Großefehn

Kita-Plätze in Großefehn: Gemeinde hechelt hinterher

Ann-Kathrin Stapf
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Von Ann-Kathrin Stapf
| 28.03.2022 08:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Nähe der Kita Mühlenhof im Zentrum der Gemeinde Großefehn soll eine neue Einrichtung entstehen. Foto: Ann-Kathrin Stapf
In der Nähe der Kita Mühlenhof im Zentrum der Gemeinde Großefehn soll eine neue Einrichtung entstehen. Foto: Ann-Kathrin Stapf
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Obwohl in Großefehn bereits Räume in bestehenden Einrichtungen für Gruppen umgerüstet wurden, bleibt ein Mangel an Kita-Plätzen. Die Gemeinde muss weitere für Kindergartenkinder schaffen. Der Umfang überrascht.

Großefehn - In der Gemeinde Großefehn fehlen Kitaplätze und das nicht zu knapp. 50 Plätze für Kinder im Kindergartenalter, also zwei Gruppen, will die Gemeinde nun kurzfristig schaffen. Es ist bereits das zweite Mal binnen kurzer Zeit, dass die Gemeinde ordentlich aufstocken muss, um der immer stärker steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Ein Neubau ist in Planung, bis dieser steht, ist es aber noch hin. Fachbereichsleiter Frank Cramer bejaht auf Anfrage der ON, dass der Neubau ein, wenn nicht zwei Jahre früher nötig gewesen wäre, rudert dann aber zurück. Es habe zahlreiche und vor allem viele wichtige Bauprojekte in der Gemeinde gegeben, erläutert der Fachbereichsleiter. Auch habe Corona vieles verzögert. Hinzu kam, dass die Grundstücke erst nacheinander von der Gemeinde erworben werden mussten, bevor man in die konkreten Planungen einsteigen konnte, sagt Cramer. Warum nicht schon vor Jahren absehbar war, dass Plätze für heute Dreijährige fehlen könnten, beantwortete Cramer ausweichend und erklärte, dass Großefehn eine Zuzugsgemeinde sei und der Kindergarten attraktiver geworden ist, seit die Gebühren dafür wegfallen.

Neubau schon seit Jahren nötig

An den Tatsachen ändert aber auch das nichts. In der Gemeinde fehlen derzeit massiv Plätze im Kitabereich. Die neugeplante Einrichtung in Großefehn wird bereits voll sein, wenn sie noch nicht eröffnet ist. Bisher hatte die Gemeinde geplant, den Bau für jeweils eine Kindergarten- und eine Krippengruppe anlegen zu wollen, mit Potenzial für vier Gruppen mehr auf lange Sicht. In Hinblick auf die aktuelle Situation scheint aber auch diese Planung überholt.

Schon Mitte Januar zeichnete sich ab, dass die Plätze nicht reichen werden. Und noch bis Februar liefen die Anmeldungen. Kurzfristig sollten in einem Anbau und mehreren Containern Gruppen untergebracht werden.

Gemeinde ist bemüht Nachfrage zu decken

Im schnellen Handeln ist die Gemeinde geübt. Schon im vergangenen Jahr musste die Gemeinde rund 50 fehlende Plätze im Kita-Bereich aus dem Hut zaubern. Die Lösung war, in den bestehenden Einrichtungen den vorhandenen Platz effektiver zu nutzen. Unter anderem sah der Plan vor, im Kindergarten Holtrop den Therapieraum für eine Gruppe zu nutzen. Im Mühlenhof sollte das Dachgeschoss ausgebaut werden. Dadurch sollten die 27 Plätze zu wenig bei den Krippen und 20 bei den Kindergärten geschaffen werden. Am Ende des Jahres 2021 hatte die Gemeinde einen Zustand, in dem Angebot und Nachfrage fast genau zueinander passten. Schon zu diesem Zeitpunkt ließ Fachbereichsleiter Frank Cramer anklingen, dass es im kommenden Kita-Jahr schwierig werden könnte.

Nun muss eine ungeliebte Maßnahme her: Container. Zwei werden neben dem Mühlenhof samt Infrastruktur aufgestellt. Die Eigentümerin der Fläche hat bereits eingewilligt. Dem Land ist das aber etwas viel Provisorium an einem Ort. Der Bewegungsraum muss wieder frei werden. Organisatorisch zieht die Gruppe in einen Container nach Mittegroßefehn. Die Kinder, betont Cramer, werden aber weiter am gewohnten Ort betreut.

Besonders im Kindergartenbereich ist die Lage schwierig. Cramer sieht das als Ergebnis des intensiven Ausbaues im Krippenbereich. Kinder, die in die Krippe gegeben werden, gehen meist auch nahtlos in den Kindergarten über.

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