Aurich

Hunderte werden erwartet: Sonnabend wieder Demo gegen Tierleid

Marion Bubolz
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Von Marion Bubolz
| 07.04.2022 15:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dieses Foto ist gut 20 Jahre alt. Seitdem wurden die Regeln für Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten mehrmals verschärft. Tierschützer konnten sich mit ihren Forderungen wie einer Obergrenze für die Transportzeit aber noch nicht durchsetzen.  Foto: Ulrich Perrey/DPA
Dieses Foto ist gut 20 Jahre alt. Seitdem wurden die Regeln für Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten mehrmals verschärft. Tierschützer konnten sich mit ihren Forderungen wie einer Obergrenze für die Transportzeit aber noch nicht durchsetzen. Foto: Ulrich Perrey/DPA
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Das Auricher Aktionsbündnis „Schluss mit Tiertransporten!“ lädt zur Großveranstaltung mit bekannten Gastrednern ein. Bevor die Reden beginnen, ist eine Demo durch die Stadt geplant – die hat einen traurigen Hintergrund.

Aurich - Das Auricher Aktionsbündnis „Schluss mit Tiertransporten!“ organisiert am Sonnabend, 9. April, eine Großveranstaltung mit Redebeiträgen und Diskussionsrunden. Die Gäste sprechen ab 12 Uhr auf dem Rathausvorplatz in Aurich – nach einer einstündigen Demonstration durch die Innenstadt, die um 11 Uhr bei der Sparkassen-Arena beginnt. Die Moderation übernimmt laut Ankündigung Peter Hübner.

Die Organisatoren um den Wiesmoorer Ratsherr Dietrich Kleen und Jutta van Vorst von Ostfriesen gegen Tierleid haben auch den Landrat Olaf Meinen und den Leiter des Veterinäramtes Dr. Frank Pohlenz eingeladen, die wesentlich für die Abfertigungen der Tiertransporte aus dem Landkreis Aurich zuständig sind. Beide haben den Angaben zufolge ihre Teilnahme abgesagt.

Kreis Aurich ist Drehscheibe für Tierexporte

Besonders der Landkreis Aurich diente in den vergangenen Jahren als Drehscheibe für Tierexporte, die in anderen Bundesländern aus tierschutzrechtlichen Gründen untersagt wurden, teilen Kleen und van Vorst in einem Schreiben mit. Allein 2021 seien bis Ende November 10.767 Rinder, 14.566 Schafe und 873 Schweine durch das zuständige Veterinäramt des Landkreises Aurich abgefertigt und freigegeben worden. Die Transporte führten dabei auch in Drittländer wie Marokko und Russland.

Die Organisatoren kritisieren, dass andere Wirtschaftszweige aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine ihre Beziehungen zu Russland eingefroren haben, Betriebe wie „VOST“, „Masterrind“ und die „Rinderunion“ den Handel mit Tieren dorthin aber weiterhin aufrechthalten oder versuchen, die Tiertransporte über die baltischen Staaten nach Russland zu bringen. Transitlieferungen von Tieren aus EU-Mitgliedsstaaten in die Länder Zentralasiens seien bisher weder von EU-Sanktionen noch von Beschränkungen der russischen oder belarussischen Seite betroffen, habe ihnen das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Anfrage mitgeteilt.

Tiertransporte nach Russland nicht von Sanktionen betroffen

„Es ist lange bekannt und ausreichend dokumentiert, wie sehr die Tiere auf diesen Transporten leiden und wie tierquälerisch in vielen Drittstaaten mit ihnen umgegangen wird. Versorgungsstationen existieren teils nur auf dem Papier“, heißt es in der Mitteilung.

Doch trotz aller Belege aus dem EU-Untersuchungsausschuss Tiertransporte (ANIT) wurde vom EU- Parlament im Januar 2022 erneut kein Verbot für Langstreckentiertransporte ausgesprochen. So leiden die Tiere den Angaben zufolge weiter während der Transporte unter Hunger, Durst, Hitze, Kälte und Enge. Auf medizinische Versorgung können sie nicht hoffen, denn bis heute ist es nicht verpflichtend, dass Tierärzte bei der Be- und Entladung der Tiere anwesend sein müssen.

Reden, Vorträge und Diskussionen

Das Aktionsbündnis „Schluss mit Tiertransporten!“ lässt am 9. April folgende Gäste zu Wort kommen: Von 12.10 bis 13 Uhr sprechen Tilly Metz (Fraktion die Grünen, EFA im Europäischen Parlament), Dr. Edmund Haferbeck (Peta Deutschland), Gila Altmann (Bündnis 90/Grüne, Aurich), Tim Werner (Vegans for Future), Frank Weber (Moderator der Sendung „Hund Katze Maus“ bei VOX) und Patrick Müller (Hauptstadtreferent ProVieh).

Die Expertenrunde bestreiten von 13.30 bis 14.15 Uhr Dr. Michael Marahrens (SPD, AK-Tierschutz), Dieter Ruhnke (Deutscher Tierschutzbund, Landesverband Niedersachsen), Dr. Barbara Felde (Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht), Dr. Kirsten Tönnies (Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft) und Ina Müller-Arnke (Nutztierexpertin Vier Pfoten-Stiftung für Tierschutz).

An der Podiumsdiskussion nehmen ab 14.30 Uhr Horst Kortlang (FDP MdL Niedersachsen), Dr. Joachim Kleen (CDU), Miriam Staudte (Bündnis 90/Grüne, MdL Niedersachsen) und Christoph Eilers (CDU MdL Niedersachsen) teil.

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