Südbrookmerland
Verwaltung: Erneut Mangel an Kita-Plätzen
Die Betreuungsplätze in Südbrookmerland werden auch im kommenden Kita-Jahr nicht reichen. Schon vor einem Jahr waren es zu wenig – und nun kam eine neue Herausforderung hinzu.
Südbrookmerland - Schon jetzt ist klar: Die Betreuungsplätze in Kindertagesstätten und Krippen in Südbrookmerland werden im kommenden Kita-Jahr nicht reichen. Das bestätigt Fachbereichsleiter Joachim Betten. Wie viele Eltern wohl ohne einen Betreuungsplatz dastehen werden, könne man allerdings noch nicht sagen, sagt Betten.
Derzeit warte die Gemeinde noch auf Rückmeldungen aus den Südbrookmerlander Einrichtungen, sagt Betten. Bis Ende Februar konnten Eltern den Bedarf auf einen Betreuungsplatz bei der Gemeinde anmelden. Dabei können sie einen Erst- und einen Zweitwunsch angeben. An die Erstwunsch-Kitas werde dann die Anfrage nach einem Platz geschickt, so Betten.
Verlässliche Zahlen fehlen bislang
Normalerweise gehe der Prozess schneller – in diesem Jahr mache wohl Corona einen Strich durch die Rechnung, sagt der Fachbereichsleiter. Einige Erzieher und Mitarbeiter der Einrichtungen seien in Quarantäne. Dort sehe es nicht anders aus als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Jedoch verzögere das die Abläufe. Bisher könne man deswegen noch keine verlässlichen Zahlen nennen.
Aber auch ohne konkrete Zahlen rechnet die Gemeinde mit einem Fehlen von Betreuungsplätzen – denn schon im vergangenen Jahr waren es zu wenig, und seitdem habe sich nicht genug getan, um das auszugleichen, sagt Betten.
Umbau zieht sich noch hin
93 Plätze fehlen bereits im laufenden Kita-Jahr. Seitdem wurde in Südbrookmerland einiges auf den Weg gebracht. Die FWG plädierte für einen Ersatzneubau des DRK-Kindergartens in Theene. Entstehen soll dieser auf einer Freifläche an der Rückseite der ehemaligen Grundschule in Neu-Ekels. Der Plan: Neben den beiden bestehenden Kindergartengruppen sollen dort auch zwei Krippengruppen eingerichtet werden. Damit erfülle man den vom Landkreis errechneten Bedarf, hieß es in einem Antrag der Partei Mitte März. Demnach fehlten zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe.
Bis die geplanten Um- und Anbauten bei den Einrichtungen in Südbrookmerland fertiggestellt sind, wird es aber wohl noch dauern. Und alle Gemeinden im Landkreis Aurich haben nun noch eine zusätzliche Herausforderung zu bewältigen.
Kurzfristige Übergangslösung gesucht
Registrierte, ukrainische Kinder von Geflüchteten haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Schule oder Kita. Derzeit gebe es noch keine Nachfrage von ukrainischen Eltern, sagt Betten. Er geht jedoch davon aus, dass sich das bald ändern wird.
Verzweifeln müssen Eltern jedoch nicht, sagt Betten. „Wir sind auf gutem Weg, kurzfristig Betreuungsplätze zu schaffen.“ Die Verwaltung habe bereits Ideen ausgearbeitet, die sie bei der nächsten Ausschusssitzung der Politik vorlegen will. Deswegen will Betten sich auch noch nicht konkret zu den Plänen äußern. Jedoch handele es sich dabei um Übergangslösungen, die so schnell wie möglich Eltern helfen können.
In Frage kommt laut Betten zum Beispiel die Aufstellung von Containern. Jedoch sei es aktuell gar nicht so einfach, an geeignete Container zu kommen, sagt Betten. Hinzu komme, dass man die Einrichtungen dann ja auch betreiben muss – es werden eine Leitung und Mitarbeiter benötigt. Wann eine Container-Kita startbereit wäre und ob es noch bis zum Beginn des kommenden Kita-Jahres klappt, könne man jetzt noch nicht sagen. „Es ist von so vielen Dingen abhängig, die wir nicht beeinflussen können“, sagt Betten.
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