Aurich

Krieg in der Ukraine: Landwirte kämpfen mit Auswirkungen

| | 22.03.2022 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Mähdrescher bei der Arbeit auf einem Weizenfeld. Durch den Krieg in der Ukraine wird ein globaler Getreidemangel befürchtet. Foto: DPA
Ein Mähdrescher bei der Arbeit auf einem Weizenfeld. Durch den Krieg in der Ukraine wird ein globaler Getreidemangel befürchtet. Foto: DPA
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Durch den Krieg in der Ukraine wird eine globale Lebensmittelknappheit befürchtet. Hierzulande mehr anzubauen ist aber schwierig. Die Landwirte kämpfen außerdem mit weiteren Auswirkungen des Krieges.

Aurich - Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf den Lebensmittelmarkt. Denn das Land ist ein wichtiger Exporteur für Weizen, Soja oder auch Sonnenblumenöl. Nun wird befürchtet, dass die Ernten oder Transportwege in der Ukraine zerstört werden. Einige Experten rechnen deshalb mit einer weltweiten Lebensmittelknappheit. Darauf spontan zu reagieren, ist für die ostfriesischen Landwirte aber schwierig.

Mehr Getreide anzubauen, braucht einige Vorbereitung. „Das braucht eine Vorlaufzeit von mindestens einem halben Jahr“, erklärt Dr. Rolf Bünte, Leiter der Bezirksstelle Ostfriesland der Landwirtschaftskammer. Für dieses Jahr steht die Planung in den Betrieben schon fest. Höchstens im Herbst könnten einige Landwirte umschwenken. Freie Flächen stehen dabei aber nicht zur Verfügung. „Wir sind quasi zu 100 Prozent ausgelastet“, so Bünte.

Hohe Preise beim Futter und Dünger

Ein anderes Problem sind die aktuell hohen Preise für Futtermittel und Dünger. Durch den Krieg in der Ukraine sind diese noch einmal in die Höhe geschossen. Zudem sind geringere Mengen verfügbar. „Es ist die Frage, ob überhaupt ausreichend gedüngt werden kann“, sagt Maren Ziegler vom Landwirtschaftlichen Hauptverein Ostfriesland (LHV). Dadurch sei noch offen, wie die Erträge dieses Jahr ausfallen. Zwar werden in Ostfriesland auch organische Substanzen wie Gülle oder Mist zum Düngen genutzt. „Das ist aber nur in begrenztem Maß erlaubt“, so Ziegler. Beim Futtermittel ist die Knappheit vor allem im Bio-Segment zu spüren, so Ziegler. Durch die besonderen Anforderungen in der Bio-Landwirtschaft können die Landwirte dabei aber nicht einfach auf anderes Futter wechseln. Auch eine Sonderreglung, die in diesem Jahr angewandt wird, hilft den Bauern kaum.

Nach dem Bundeslandwirtschaftsministerium soll es in diesem Jahr eine Ausnahmeregelung für ökologische Flächen der Kategorien „Brache“ und „Zwischenfrüchte“ geben. Normalerweise muss der Wuchs auf diesen Flächen untergepflügt werden – in diesem Jahr darf dieser aber als Futter eingesetzt werden. Viele dieser Flächen gibt es in Ostfriesland aber nicht. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Ziegler. Dem stimmt auch Dr. Rolf Bünte zu.

Auch wenn die Landwirte aktuell mit Preissteigerungen zu kämpfen haben – so dramatisch wie 2019 ist die Situation in Ostfriesland laut Bünte nicht. Damals sorgte eine Mäuseplage dafür, dass die Landwirte kaum noch Futter für ihre Tiere hatten. „Die Erntemengen in den Jahren danach waren wieder in Ordnung, sodass die Silo-Bestände wieder hochgefahren werden konnten“, meint Bünte. Deshalb sei die Lage nun entspannter. Anders als 2019 handelt es sich nun aber um eine globale Krise. Die Futtermittel können nicht einfach woanders eingekauft werden. Wann sich die Preise wieder normalisieren, ist deshalb unklar.

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