Brookmerland
Jugendratswahl steht in den Sternen
Immer unwahrscheinlicher wird die Wahl eines neuen Brookmerlander Jugendparlaments. Das hat mit früheren Abstimmungen zu tun.
Brookmerland - In den Sternen steht die Zukunft des Brookmerlander Jugendsamtgemeinderats. Immer unwahrscheinlicher wird, dass irgendwann noch einmal ein neues Parlament gewählt werden wird. Die ursprünglich für März vergangenen Jahres geplante Wahl bleibt auf unbestimmte Zeit verschoben. Das bestätigte Wahlleiter Jochen Behrends auf Anfrage.
Zur Erinnerung: Der Urnengang im Frühjahr war nicht nur wegen der coronabedingten Einschränkungen abgesagt worden. Auch war das Interesse von Jugendlichen, für das Parlament, das offiziell Jugendsamtgemeinderat heißt, zu kandidieren, wie schon bei den vorangegangenen Wahlen zu gering. Die Zahl der Bewerber, die sich bis zum Ablauf der Meldefrist meldeten, reichte nicht aus, teilte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) damals auf Anfrage mit. Seit Beginn der vergangenen Legislaturperiode ist die Jugendvertretung verkleinert, hat dafür aber eine längere Amtszeit. Wie berichtet, hatte der Samtgemeinderat im Oktober 2017 beschlossen, die Zahl der Mitglieder des Jugendparlaments von elf auf sieben zu reduzieren und dessen Wahlperiode von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Die Initiative dazu war seinerzeit vom Jugendrat selbst ausgegangen. Auslöser waren die Erfahrungen gewesen, die man bei den vergangenen Wahlen gemacht hatte.
Immer zu wenig Bewerber
Zur Erinnerung: Bei allen fünf bisherigen Wahlen 2009, 2011, 2014, 2016 und 2018 hatten sich auf Anhieb nicht genügend Bewerber gefunden. Die Wahltermine mussten stets mindestens einmal verschoben werden. Erst nach mehrfachen eindringlichen Aufrufen konnte gewählt werden. Diese peinlichen Hängepartien sollten durch eine Verringerung der Ratsmitgliederzahl vermieden werden. Angenommen wurde, dass es einfacher sein würde, acht, statt der bisher erforderlichen zwölf Kandidaten zu finden. Nach den Wahlstatuten muss zur Wahl ein Bewerber mehr antreten, als der Rat Sitze hat.
Zudem wünschte sich der Jugendrat eine Verlängerung seiner Amtszeit von derzeit zwei auf künftig drei Jahre, um sich besser in Themen einzuarbeiten und Veranstaltungen vorbereiten zu können. Das alles aber reichte nicht, um mehr Jugendliche und Kinder für die Jugendparlamentswahl zu begeistern. Bei der letzten Wahl 2018 war das Interesse erneut verschwindend gering.
Historischer Tiefstwert
Nach Verwaltungsangaben gaben damals 60 der 1172 wahlberechtigten Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 18 Jahren ihre Stimmen ab. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von 5,1 Prozent. Diese erreichte damit einen historischen Tiefstwert.
Mitte letzten Jahres teilte Behrends mit, dass in Anbetracht der Corona-Situation in den Schulen bisher auf die Wahl verzichtet worden sei. Geplant sei, sie nachzuholen, soweit sich die Situation auch entspanne. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wollte die Verwaltung mit den Beteiligten einen neuen Wahltermin abstimmen, hieß es. Das ist bisher nicht geschehen.
Zuletzt hatte der Jugendrat, von dem lange Zeit nichts zu hören war, für Aufsehen gesorgt, als er pünktlich zur Wahl den Antrag stellte, im alten Marienhafer Bahnhof einen Jugendtreff einzurichten. Noch-Jugendsamtgemeindebürgermeister Ruben Donker sagte auf ON-Anfrage, er hoffe, dass es noch einmal einen Jugendrat im Brookmerland geben werde, halte dies angesichts des geringen Interesses in der Vergangenheit aber für unwahrscheinlich. „Das sieht nicht danach aus“, sagte er. Er könne verstehen, wenn die Verwaltung einen Schlussstrich ziehen würden.