Aurich

Kreis Aurich soll bis zu 75 Menschen pro Woche aufnehmen

Franziska Otto
|
Von Franziska Otto
| 30.03.2022 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein ukrainisches Kind wartet darauf, einen Bus zu besteigen am Grenzübergang Medyka. Foto: DPA
Ein ukrainisches Kind wartet darauf, einen Bus zu besteigen am Grenzübergang Medyka. Foto: DPA
Artikel teilen:

Der Landkreis Aurich soll pro Woche bis zu 75 Menschen aufnehmen. Insgesamt werden es wohl wegen des Krieges in der Ukraine deutlich mehr Menschen sein, als zunächst erwartet.

Aurich - Der russische Angriff auf die Ukraine und die damit verbundene Flüchtlingswelle stellt den Kreis Aurich vor einige Herausforderungen. Noch vor Kriegsbeginn war die Anweisung seitens der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB), bis zu 19 Geflüchtete pro Woche aufnehmen zu müssen. Diese Zahl hat sich jetzt knapp vervierfacht.

Ähnliche Artikel

Bis zu 75 Menschen pro Woche muss der Kreis aufnehmen. Das teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels mit. Unter ihnen sind afghanische Ortskräfte und Menschen aus anderen Krisengebieten. Aktuell sind es aber fast ausschließlich Geflüchtete aus der Ukraine, die aufgenommen werden. Der genaue Anteil könne nicht beziffert werden, so Müller-Gummels. Er dürfe jedoch etwa bei 95 Prozent liegen.

Mehr Geflüchtete als erwartet

Kurz nach Beginn des Krieges hatte der Kreis noch mit 600 bis 1000 ukrainischen Geflüchteten gerechnet. Die jetzigen Erwartungen liegen deutlich höher, so Müller-Gummels. Eine belastbare Zahl gebe es nicht. Jedoch befinden sich am Dienstag laut der Internetseite des Landkreises bereits 526 Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, im Kreisgebiet.

Bleibt noch ein Problem: Schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine suchte der Kreis dringend nach Wohnungen für Geflüchtete – als er noch knapp ein Viertel weniger Menschen unterzubringen hatte. Auch andere ostfriesische Kommunen hatten damit zu kämpfen. Schon Ende Januar suchte der Kreis Wittmund nach Wohnungen für Geflüchtete.

Der Kreis Aurich hatte Hoffnungen in die Stadt Aurich gelegt, die nach einem Mehrheitsbeschluss im Rat im Juni 2019 die Initiative „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ unterstützt und damit anbietet, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Jedoch gab es eine Absage. Wohnungsnot besteht derzeit nicht, so Müller-Gummels. Grund dafür ist die Hilfsbereitschaft von privaten Helfern. Auch der mit Abstand größte Teil der Wohnungsangebote komme von privater Seite, heißt es. „Diese Hilfe ist unverzichtbar“, so Müller-Gummels. Ohne sie könnte der Kreis wohl nicht alle Menschen zeitnah unterbringen.