Aurich

ON-Umfrage: Befragte wollen Maske auch ohne Pflicht tragen

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 01.04.2022 18:17 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die zweijährige Leefke (von links) mit Mutter Annika Triebe und Großmutter Eleonore Triebe vor einem Geschäft in der Auricher Innenstadt. Foto: Romuald Banik
Die zweijährige Leefke (von links) mit Mutter Annika Triebe und Großmutter Eleonore Triebe vor einem Geschäft in der Auricher Innenstadt. Foto: Romuald Banik
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Alle sechs von den ON Befragten wollen die Maske trotz aufgehobener Pflicht weiterhin tragen. Die neue Regelung finden manche von ihnen trotzdem nicht schlecht – und das hat unterschiedliche Gründe.

Aurich - Sonnabend ist der vorerst letzte Tag, an dem im niedersächsischen Einzelhandel eine Maske getragen werden muss. Die ON haben sechs Passanten in der Auricher Innenstadt gefragt, was sie von der neuen Regelung halten. Und sie sind sich einig – sie alle wollen den Mund-Nasenschutz weiterhin freiwillig tragen. Doch trotzdem finden sie das aufgehobene Verbot nicht unbedingt schlecht.

Jürgen Eiben (55 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms
Jürgen Eiben (55 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms

Jürgen Eiben aus Aurich sieht trotz Sorge auch Vorteile, wenn die Maske weg ist. „Für Personen, die unter Atemproblemen leiden, kann die aufgehobene Pflicht den Alltag erleichtern“, sagt er. Er persönlich möchte auf die Maske jedoch noch nicht verzichten. „Die Maske gehört schon wie das Händewaschen zur täglichen Hygiene“, sagt der 55-Jährige. Er betont, dass man sich dadurch nicht nur vor Corona, sondern auch vor anderen Erkrankungen schützen könne. Angst, sich zu infizieren, weil seine Mitmenschen keine Maske mehr tragen, hat er nicht. Es sei ihm jedoch wichtig, dass der Mindestabstand weiterhin eingehalten werde. „Wenn mir jemand auf die Pelle rückt, werde ich ihn darauf aufmerksam machen“, sagt Jürgen Eiben.

Sigrid Bültena (63 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms
Sigrid Bültena (63 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms

Verzicht auf den Restaurantbesuch

„Das ist fahrlässig und viel zu riskant“, sagt Sigrid Bültena den ON über die fallende Maskenpflicht. Sie trage den Mund-Nasenschutz auch jetzt schon an Orten, an denen es keine Vorschrift sei. „Auch auf dem Auricher Wochenmarkt kann der Mindestabstand häufig nicht eingehalten werden“, sagt sie. Die 63-Jährige kann die Vorgehensweise der Regierung nicht nachvollziehen. „Die Entscheidung, wann eine Region zum sogenannten Corona-Hotspot erklärt wird, sollte beim Kreis und nicht beim Land liegen“, sagt sie. Das würde einiges an Bürokratie ersparen. Besonders sorgt sie sich um die Situation in der Gastronomie. Wenn dort jeder unabhängig vom Impfstatus ohne Maske herumlaufe, sei die Gefahr auch für sie als geboosterte Maskenträgerin zu hoch, sich zu infizieren. „Ich werde keine Restaurants mehr zu besuchen, solange keine Maskenpflicht gilt“, sagt Sigrid Bültena.

Katrin Lübben (31 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms
Katrin Lübben (31 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms

Ganz so entschlossen ist Katrin Lübben aus Aurich nicht. Doch auch sie findet es noch zu früh für ein Ende der Maßnahme. „Ich mache einfach so weiter wie bisher“, sagt sie. Die Maske stört die 31-Jährige nicht. Vor allem durch die Corona-Infektionen in ihrem Bekanntenkreis habe sie gemerkt, wie wichtig es sei, noch vorsichtig zu sein, sagt sie.

Marion Osterkamp (41 Jahre) aus Marienhafe. Foto: Neelke Harms
Marion Osterkamp (41 Jahre) aus Marienhafe. Foto: Neelke Harms

Marion Osterkamp aus Marienhafe ist derselben Meinung. „Aber es ist auch wichtig, sich nicht verrückt machen zu lassen“, sagt die 41-Jährige. Trotz der Corona-Pandemie plant sie, in der kommenden Woche in den Urlaub nach Rheinland-Pfalz zu fahren. Darüber, welche Corona-Regeln in dem Bundesland derzeit herrschen, hat sie sich noch keine Gedanken gemacht. Denn dass sie die Maske weiterhin trägt, um sich zu schützen, steht für sie außer Frage.

Uda Ockenga (15 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms
Uda Ockenga (15 Jahre) aus Aurich. Foto: Neelke Harms

Streitigkeiten in Geschäften könnten abnehmen

Uda Ockenga absolviert gerade ein dreiwöchiges Schülerpraktikum in einem Auricher Betrieb. Sie findet es wichtig, dass die Kunden in dem Laden weiterhin mit Schildern gebeten werden, eine Maske zu tragen. Für die 15-Jährige selbst ist das Tragen der Maske kein Problem, sowohl im Praktikum als auch in der Schule. „Es ist wichtig, sich so gut es geht zu schützen“, sagt sie. Sie gehe zwar davon aus, dass, falls sie sich mit Corona infiziere, sie aufgrund ihres jungen Alters einen milden Verlauf habe. Trotzdem müsse man vorsichtig sein, sagt die Schülerin.

Pierre Danowski (33 Jahre) aus Westerholt. Foto: Neelke Harms
Pierre Danowski (33 Jahre) aus Westerholt. Foto: Neelke Harms

Für Pierre Danowski aus Westerholt ändert sich nicht viel. Er ist froh, dass er bei der Arbeit schon jetzt auf die Maske verzichten kann. „Bei körperlicher Arbeit ist es fast nicht möglich, die Maske den ganzen Tag zu tragen“, sagt er. Zu seinem Alltag gehört sie dennoch dazu. Der 33-Jährige findet, die Maske sollte noch ein bisschen bleiben. „Man schützt damit nicht nur sich selbst, sondern vor allem die Allgemeinheit“, sagt er. Doch er kann auch die andere Seite verstehen. „Die Maskenpflicht hat im Einzelhandel häufig zu Streitigkeiten geführt“, sagt Pierre Danowski.

Er selbst habe einmal mitbekommen, wie die Polizei in einem Auricher Geschäft einschreiten musste, als ein Kunde sich mit dem Argument, dass es Corona nicht gebe, wehrte, die Maske zu tragen. Das Ende der Pflicht könne den Alltag der Einzelhändler somit leichter machen, sagt Pierre Danowski. Er wird die Maske weiterhin tragen. Das hat er auch schon getan, als er vor einigen Monaten in Dänemark war, wo die Pflicht längst der Vergangenheit angehört. Denn das, was in Niedersachsen ab Sonntag gilt, ist in einigen Nachbarländern schon lange Realität.

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