Osnabrück

Alando-Chef Frederik Heede fordert allgemeine Corona-Impfpflicht

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 27.03.2022 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alando-Chef Frederik Heede. (Archivbild) Foto: Wolfgang Elbers
Alando-Chef Frederik Heede. (Archivbild) Foto: Wolfgang Elbers
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Corona bedroht das Osnabrücker Nachtleben. Alando-Chef Frederik Heede sagte unserer Redaktion: „Ohne Einführung der Impfpflicht sehe ich überhaupt keine richtige Perspektive.“ Eine allgemeine Pflicht für eine Corona-Impfung wäre seinen Angaben zufolge für die gesamte Event-Branche und Clubszene existenzsichernd.

Als größte Bedrohung sieht der Alando- und Ballhaus-Betreiber, dass Clubs, Diskotheken und Veranstaltungs-Locations wieder geschlossen werden müssten, wenn im kommenden Herbst wieder die Zahlen hochgehen. Dabei laufe im Club „Alando Palais“ und in der Location „Alando Ballhaus“ von Oktober bis April das Hauptgeschäft. Falls die Politik es nicht schaffe, die Corona-Impfpflicht einzuführen, „droht ein Clubsterben“, wie Heede ausführt.

Enttäuscht zeigte Heede sich darüber, dass die Maskenpflicht in niedersächsischen Diskotheken und Shisha-Bars vorerst bestehen bleibt. Das hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg am Freitag nach einer Klage des Alando-Chefs beschlossen. Am 11. März hatte das OVG noch zugunsten der Clubs in Niedersachsen eine Außerkraftsetzung der Maskenpflicht, wie sie in der damaligen Corona-Verordnung des Landes geregelt war, entschieden. In der Urteilsbegründung nach der Heede-Klage hieß es damals, dass das durchgängige Tragen einer FFP2-Maske in Clubs und Shisha-Bars nicht zulässig sei, da die Betreiber dadurch nicht wirtschaftlich arbeiten könnten. Mit einer neuen Übergangsverordnung, die vom 19. März bis zum 2. April gilt, hatte das Land die Maskenpflicht mit veränderten Bedingungen in Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars jedoch wieder eingeführt. Die veränderte Verordnung besagt, dass die FFP2-Maske im Sitzen abgenommen werden darf. Mit seiner Klage gegen die Corona-Übergangsverordnung erlitt Heede vor dem OVG in Lüneburg eine Niederlage.

„Es stört mich, dass es unsere Branche am härtesten trifft. Dabei wird häufig vergessen, dass bei uns ohnehin schon 2G plus gilt.“ Demnach liege die „Latte bei den Corona-Regeln ohnehin schon ganz oben“. Die Maskenpflicht auf den Tanzflächen der niedersächsischen Clubs gehe aber zu weit.

Die FFP2-Maske darf nach der niedersächsischen Corona-Verordnung zwar ähnlich wie in der Gastronomie im Sitzen abgenommen werden, in anderen Bereichen wie beim Tanzen oder an der Theke muss sie aber weiterhin getragen werden. „Um das wirklich kontrollieren zu können, müssten wir rein theoretisch jedem Gast einen Sitzplatz zuordnen“, erläutert Heede. „Das funktioniert im Restaurant, aber doch nicht in einer Disco.“ Darüber hinaus sei es „unfair, dass die Maskenpflicht-Auflage für Diskotheken gilt, aber nicht für Tanzschulen, obwohl in beiden Fällen auf Tanzflächen getanzt wird“. Darüber hinaus sei es nicht nachvollziehbar, dass in NRW, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein keine Maskenpflicht auf der Tanzfläche gelte, in Niedersachsen aber schon. „Dadurch entsteht ein Party-Tourismus, der von der Politik nicht gewollt sein kann.“

Im Osnabrücker Club am Pottgraben koste die Maskenpflicht jeden Abend 500 bis 1000 Gäste, rechnet Heede vor. „Bei einem Konzert am Freitag hatten wir nicht einmal die Hälfte der Besucher, die nötig gewesen wären, um die Kosten wieder reinzuholen.“ Nachdem die Maskenpflicht im November eingeführt wurde, seien sowohl die Umsätze als auch die Zahl der Gäste um 90 Prozent zurückgegangen. „So kann man keine Diskothek und keinen Club wirtschaftlich führen“, konstatiert er. Die aktuelle 2G-plus-Regel sei dabei überhaupt nicht das Problem. Der Geschäftsführer verweist auf eine hohe Akzeptanz bei den Gästen und erklärt: „Wir überlegen aktuell ernsthaft, ob wir die Regelung nicht ohnehin beibehalten werden.“

Das Alando treffe die Maskenpflicht doppelt hart. Nicht nur der Club „Alando Palais“ erleide starke Umsatzeinbußen, auch die Event-Location „Alando Ballhaus“. „Die Firmen wollen bei einer Maskenpflicht auch keine Partys feiern. Auf dieser Seite treffen uns die Corona-Regeln als Veranstaltungs-Location in gleicher Weise“, betont Heede. Für ihn bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Corona-Vorgaben des Landes Niedersachsen ab dem 3. April wieder gelockert werden und dann wieder Feiern und Tanzen ohne Maske zugelassen wird.

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