Stralsund

Angebliches Kinderverbot bringt Stralsunder Lokal in missliche Lage

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 22.04.2022 13:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In einem Restaurant an der Ostsee sind Kinder nicht mehr erwünscht. Für die Entscheidung wird jedoch auch ein anderes Lokal angegangen. (Symbolbild) Foto: dpa/Tobias Hase
In einem Restaurant an der Ostsee sind Kinder nicht mehr erwünscht. Für die Entscheidung wird jedoch auch ein anderes Lokal angegangen. (Symbolbild) Foto: dpa/Tobias Hase
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In einem Restaurant im Ostseebad Dierhagen herrscht ein Hausverbot für Kinder unter zwölf Jahren. Der Betreiber eines anderen Lokals muss dafür Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Das Restaurant „Schipperhus“ in Stralsund erfährt aktuell einen Shitstorm, für den es überhaupt nichts kann. Dem Betreiber Mario Jacobs wird laut eines Berichts der „Ostsee-Zeitung“ vorgeworfen, Kinder auszusperren. Doch in dem Lokal herrscht überhaupt kein Kinderverbot.

Im Gegenteil: Das „Schipperhus“ in Stralsund ist ganz und gar nicht kinderfeindlich. „Bei uns sind Kinder weiterhin herzlich willkommen“, sagt Jacobs gegenüber der „Ostsee-Zeitung“. Dennoch kämpft der Gastwirt nun um seinen Ruf und sieht sich Beschimpfungen in den sozialen Netzwerken ausgesetzt.

„Wir bekommen wütende Anrufe und werden beleidigt, weil die Menschen glauben, wir hätten etwas gegen Kinder. Doch das stimmt einfach nicht und es ist unmenschlich, sowas zu denken“, schildert Jacobs gegenüber dem TV-Sender „RTL“.

Ein Kinderverbot ausgesprochen hat tatsächlich ein anderes Restaurant an der Ostsee, das liegt allerdings rund 60 Kilometer entfernt. Das „Schipperhus“ im Ostseebad Dierhagen auf dem Darß bedient keine Kinder mehr unter zwölf Jahren. In den sozialen Netzwerken wurden beide Häuser wegen des gleichen Namens miteinander verwechselt und Mario Jacobs geriet völlig unverschuldet in einen Shitstorm.

Die Verwechselung ist für das Lokal in Stralsund sogar existenzbedrohend: „Das ist Rufmord, was da betrieben wird und für uns geschäftsschädigend“, zeigt sich Jacobs besorgt. Sichtbar seien die negativen Kommentare etwa in den Google-Bewertungen, die nicht gelöscht werden könnten und das Restaurant diskreditierten.

Mit einem Facebook-Post versuchte Jacobs entgegen zu wirken. Er veröffentlichte einen Zeitungsartikel, in dem über das „Schipperhus“ in Dierhagen und das dort geltende Kinderverbot berichtete wurde. „Hier liegt eine Verwechslung vor. Bei uns im Schipperhus Stralsund sind Kinder weiterhin herzlich willkommen. In dem Schipperhus in Dierhagen sind Kinder unerwünscht“, hieß es.

Jacobs ist Familienvater, seit fünf Jahren betreibt der 44-Jährige das Restaurant zusammen mit seiner Ehefrau. Doch nun weiß er nicht mehr, was er noch tun soll. Für ihn sei die Situation belastend. „Die Leute rufen bei uns sogar an, beschimpfen uns. Ich bin wirklich fertig“, sagt er. Für die ganzen Anrufe habe er gar keine Zeit, weil er sich um seine Gäste kümmern müsse.

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