Aurich/Großefehn/Ihlow/Wiesmoor

Eltern fordern: Landkreis Aurich soll Kita-Übernahme abblasen

Ann-Kathrin Stapf
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Von Ann-Kathrin Stapf
| 25.03.2022 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gegen die geplante Übernahme der Kindertagesstätten durch den Landkreis Aurich formiert sich Widerstand. Symbolfoto: DPA
Gegen die geplante Übernahme der Kindertagesstätten durch den Landkreis Aurich formiert sich Widerstand. Symbolfoto: DPA
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Elternräte wollen verhindern, dass der Landkreis Aurich die Trägerschaft der Kindertagesstätten übernimmt. Sie befürchten Verschlechterungen und haben Pläne, wie sie sich Gehör verschaffen können.

Aurich/Großefehn/Ihlow/Wiesmoor - Gemeinde- und Stadtelternräte für Kindertagesstätten aus Aurich, Großefehn, Ihlow und Wiesmoor haben sich für den Protest gegen den Trägerwechsel der Kindertagesstätten zusammengeschlossen. In einer Mitteilung heißt es: „Der Plan des Landkreises die Trägerschaft der Kindertagesstätten von den Städten und Gemeinden zu übernehmen stößt bei den betroffenen Eltern auf großen Widerstand. Sie befürchten eine Verschlechterung der Betreuungsbedingungen. Kurze Wege und vertraute Ansprechpartner würden gegen Bürokratie und Anonymität getauscht.“ Sie rufen dazu auf eine Petition gegen die Übernahme zu unterstützen.

Diese hat ihren Ursprung in Hinte. Wie berichtet hat die Online-Petition schon mehrere hundert Unterstützer und soll dem Landrat Olaf Meinen bei Zeiten von einer Delegation von Kita-Mitarbeitern übergeben werden. Schon am Donnerstag, 31. März wollen sich aber die Eltern zu Wort melden in der Auricher Stadthalle vor den Mitgliedern des Kreistags. Sie wollen nicht nur ihre Sorgen benennen, sondern fordern auch das Ende der Übernahmepläne.

Mangelnde Kommunikation

„Nur weil der Landkreis meint, im Recht zu sein, ist die Sache noch lange nicht richtig!“, sagen die Vertreter der Elternräte Geerd Smidt, Maria Trauernicht, Christina Preuß, Maike Schmidt und Claas Höfers. Enttäuscht seien sie vor allem, weil der Landkreis den Trägerwechsel durch die Hintertür umsetzen möchte, anstatt sich mit den Elternvertretern in Verbindung zu setzen und mit ihnen in den Dialog zu treten. Diesen Kritikpunkt hatten auch schon die pädagogischen Fachkräfte in Hinte und Großefehn geäußert. Sie fordern Mitspracherecht, da sie am Ende diejenigen sind, die die Pläne umsetzen und diejenigen mit dem Fachwissen sind.

In der Mitteilung schreiben die Elternvertreter, dass das Vorgehen des Landkreises einen starken Kontrast zur Kommunikation mit den bisherigen Trägern darstellt und der Eindruck entstünde, der Kreis habe weder Interesse an den Bedürfnissen der Eltern, noch denen der Kinder. „Da es offensichtlich nur ums Geld geht, befürchten wir Mittelkürzungen und Investitionsstau bei den Kitas, sowie höhere Kosten für die Eltern“, heißt es.

Kommunen reagieren bisher nicht auf Fragebögen

Der Landkreis ist sich darüber bewusst, dass es die Petition gibt. Dort will man aber warten, bis Fragebögen, die an die Kommunen versandt wurden, zurückgelaufen sind, erklärt Pressesprecher Rainer Müller-Gummels: „Bei uns ist bislang noch keine Rückmeldung der Gemeinden eingegangen. Wir wissen, dass die Beantwortung der Fragebögen mit einem gewissen Aufwand verbunden ist und warten weiterhin auf die Rückmeldung aus den Gemeinden.

Natürlich nehmen wir die Petition zur Kenntnis. Grundsätzlich warten wir auf die Rückantworten der Gemeinden auf unsere Kita-Abfrage. Die sich dann anschließenden Auswertungen werden wir mit den Bürgermeisten diskutieren.“

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