Brookmerland
Feuerwehrmann muss vor Gericht
Die Staatsanwaltschaft Aurich hat Anklage gegen einen 27-jährigen Feuerwehrmann erhoben. Er soll im vergangenen Jahr nicht nur einen Brand in Wirdum gelegt haben.
Wirdum – Mehrfach soll ein 27-Jähriger in Wirdum gezündelt haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Aurich gegen den Brookmerlander, der selbst Feuerwehrmann ist, Anklage erhoben. Das bestätigte die stellvertretende Pressesprecherin der Behörde, Daja Rogga, auf Anfrage.
Wie sie am Mittwoch sagte, werde sich der 27-Jährige vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Norden verantworten müssen. Wann, steht noch nicht fest. Der Vorsitzende Richter müsse den Verhandlungstermin noch festlegen. Die Anklageschrift sei dem Angeklagten inzwischen zugestellt und ihm damit Gelegenheit zur Verteidigung gegeben worden.
Historischer Hof zerstört
Nach Angaben von Rogga wirft die Staatsanwaltschaft dem Brookmerlander Brandstiftungen in vier Fällen vor. So soll dieser im Zeitraum zwischen Juli und November vergangenen Jahres einen Wohnwagen, ein Carport, einen Schuppen und die Scheune des Bismarckshofs in Wirdum angezündet haben.
Das Feuer, das in der Nacht zum 22. Oktober einen großen Teil des historischen Hofgebäudes an der Marienhafer Straße zerstörte, war der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Bränden in der kleinen Brookmerlander Gemeinde. Die Scheune stand in Vollbrand. Der Feuerschein war weithin zu sehen.
100 Feuerwehrleute im Einsatz
Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Wirdum, Upgant-Schott, Marienhafe, Osteel und Leezdorf sowie der Feuerwehr Norden, die mit Drehleiter angerückt war, versuchten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ihr Einsatz dauerte Stunden.
Anfang Dezember präsentierten Polizei und Staatsanwaltschaft den 27-Jährigen als Tatverdächtigen zunächst nur für den Schuppenbrand. In der Folge erhärtete sich der Verdacht gegen ihn und es verdichteten sich Indizien und Beweise, dass er auch für andere Feuer der Brandserie verantwortlich sein könnte.
Viele Spekulationen
Wie Ende Dezember berichtet, soll der 27-Jährige Mitglied der Ortsfeuerwehr Wirdum, schon seit einiger Zeit aber nicht aktiv sein. Nach ON-Informationen hat er sich freistellen lassen.
Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens und sein Stellvertreter Christian Lücht, der zugleich Ortsbrandmeister in Wirdum ist, hielten sich Ende vergangenen Jahres auf Anfrage mit Äußerungen dazu zurück. Beide verwiesen auf das laufende Ermittlungsverfahren und die geltende Unschuldsvermutung. Es gebe viele Spekulationen, die man nicht zusätzlich anheizen wolle, so Lücht. „Wir haben nichts Hieb- und Stichfestes“, sagte er.
Freiheitsstrafe und Entlassung drohen
Cassens sagte damals, er hoffe, dass sich der für die gesamte Feuerwehr sehr belastende Verdacht nicht bestätige. Sollte das aber der Fall sein, sei der Betroffene unverzüglich aus der Feuerwehr zu entlassen und untragbar, da er Leib und Leben seiner Feuerwehrkameraden und anderer Menschen gefährdet und erheblichen Sachschaden verursacht habe. „Dann war das sein letzter Tag in der Feuerwehr“, so Cassens.
Brandstiftungsdelikte zählen nach deutschem Recht zu den gemeingefährlichen Straftaten. Im Fall einer Verurteilung droht dem 27-Jährigen laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren.