Aurich
Aurich for Future: „Die treibenden Kräfte fehlten“
Dafür, warum es um „Fridays for Future“ in Aurich so ruhig geworden ist, hat das Team einige Erklärungen. Nun plant es wieder eine Aktion – und dabei handelt es sich nicht um eine Demo.
Aurich - Ruhig ist es um die Auricher Organisation von „Fridays for Future“ (FFF) geworden. Das letzte Mal gingen die Schüler vor mehr als einem halben Jahr auf die Straße, um sich für die Klimapolitik einzusetzen. In der Umgebung sieht es anders aus. In Oldenburg und Emden finden regelmäßig Demonstrationen statt. Und auf den sozialen Netzwerken informieren die Ortsgruppen in regelmäßigen Abständen über ihre Aktionen. Dafür, warum es in Aurich nicht so gut läuft, hat das Organisationsteam einige Erklärungen.
Viele junge Leute würden die Stadt nach dem Schulabschluss verlassen, sagt Lea Flemming. Die 19-Jährige engagiert sich seit dem vergangenen Jahr bei „Aurich for Future“. Das Durchschnittsalter unter denen, die sich bei der Organisation der Demos engagieren, liege in Aurich zwischen 17 und 18 Jahren, sagt sie. Deshalb sei es in Städten, die eine Universität haben, wie beispielsweise Emden oder Oldenburg, einfacher, langfristige Mitglieder zu finden und Demonstrationen auf die Beine zu stellen.
Viel Engagement und wenig Zeit
Das fehlende Personal ist das im Moment größte Problem bei den jungen Aurichern: „Die treibenden Kräfte fehlten plötzlich“, sagt Lea Flemming. Einige Schüler, die Teil des Organisationsteams waren, verließen im vergangenen Jahr die Stadt. Mittlerweile besteht das neue Kernteam der Auricher FFF-Bewegung aus fünf Leuten.
Direkt nach der Demo im vergangenen Herbst hätten die Planungstreffen noch relativ regelmäßig stattgefunden. Das sei mit der Zeit jedoch immer weniger geworden. „Wir hatten wenig Struktur“, sagt Lea Flemming über die neu zusammengesetzte Gruppe. Der Grund dafür liege vor allem darin, dass einige der Mitglieder des Organisationsteams sich neben der Schule oder Ausbildung auch noch anderweitig, zum Beispiel bei „Catcalls of Aurich“ oder der Linksjugend „Solid“, engagieren. „Auch wenn einem das Thema total am Herzen liegt, muss man auf seine Gesundheit achten und darf sich nicht übernehmen“, sagt die 16-jährige Geesche Günther, Teil des Auricher Teams.
Die jungen Auricher sind stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Denn seit der Demo im September sind keine Neuen mehr dazu gekommen. Doch solange es keine Aktionen gibt, ist der Nachwuchs nicht so leicht zu finden. Denn in der Regel haben sich die neuen Teammitglieder den Aurichern immer nach den Demonstrationen angeschlossen.
Pandemie ist ein Problem
Aber sind die Auricher Schüler nach einer so langen Pause überhaupt noch interessiert an den Demos? Auf jeden Fall, sagt das FFF-Team. Auch ihnen ist bewusst, dass auf den Demos 2019 mehr los war als 2020 oder 2021. Das liege jedoch weder an fehlendem Interesse noch an mangelnder Motivation der Schüler. Der Grund sei die Pandemie, sagt der 18-jährige Jayden Maurer. Zeitweise sei es gar nicht möglich oder mit vielen Auflagen verbunden gewesen, eine Demo zu organisieren. Außerdem könne er es verstehen, wenn die Schüler solche großen Menschenansammlungen noch meiden würden.
Dass es gerade nicht ganz rund läuft, ist auch den Organisatoren selbst bewusst. „Unsere höchste Priorität ist es, wieder Schwung in die Sache zu kriegen“, sagt Jayden Maurer. In Zukunft sollen die Plenen wieder mindestens jede zweite Woche stattfinden.
Wann sie es schaffen, wieder eine Demo auf die Beine zu stellen, können die Auricher noch nicht sagen. Sie hoffen, dass es im Sommer klappt. Derzeit fehlen die Kapazitäten dafür, heißt es. Etwas anderes ist jedoch in Planung – in den kommenden zwei Monaten soll es in Aurich eine Müllsammelaktion geben. Außerdem steht das Auricher Team in Kontakt mit FFF-Organisationen aus Oldenburg und Bremen, um wieder gemeinsame Fahrten zu Demos in andere Städte zu organisieren.