseite beide Male durch Vorontsov zum 19:12. Da waren gerade Mal dreieinhalb Minuten in der zweiten Halbzeit gespielt. Auch mit einer Auszeit konnten die Longericher den Lauf der Auricher nicht stoppen.

Zeitstrafen bringen OHV aus dem Tritt

Erst Zeitstrafen brachten sie dann aus dem Tritt. Es waren vier innerhalb von zehn Minuten. Die erste, und die erste überhaupt in diesem Spiel für den OHV kassierte Jonas Wark in der 39. Minute. Der Sieben-Tore-Vorsprung des OHV schrumpfte bis zur 45. Minute auf drei (22:19). Die Torhüter hätten eine super Leistung gezeigt, so Blacha. „Aber in häufiger Unterzahl ist es schwer, sich zu wehren.“ Schließlich sei es nur noch darum gegangen, den Abstand zu halten, so der OHV-Trainer. Denn nachdem die Zeitstrafenserie überstanden war, musste Blacha personelle Ausfälle kompensieren. Wark konnte er in der Schlussphase mit Rückenproblemen nicht mehr einsetzen. Ebenso Lukas Günsel.

Mit Cleverness und Routine brachten die Auricher gegen nie aufsteckende Longericher ihren knappen Vorsprung ins Ziel. Eineinhalb Minuten vor Schluss traf Vorontsov aus dem Rückraum zum 31:28. Die Vorentscheidung.

In einer hektischen Schlussminute, in der die Gastgeber zur offenen Manndeckung übergegangen waren, zog sich Blacha den Unmut der Longericher zu, als er sieben Sekunden vor dem Ende beim 31:29 noch einmal die Auszeitkarte setzte. „Ich wollte einfach damit wieder Ruhe reinbringen“, sagte er. Der Sieg des OHV fiel mit zwei Toren zwar knapp aus. „Das Ergebnis aber täuscht. Wir waren überlegen“, sagte Blacha.

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