Krieg in Europa

EHFO: So geht es mit den Spenden für die Geflüchteten weiter

Von Daniel Noglik
 | 30.03.2022 19:47 Uhr  | 0 Kommentare  | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Vertreter des Hilfswerks EHFO und Vertreter von Organisationen sowie Kommunen trafen sich im Verlagsgebäude in Loabirum. Foto: Weiden
Vertreter des Hilfswerks EHFO und Vertreter von Organisationen sowie Kommunen trafen sich im Verlagsgebäude in Loabirum. Foto: Weiden
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Über das Hilfswerk „Ein Herz für Ostfriesland“ wurden bereits mehr als 300.000 Euro für Geflüchtete aus der Ukraine gesammelt. Mit Experten wurde jetzt der Bedarf abgeklärt.

Leer - Bis Mittwochmorgen waren auf dem Spendenkonto von „Ein Herz für Ostfriesland“ (EHFO) genau 318.214,17 Euro für aus der Ukraine geflüchtete Menschen eingegangen. Um herauszufinden, wo in Ostfriesland der größte Bedarf liegt und an welcher Stelle unbedingt geholfen werden sollte, haben sich am Mittwochnachmittag Vertreter des Hilfswerks von Ostfriesen-Zeitung, Ostfriesischen Nachrichten und General-Anzeiger mit der Flüchtlingssozialarbeiterin Kerstin Benedix aus Ostrhauderfehn, Mareike Binoit vom Verein „Heart of Mercy“ aus Großefehn, Lena Busboom von der Stabsstelle Ehrenamt und Freiwilligenagentur des Landkreises Leer, dem Emder Stadtrat Volker Grendel sowie Helmut Wendt von der Flüchtlingshilfe Aurich im Verlagshaus in Leer-Logabirum getroffen.

„Ein Herz für Ostfriesland ist das Hilfswerk der Zeitungsgruppe Ostfriesland.
„Ein Herz für Ostfriesland ist das Hilfswerk der Zeitungsgruppe Ostfriesland.

„Das ist viel Geld, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen und werden – denn es nicht unseres, es wurde uns nur anvertraut“, sagte EHFO-Geschäftsführer Uwe Boden. Joachim Braun, EHFO-Beiratsmitglied sowie Chefredakteur von Ostfriesen-Zeitung und General-Anzeiger, sagte, dass das Geld unbedingt in der Region bleiben solle. Die Leserinnen und Leser hätten sich bewusst dazu entschlossen, ihr Geld in der Region zu spenden, um damit Projekte vor Ort zu unterstützen.

„Helfen, wo es über grundsätzliche Dinge hinaus geht“

Aber welche Projekte und Vereine sollen begünstigt werden? Und mit jeweils wie viel Geld? Helmut Wendt erklärte, dass zum Ankommen und Wohlfühlen mehr gehöre als nur Kleidung, Essen und Trinken. „Zum Leben gehören zum Beispiel auch Kunst, Kultur und Spiel“, sagte der Flüchtlingshelfer. Andere Besprechungsteilnehmer wie Mareike Binoit haben eher das Materielle im Blick: Mit dem Inhalt seines 1700 Quadratmeter großen Lagers unterstützt der Verein „Heart of Mercy“ Bedürftige in der Region. Inzwischen habe man schon fast 100 Menschen aus der Ukraine geholfen, sagte Binoit. Kerstin Benedix und der Fehntjer Helferkreis sind in ähnlicher Weise tätig – und arbeiten auch mit „Heart of Mercy“ zusammen. „Uns geht es zum Beispiel darum, den Geflüchteten Dinge über die Grundausstattung hinaus zur Verfügung zu stellen“, sagte Benedix. So sei etwa eine Garnitur Bettwäsche pro Person nicht ausreichend – ebenso wenig wie ein nur einzelner Wäscheständer für zwei Menschen.

Solche Punkte sind es, um die es auch dem Hilfswerk EHFO geht. Braun: „Wir sind der Meinung, dass in erster Linie der Staat handeln und helfen muss. Wir wollen dort helfen, wo es über die ganz grundsätzlichen Dinge hinaus geht. Festgelegt, wo wie viel Geld ankommen soll, wurde am Mittwochnachmittag noch nicht. Boden bat die Beteiligten, einmal genau zu beziffern, welche Summen benötigt würden. Insbesondere an Busboom vom Landkreis Leer und Grendel von der Stadt Emden richteten er und Beiratsmitglied Mareike Rohde die Bitte, sich unter gemeinnützigen Initiativen und Vereinen umzuhören. In nächster Zeit soll entschieden werden, welche Summen ausgezahlt werden.

So können Sie spenden

Wer ukrainischen Kriegsflüchtlingen helfen möchte, kann das mit einer Überweisung an „Ein Herz für Ostfriesland“ mit der IBAN DE 94 2856 2297 0414 5372 02 (Raiffeisen-Volksbank, Aurich) tun. Bitte geben Sie das Stichwort „Ukraine“ an. Wer nicht möchte, dass sein Name veröffentlicht wird, vermerke das bitte. Eine Spende ist auch per PayPal möglich.

Jeder gespendete Euro wird gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt, die sich um ukrainische Kriegsflüchtlinge kümmern. Es gibt keine Abzüge, die Verwaltungskosten trägt die ZGO. Bei Beträgen ab 199 Euro kann per E-Mail an info@einherzfuerostfriesland.de eine Spendenquittung beantragt werden. Bitte geben Sie in der E-Mail Ihre Anschrift an.

„Ein Herz für Ostfriesland“ sucht derweil weiterhin gemeinnützige Vereine und Organisationen, die das Hilfswerk unterstützen kann. Senden Sie uns Ihre Vorschläge gern per E-Mail an die Adresse info@einherzfuerostfriesland.de . Es sind bereits einige Vorschläge eingetroffen, die vom Beirat des Hilfswerks gesichtet werden

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