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Evakuierungen oder Flucht: So packen Sie Notfallrucksäcke 

Carl Lando Derouaux
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Von Carl Lando Derouaux
| 21.04.2022 19:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wenn unvorhergesehene Krisenfälle eintreten, sollten Bürgerinnnen und Bürger laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Vorkehrungen getroffen haben. Foto: imago images / Westend61
Wenn unvorhergesehene Krisenfälle eintreten, sollten Bürgerinnnen und Bürger laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Vorkehrungen getroffen haben. Foto: imago images / Westend61
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Was tun im Evakuierungs- oder Fluchtfall? In Krisenlagen kommt es auf schnelles und sicheres Handeln an. Dabei kann das mitgenommene Gepäck entscheidend sein. Wie sollten Sie beim Packen vorgehen?

Naturkatastrophen, Großbrände, Bombenfunde: Unvorhergesehene Krisenfälle treten immer wieder auf. Dann muss schnell gehandelt werden. Hilfreich ist es, für solche Ereignisse gewappnet zu sein. Doch wie sollte man vorgehen, wenn in Windeseile evakuiert wird?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hält für unvorhergesehene Ereignisse Ratschläge parat: Konkret sollen die Hinweise in Notsituationen helfen, bei denen die Wohnung ohne viel Nachdenken fluchtartig verlassen werden muss - auf unbestimmte Zeit. Darunter finden sich auch Tipps, worauf beim Packen eines Notfallgepäcks geachtet werden sollte.

Das Notgepäck sollte so vorbereitet sein, dass Sie damit die ersten Tage außerhalb ihrer Wohnung zurecht kommen könnten. Dabei stellt das BBK als oberste Regel auf: Für jedes Familienmitglied am besten nicht mehr als ein Gepäckstück mitnehmen. Rucksäcke bieten sich als Notgepäckstück besonders an: Mit ihnen hat man während der Evakuierung beide Hände frei.

In den Rucksack gehören demnach folgende Dinge: Zunächst je nach persönlicher Situation die notwendigen Medikamente, außerdem ein ordentlich bestücktes Erste-Hilfe-Set. Auch wird ein batteriebetriebenes Radio mit einer Packung Reservebatterien empfohlen, um während einer Katastrophe unabhängig von stationärer Energieversorgung auf dem Laufenden zu sein.

Wenn Sie Ihren Rucksack packen, ist es ratsam darauf zu achten darauf achten, dass Sie ausreichend und gut geschützte Verpflegung mitnehmen. Zudem empfiehlt das BBK, Essgeschirr und Wasserflaschen mitzunehmen. Um sichere Übernachtungen zu gewährleisten, sollten in dem Notfallgepäck ein Schlafsack oder eine Decke und eine Taschenlampe nicht fehlen. Für Tagsüber empfehle sich außerdem regensichere Kleidung und wetterfeste Schuhe oder Gummistiefel.

Neben Ausweisen und Geld sollten Sie dem Bundesamt zufolge für Kinder einen Brustbeutel oder eine sogenannte „SOS-Kapsel“ einpacken. Darauf können Name, Geburtsdatum und Anschrift der Kinder notiert werden. SOS-Kapseln sind in Apotheken, Kaufhäusern und Drogerien erhältlich. Packen Sie in Ihren Rucksack eine Tasche mit den wichtigsten Dokumenten, die Sie im Idealfall bereits schon zusammengesammelt haben

Welche Dokumente sind für mich im Krisenfall am wichtigsten? Schon vor einem Krisenfall sollten sich Bürger dem Bundesamt zufolge darüber Gedanken machen. Konkret sei für jeden Haushalt demnach eine Mappe mit den entsprechenden Unterlagen ratsam, die an einem Ort steht, von dem alle Familienmitglieder wissen.

Zu den darin aufzubewahrenden Dokumenten gehören im Original Familienurkunden wie Heirats- Geburts- oder Sterbeurkunden. Als beglaubigte Kopie sollten sich in der Mappe außerdem Kontoverträge, Versicherungspolicen, Zeugnisse, Einkommensbescheinigungen und andere wichtige Unterlagen wie Patientenverfügungen oder Testamenten befinden. Als einfache Kopien sollten demnach Grundbuchauszüge, Impfpässe, offene Zahlungsansprüche oder Führerscheine in der Mappe hinterlegt sein.

Ein Szenario, dass seit der Offenbarung deutscher Abhängigkeit von russischen Energieimporten nicht mehr vollkommen abwegig scheint, könnte auch zeitweiser Energieausfall sein. Auch für einen solche Krisenfälle gibt das Bundesamt Handlungsempfehlungen.

Bei einem Heizungsausfall legt das BBK der Bevölkerung zunächst einen ausreichenden Bestand an warmer Kleidung nahe. Falls Bürger über einen Ofen oder Kamin verfügen, empfiehlt sich einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz im Haus haben.

Sollte durch den Energieausfall auch die Küche nicht funktionsfähig sein, kann demnach ein Campingkocher für kleinere Mahlzeiten herhalten. Ein Garten- oder Tischgrill könne auch aushelfen. Allerdings sei Vorsicht geboten: Es darf nicht unbedarft im Hausflur oder in der Wohnung gegrillt werden, denn es bestehe Erstickungsgefahr.

Bei einem weitreichenden Energieausfall sei außerdem ein ausreichendes Laden von Computern, Mobiltelefonen und anderen Kommunikationsmitteln geboten. Dazu können sich auch solarbetriebene Batterieladegeräte angeschafft werden. Ebenso ist eine ausreichende Bargeldreserve im Haushalt von Vorteil: Dem BBK zufolge würden nämlich Bankautomaten bei Stromausfall nicht mehr funktionieren. Um im Notfall auf dem Laufenden gehalten zu werden, rät das Bundesamt auch zu batteriebetriebenen Radios.

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