Aurich
„Hafenkiste“ bekommt ein neues Konzept
Die „Hafenkiste“ in Aurich bleibt weiterhin für den täglichen Publikumsverkehr geschlossen. Stattdessen bietet Ewald Maas das Lokal für Hochzeiten und Firmenfeiern an. Das stößt auch auf Kritik.
Aurich - Zentral am Ankunftsort für Schiffe, Kanuten und Radfahrer liegt die „Hafenkiste“. Doch wer dort einkehren möchte, steht nach wie vor vor verschlossenen Türen. Zwischenzeitlich gab es sogar das Gerücht, dass Pächter Ewald Maas die Gastronomie abgeben möchte. Dies wies der Unternehmer von sich und kündigte ein neues Konzept an. Auf ON-Anfrage bestätigte er nun, dass die „Hafenkiste“ auch weiterhin für den täglichen Publikumsverkehr geschlossen bleibt.
Für das à-la-carte-Geschäft fehle ihm weiterhin das Personal, sagt Maas. Deshalb steht die „Hafenkiste“ bis auf Weiteres nur noch für angemeldete Familienfeiern wie Geburtstage und Hochzeiten oder Betriebsfeste zur Verfügung. „Normale Öffnungszeiten wird es nicht geben“, betont Maas. Aktuell liegen ihm wohl zwei bis drei Buchungen vor, in den kommenden Wochen soll die „Werbetrommel“ gerührt werden.
Personal zwischen Hallen und Lokal aufteilen
Doch können nicht jederzeit Termine angenommen werden. Stattdessen müssen sich diese in den Veranstaltungskalender für die Stadthalle und die Sparkassen-Arena in Aurich einfügen. Denn Ewald Maas greift für die „Hafenkiste“ auf seine Catering-Crew von der Event-Gastronomie zurück. Große Parallelveranstaltungen sind daher nicht möglich. Jeder, der etwas Besonderes plane, könne die „Hafenkiste“ anmieten. Doch sowohl in der „Stadtperle“ als auch für die Hallen fehle Maas weiterhin Personal, sodass keines abgezogen werden kann.
Seit Oktober 2018 betreibt Ewald Maas von „Marema“ die „Hafenkiste“. Sein Pachtvertrag bei der Stadt Aurich läuft noch bis Ende 2024. Eine Unterverpachtung oder Abgabe an Dritte war für ihn nie eine Option.
Bürgermeister sieht keine Lösung
Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann bedauert die Entscheidung des Unternehmers: „Das ist schade, aber wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen.“ Zwar sei es ihm wichtig, den Besuchern am Hafen eine Einkehrmöglichkeit zu bieten, doch bisher sei ihm keine Lösung für das Problem eingefallen. Angesichts der schwierigen Lage der Gastronomie und der Personalengpässe könne er die Entscheidung Maas‘ verstehen. „Ich stelle es mir sehr schwer vor, jemand anderen zu finden, der wieder ein à-la-carte-Geschäft eröffnet“, so der Bürgermeister. Deshalb sei das geänderte Konzept das „kleinere Übel“ gegenüber einer weiteren Schließung.
Für Ewald Maas können die Personalengpässe nicht an der schlechten Bezahlung in der Gastronomie liegen, wie oftmals behauptet würde. „Ich bin sicherlich bereit, weit über Tarif zu zahlen und mache das auch“, so der Unternehmer. Doch wer in Corona-Zeiten aus der Gastronomie abgewandert ist und einen neuen Job gefunden hat, käme unter den derzeitigen Umständen nicht zurück. „Wir müssen für die Beschäftigten über einen längeren Zeitraum Sicherheit schaffen. Es bedarf womöglich eines normalen Jahres, damit die Gastronomie sich orientieren kann“, so der Unternehmer.