Aurich

Immer mehr Ukrainer erreichen Kreis Aurich

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 22.03.2022 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor allem Frauen und Kinder aus der Ukraine fliehen vor dem Krieg in den Westen. Foto: DPA
Vor allem Frauen und Kinder aus der Ukraine fliehen vor dem Krieg in den Westen. Foto: DPA
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Stark angestiegen ist die Zahl der Ukrainer, die in den Landkreis Aurich kommen. Die Verwaltung bereitet sich auf größere Flüchtlingsströme vor und greift auf sieben Jahre alte Erfahrungen zurück.

Aurich - Mittlerweile befinden sich im Landkreis Aurich 351 Flüchtlinge aus der Ukraine. Diese Zahl nannte Kreisspreche Rainer Müller-Gummels auf ON-Anfrage. Dabei handele es sich aber nur um die Ukrainer, die dem Landkreis bekannt seien. Denn im Gegensatz zu den Menschen, die 2015 aus Afrika nach Europa flüchteten, brauchen die Ukrainer zunächst kein Visum für die Einreise. Eine Registrierung beim Landkreis ist am Anfang vor allem nötig, um Sozialleistungen bekommen zu können.

Bis Montagabend haben sich 284 Personen registrieren lassen. Davon sind 107 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und 145 Frauen. Neuankömmlinge werden vom Kreis zunächst in der ehemaligen Küstenfunkstation Utlandshörn untergebracht, ehe sie Wohnungen zugeteilt bekommen. Momentan leben in Utlandshörn laut Müller-Gummels 54 Menschen. Am Montag waren 14 Ukrainer hinzugekommen.

Ortstermin in der Blücherkaserne

Rasant angestiegen ist die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge seit Anfang März. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar haben Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Die meisten Ukrainer flohen zunächst nach Polen. Dort sind mittlerweile über zwei Millionen Menschen angekommen. Nach Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 225.000 Flüchtlinge angekommen.

Bereits vor einer Woche hielt der Leiter des Kreisordnungsamtes, Marcel Schäfer, Dimensionen wie bei der Flüchtlingskrise 2015 für nicht unrealistisch. Damals kamen 3500 Hilfe suchende Menschen in den Landkreis Aurich. Zahlen, bei denen die Unterkunft in Utlandshörn nicht ausreichen wird. Daher ist der Landkreis auch schon seit längerer Zeit im Gespräch über eine erneute Verwendung der alten Blücherkaserne in Aurich als Notunterkunft.

Am Montag dieser Woche gab es einen Termin vor Ort mit allen Beteiligten, bestätigt Rainer Müller-Gummels. Eine Entscheidung darüber, ob die Kaserne für die Flüchtlinge aktiviert wird, ist aber noch nicht gefallen. Eigentümer ist noch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Im Mai soll das Gelände an die Stadt und an einen Investor verkauft werden. Dennoch stände die Kaserne für Flüchtlinge zur Verfügung.

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