Aurich

Einige Grundschulen halten an der Maskenpflicht fest

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 28.03.2022 13:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Diskussion um die Maskenpflicht im Unterricht wird an den Grundschulen im Landkreis Aurich unterschiedlich bewertet. Foto: DPA
Die Diskussion um die Maskenpflicht im Unterricht wird an den Grundschulen im Landkreis Aurich unterschiedlich bewertet. Foto: DPA
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Die Grundschulen im Landkreis Aurich gehen unterschiedlich mit den möglichen Corona-Lockerungen im Unterricht um. Denn trotz leicht sinkender Zahlen bleibt eine Sorge besonders groß.

Aurich – Seit einer Woche dürfen Schüler der ersten bis vierten Klasse laut Kultusministerium die Masken im Unterricht absetzen. Auch auf dem Schulhof soll gemeinsames Spielen wieder möglich sein. Doch von der Möglichkeit machen im Landkreis Aurich nur einige Schulen Gebrauch. Joachim Speckmann als Leiter der Grundschule Mittegroßefehn hat eine Umfrage unter den Lehrern, Elternvertretern und Schülervertretern gestartet. „Bei den Eltern haben sich fast alle für ein Ende der Maskenpflicht ausgesprochen. Auch die Mehrheit der Lehrerinnen war dafür“, sagt der Schulleiter. Die Schüler seien froh, wenn sie sie zumindest am Platz im Klassenzimmer nicht mehr tragen müssen. Deshalb hat sich Speckmann mit dem Rückenwind für eine sofortige Lockerung entschieden.

Masken hängen an Kleiderhaken in einer Grundschule. Nicht in allen Einrichtungen im Kreis muss sie am Platz noch getragen werden. Foto: DPA
Masken hängen an Kleiderhaken in einer Grundschule. Nicht in allen Einrichtungen im Kreis muss sie am Platz noch getragen werden. Foto: DPA

Die Lehrer behalten ihre Masken auf, wenn sie sich im Klassenraum bewegen. Doch am Schreibtisch dürfen sie abgesetzt werden. „Das ist eine Erleichterung“, sagt Speckmann. Auf dem Schulhof werden die Kinder des ersten und zweiten Jahrgangs allerdings noch von den beiden älteren Jahrgängen nach Kohorten-Regelung getrennt, um keine zu große Durchmischung zu riskieren.

Wellenbewegung bei Infektionszahlen

Eine Veränderung bei den Infektionszahlen kann der Schulleiter durch die Änderung nicht feststellen: „Sie ist schon seit Wochen eine Wellenbewegung.“ Während vergangene Woche nur zwei Schüler infiziert waren, sind es jetzt sechs. Eine Besonderheit zeigt sich allerdings in den ersten Klassen. Da die Schüler keinen Unterricht ohne Maske kennen, scheinen sie sich an den Umgang gewöhnt zu haben. Denn viele Schüler behielten den Schutz trotz der Möglichkeit ihn abzusetzen lieber am Platz auf.

An der Lambertischule in Aurich hat sich Schulleiter Kai Münzel mit seinem Team darauf verständigt, die Maskenpflicht lieber noch bis zu den Osterferien beizubehalten. „Wir haben die Eltern informiert, dass dies auf freiwilliger Basis entschieden wurde“, sagt Kai Münzel. Kritik sei ihm nicht zu Ohren gekommen. „Wir haben so lange durchgehalten, das schaffen wir jetzt auch noch.“ Denn alle wollten lieber vorsichtig bleiben, um möglichst unbeschwert die Ferien ab kommender Woche genießen zu können. Allerdings wurden die kleinen Pausen vom Maskentragen zwischendurch verlängert. An der Lamberti-Grundschule gibt es derzeit viele Quarantäne-Fälle. Dadurch sei das Schulleben vieler Kinder sehr unruhig, sagt Münzel. Die Kohorten-Regeln behält die Schule deshalb auch lieber bei. „Wir hoffen auf eine gemeinsame Pause für alle nach den Ferien“, so der Schulleiter.

Tägliches Testen in Moordorf

An der Grundschule Moordorf stellte sich die Frage nach Lockerungen gar nicht erst. Dort gibt es weiterhin viele positive Fälle durch alle Jahrgänge und Klassen. Deshalb wird bis zu den Ferien weiterhin jeden Tag getestet und die Maske am Platz weitergetragen. „Das ist sinnvoll“, urteilt Schulleiterin Rebecca Damm. Die Eltern reagierten sehr verständnisvoll, behielten Geschwisterkinder lieber zu Hause, wenn einer aus der Familie erkrankt ist.

Nach den Ferien sieht der Exit-Plan des Ministeriums vor, dass alle in der Schule für zwei Wochen täglich getestet werden. Die Maske darf dann allerdings unabhängig von Fällen in der Klasse in allen Jahrgängen am Platz abgesetzt werden. „Wir werden uns an die Verfügung halten. Ich kann nur empfehlen, die Maske angesichts des Geschehens auch nach den Ferien noch für eine Weile zu tragen“, sagt Damm. Sie hofft allerdings, dass alle gelassen starten können, da viele genesen sind. Sollte dies nicht der Fall sein, müsse sie auf die Aussagen des Gesundheitsamtes zu weiteren Schutzmaßnahmen setzen. Eine Art Hausrecht könne sie nicht ausüben.

An der Grundschule Tannenhausen gibt es in einer Klasse positive Corona-Fälle, hier wird getestet und eine Maske getragen. Alle anderen Schüler dürfen darauf verzichten, erklärt Schulleiterin Claudia Wilting. „Die Schüler sind sehr verständnisvoll. Wenn der Sitznachbar die Maske lieber aufbehält, ist das auch in Ordnung.“ Doch gerade im Deutschunterricht sei es für die Erstklässler ohne Mund-Nasen-Schutz einfacher, neue Laute zu lernen und am Gesicht abzulesen. Die Kohorten hat Wilting Anfang vergangener Woche an ihrer Schule aufgehoben. „Die Kinder freuen sich sehr, endlich wieder mit allen Freunden auf dem Hof spielen zu dürfen“, sagt sie.

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