Ihlow

Kein leichtes Ehrenamt

| | 12.04.2022 16:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Gruppe Ihlower organisiert regelmäßig Hilfskonvois in die Ukraine. Foto: privat
Eine Gruppe Ihlower organisiert regelmäßig Hilfskonvois in die Ukraine. Foto: privat
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Eine Gruppe Ihlower organisiert regelmäßig Hilfskonvois in die Ukraine. Zwei der Ehrenamtlichen berichteten am Freitag von ihren Erfahrungen.

Ihlow - Die Unterstützung durch Hilfskonvois aus Ihlow in die Ukraine reißt nicht ab. Eine rund zehnköpfige Gruppe hat sich zusammengetan, um regelmäßig Sachspenden an die Grenze zu bringen. Beim Treffen von Ukraine-Helfern am Freitag im Ihlower Rathaus berichteten sie von ihren Erfahrungen und geplanten Transporten. Auch über die Osterfeiertage ist eine Fahrt geplant. Der ehrenamtliche Fahrer Jens Gebers möchte sich am Donnerstag auf den Weg machen, um Spenden für ein Kinderkrankenhaus zu überbringen. Vorausgesetzt, es kommen bis dahin genügend Spenden zusammen. Ansonsten wird die Fahrt auf nächste Woche verlegt.

Gebraucht werden Lebensmittel sowie stilles Wasser. Für das Kinderkrankenhaus stehen auch Babynahrung und Windeln auf dem Zettel der Ehrenamtlichen. Auch Medikamente werden weiterhin benötigt. Weil es im Kinderkrankenhaus eine Menge Babys gibt, die zurzeit an Durchfall leiden, bitten die Ehrenamtlichen um entsprechende Medikamente sowie Wund- und Heilsalbe. Daneben werden auch Fiebersaft und Schmerzmittel gesucht. Wer etwas spenden möchte, kann sich direkt mit Jens Gebers unter (0176) 40 47 39 01 in Verbindung setzen.

An der Grenze werden die Hilfsgüter aus Ihlow entladen. Foto: privat
An der Grenze werden die Hilfsgüter aus Ihlow entladen. Foto: privat

Fahrten belasten die Psyche

Die Ihlower Gruppe hat Kontakte an der polnisch-ukrainischen Grenze geknüpft und steht auch in Kontakt mit verschiedenen Einrichtungen, wie dem Kinderkrankenhaus. Auch ein ärmliches und ländlich gelegenes Dorf wird durch den Hilfskonvoi versorgt. „Die werden sonst oft vergessen“, so die Ehrenamtliche Martina Roolfs. Denn auch wenn mittlerweile Hilfsgüter über das Militär verteilt werden, ist die Unterstützung durch private Hilfskonvois weiterhin gefragt. Darauf machte auch der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs bei einem Ehrenamtlichen-Treffen am Freitag aufmerksam. Die deutsche Botschaft in der polnischen Hauptstadt Warschau habe um die Fortsetzung des Engagements gebeten. Ulrichs erhalte auch immer wieder Dankesschreiben von Orten, an denen die Hilfe aus Ihlow angekommen ist. Der Bürgermeister lobte das Engagement der Ihlower und erkannte den besonderen persönlichen Einsatz an. „Es ist natürlich eine besondere Belastung, direkt hinzufahren“, sagte er am Freitag.

Das konnten die Ehrenamtlichen bestätigen. „Nach der zweiten Tour wollte ich eigentlich aufhören“, meinte Jens Gebers. Er habe vor Ort aber auch gemerkt, dass die Hilfe gebraucht wird. Besonders das Schicksal von Kindern, die teilweise alleine geflüchtet sind, bewegt den Ihlower. Hilfsorganisationen seien an der Grenze nur wenig präsent. Von Chaos sprachen die Helfer aus Ihlow nicht. „Es gab keinen Stau, wir sind bisher immer gut durchgekommen“, so Roolfs. Die Ehrenamtlichen berichten außerdem, dass sie auf dem Weg zur Grenze viel Solidarität erfahren haben. „Das gibt uns viel Kraft“, so Roolfs.

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