Osnabrück
Warum die eigene Immobilie immer mehr zum Luxusgut wird
Die Immobilienpreise kennen nur einen Trend: Sie steigen. Kurzfristig gibt es wenig Hoffnung, dass sich daran etwas ändert, im Gegenteil. Die eigenen vier Wände werden immer mehr zum Luxusgut.
Wohl dem, der sich seinen Traum vom Eigenheim bereits erfüllt hat. Denn mit den aktuell weiter steigenden Immobilienpreisen wird für immer mehr Menschen der Wunsch nach den eigenen vier Wänden unerreichbar. Und das nicht mehr nur in den Metropolen, sondern vor allem auf dem Land. Das eigene Haus oder die eigene Wohnung wird mehr und mehr zum Luxusgut.
Diese Statista-Grafik zeigt, wie sehr die Zahl der Haushalte schrumpft, die sich Wohneigentum leisten können:
Kein Wunder: Zuwanderung schmälert das Angebot und - wichtiger noch - noch immer wird viel zu wenig gebaut. Hinzu kommen teure Baustoffe und Klimavorgaben, die die Preise für Bauprojekte in die Höhe treiben. Und auch Kredite sind nicht mehr zu so günstigen Konditionen zu bekommen, wie das in den vergangenen Jahren der Fall gewesen ist. Dass Investoren angesichts der globalen Krisen ihr Geld in Betongold anlegen und auf dem ohnehin engen Markt mit Privatleuten konkurrieren, macht die Situation nicht besser.
Das bedeutet aber auch: Wer jetzt kauft, sollte gut abwägen, ob die Immobilie den geforderten Preis wirklich wert ist. Die Bundesbank warnt schon lange vor einer Immobilienblase. Zuletzt zog auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung nach. Es kann gut sein, dass der Fokus der Bundesregierung auf den Wohnungsbau und das damit einhergehende zunehmende Angebot die Preise langfristig wieder sinken lässt.
Kurzfristig besteht jedoch wenig Grund zur Hoffnung. Es gibt zu wenig Handwerker, zu viele Lieferengpässe und zu viel Nachfrage, um den Markt jetzt zu entlasten. Die Ansiedlung großer Arbeitgeber wie Tesla in Grünheide oder Intel in Magdeburg tun ihr Übriges, um in diesen Regionen zusätzlich für einen angespannten Wohnungsmarkt zu sorgen. Wer es sich also leisten und nicht warten kann oder will, in der Hoffnung, dass ein zunehmendes Angebot die Preise korrigiert, der wird in den sauren Apfel beißen und zahlen müssen.