Abkürzung auf dem langen Weg zum Löschwasser geplant

Ann-Kathrin Stapf
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Von Ann-Kathrin Stapf
| 29.03.2022 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Sonnabend hatte ein Brand in Fiebing großen Schaden an einem Wohnhaus verursacht. Foto: Imke Cirksena
Am Sonnabend hatte ein Brand in Fiebing großen Schaden an einem Wohnhaus verursacht. Foto: Imke Cirksena
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Das Problem der Grundversorgung mit Löschwasser beschäftigte die Gemeinde Großefehn schon vor Jahren. Seitdem hat sich einiges getan, heißt es. Und dabei soll es nicht bleiben.

Großefehn - Ein Brand, 100 Feuerwehrleute, aber kein Wasser: Was wie ein schlechter Witz klingt, war am Sonnabend in Großefehn bittere Realität. Erst in fast drei Kilometern Entfernung konnten die Feuerwehrleute bei einem Wohnhausbrand eine Wasserleitung anzapfen. Damit das gelang, war unter anderem Unterstützung aus Wiesmoor nötig.

Das Problem der Löschwasserversorgung in den Randgebieten von Großefehn ist nicht neu. Schon 2009 war es Thema in der Gemeinde. Damals gab es einen ähnlichen Vorfall wie am Sonnabend. Die Gemeinde beschloss damals drei Maßnahmen, um das Problem zu verkleinern. Laut Frank Cramer, in dessen Fachbereich auch die Feuerwehr gehört, wurden alle drei Maßnahmen umgesetzt und es gebe weitere Pläne.

Zwei Kilometer Schläuche

„Natürlich ist es für uns als Flächen- und Landgemeinde herausfordernd, für eine flächendeckende Wasserversorgung zu sorgen. Dennoch kommt die Gemeinde Großefehn ihrer Verpflichtung nach. So wird unter anderem demnächst für die Feuerwehr im Zentrum ein Gerätewagen-Logistik angeschafft, auf dem unter anderem auch zwei Kilometer Schläuche verlastet werden“, schreibt Cramer. Auch führt er aus, seien die vor gut zehn Jahren lokalisierten Probleme behoben worden. Beschlossen worden war, den Bohrbrunnen beim Einkaufsmarkt in Holtrop zu erneuern, einen Brunnen an der Fiebinger Straße/Einmündung Leyweg in Strackholt zu bauen und einen Unterflurhydranten am Dellmoortenweg/Ecke Kreismoorweg in Wrisse zu installieren.

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Zu einem Großbrand in der Gemeinde Großefehn sind am Sonnabendmittag über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie die Polizei, das DRK Aurich und ein Rettungswagen ausgerückt. Im Leekenweg in Fiebing stand ein Wohnhaus in Brand. Der Dachstuhl des Hauses wurde schwer beschädigt.

Weiter Weg bis zum Löschwasser

Das Löschwasser musste über weite Strecken zur Einsatzstelle in einer Sackgassenlage befördert werden. Zum Einsatz kam auch ein aus Wiesmoor angerückter Schlauchwagen mit rund 2000 Metern Schlauchlänge an Bord. Mehrere Trupps unter Atemschutzgerät bekämpften das Feuer von innen und außen. Weil zu Beginn nicht ausreichend Löschwasser zur Verfügung stand, gestaltete sich die Brandbekämpfung aber schwierig, so Gemeindebrandmeister Mario Lienemann gegenüber den ON. Die Fahrzeuge verfügen zwar über Tanks von etwa 2000 Litern, ein Wiesmoorer Fahrzeug sogar über 4000 Liter. Diese sind bei einem Großbrand aber schnell aufgebraucht. Da die Löschwasserzufuhr über eine Länge von etwa zweieinhalb Kilometern hergestellt werden musste, nahm dies einige Zeit in Anspruch. Das Feuer breitete sich schließlich auch auf das angrenzende Wohnhaus aus.

Analyse zeigte mehrere Schwachpunkte in der Gemeinde

Verletzt wurde zum Glück niemand. Zur Ursache des Feuers ist bislang nichts bekannt.

Cramer relativierte, dass es das letzte entlegene Haus in einer Sackgasse im Außenbereich war und die Versorgung mit Löschwasser bei diesem Einsatz herausfordernd, aber möglich war. Er erklärt, dass die Gemeinde rechtlich dazu verpflichtet ist, für eine angemessene Grundversorgung mit Löschwasser zu sorgen. 2009 hatte es der damalige Bürgermeister Olaf Meinen ähnlich formuliert: „In diesen Fällen ist die Kommune aufgrund der Rechtslage zum Handeln verpflichtet.“ Insgesamt elf problematische Bereiche wurden mithilfe der örtlichen Feuerwehr und einem Fachmann vom Landkreis ermittelt. Über die drei oben genannten Maßnahmen hinaus tätig zu werden, erklärte damals der Bürgermeister, sei aber schon allein wegen der angespannten Finanzsituation nicht möglich. Für die Maßnahmen wurden insgesamt Kosten von 15.000 Euro veranschlagt.