Köln

Strahlenschutz-Unterhose: Investor Georg Kofler echauffiert sich

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 12.04.2022 11:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Waren zu dem Zeitpunkt noch zuversichtlich: Die beiden Gründer Richard Getz (links) und Constantin Ricken. Am Ende führte ihr Pitch aber nicht zum erhofften Erfolg. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
Waren zu dem Zeitpunkt noch zuversichtlich: Die beiden Gründer Richard Getz (links) und Constantin Ricken. Am Ende führte ihr Pitch aber nicht zum erhofften Erfolg. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
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Bei der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ wurden Unterhosen präsentiert, die angeblich vor Strahlung schützen. Investor Georg Kofler fand dafür deutliche Worte und ist damit auf einer Linie mit Experten.

Die aktuelle Ausgabe der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ am Montag hat mal wieder eine ungewöhnliche Geschäftsidee hervorgebracht: Die Gründer Richard Getz und Constantin Ricken verkaufen mit ihrem Unternehmen Silverton spezielle Strahlenschutz-Unterhosen für den Mann.

Die Düsseldorfer Jungunternehmer versprechen, dass ihr Produkt die Genitalien des Mannes vor „gefährlicher“ Alltagsstrahlung schützt. „Heute sind wir durch Smartphones, Laptops, WiFi-Router und viele andere elektronische Geräte praktisch rund um die Uhr von elektromagnetischen Strahlungen umgeben“, sagte Gründer Constantin Ricken. Die entwickelten Shorts seien vorne mit Silberfäden durchzogen und können so die Hoden von der Strahlung abschirmen. Stolzer Preis pro Stück: 50 Euro.

Ihre Strahlen-Behauptungen versuchten die beiden Gründer mit Studien zu belegen, die angeblich negative Auswirkungen auf die Gesundheit zeigen würden. „Angefangen bei der Libido, Erektionsstörungen, Energielosigkeit bis hin zum Kraftverlust beim Training durch zu wenig Testosteron. Immer mehr Paare haben auch Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen, da sich die durchschnittliche Spermienzahl des Mannes in den letzten vier Jahrzehnten nahezu halbiert hat“, zählte Constantin Ricken die vermeintlichen Auswirkungen von Alltagsstrahlung aus.

Zur Diskussion standen bei dem Pitch 15 Prozent der Silverton-Firmenanteile für 120.000 Euro. Investor Georg Kofler war jedoch gar nicht begeistert von der Idee der Düsseldorfer Gründer. „Ich halte die meisten Studien für Hokuspokus“, sprach Kofler Klartext. Für jeden „Blödsinn“ gebe es eine Studie.

Auf Nachfragen zu den konkreten Studien wirkten die beiden Gründer überfordert und konnten keine konkreten Angaben machen. Auch abgesehen von den Studien zog Kofler ein niederschmetterndes Fazit zum Silverton-Produkt: „Ausgemachter Blödsinn!“

Damit folgt Kofler den Expertenmeinungen. Das Bundesamt für Strahlenschutz schreibt auf seiner Internetseite: „Die Gesamtbewertung der Studien zeigt, dass bei Einhaltung der für Mobiltelefone gültigen Begrenzung und technischen Normen kein schädlicher Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Hoden und Samenzellen nachgewiesen wurde - weder beim Menschen, noch bei Tieren, noch an Samenzellen im Reagenzglas.“

Zwar war Löwe Nico Rosberg bei der Handy-Strahlung anderer Meinung als Kofler, zeigte sich aber auch nicht überzeugt von dem Pitch. Trotzdem war er neugierig auf das Tragegefühl der Unterhose. „Ich zieh’ mir das mal an“, sagte er und verschwand mit der Silverton-Unterhose hinter der Bühne. „Ich bin gleich wieder da.“

Nach dem Umziehen, untenrum nur mit der Unterhose bekleidet, hatte er am Tragekomfort der Shorts nichts auszusetzen. Seine Investor-Kollegin Dagmar Wöhrl schmeichelte Rosberg dann auch noch: „Kannst dich schon sehen lassen, Nico“. Zu einem Deal verhalf den Gründern Rosbergs spontaner Modeleinsatz aber nicht. Sie mussten ohne Investoren-Gelder die Show wieder verlassen.

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