Ihlow
Mit Präzision und ganz viel Taktik
Eintracht Ihlow führt das Brettspiel Jakkolo als Sparte ein. Warum sich der Sportverein zu diesem Schritt entschlossen hat.
Ihlow - Konzentriert hat die Ihlowerin Margrit Meinen ihr Ziel auf dem Holzbrett anvisiert. Mit viel Gefühl schiebt sie die runde Holzscheibe in eine kleine Öffnung. Ehemann Gerold und Bernd Emkes, Vorsitzender des SV Eintracht Ihlow, sehen fasziniert zu. Das Ehepaar Meinen ist seit geraumer Zeit dem niederländischen Brettspiel „Jakkolo“ verfallen und hat auch schon mehrere Ihlower angesteckt. Die Konsequenz: Demnächst wird Eintracht Ihlow den Brettsport als neue Sparte anbieten.
Margrit Meinen hat ihre Leidenschaft für das Brettspiel Jakkolo in den 1980er-Jahren in den Niederlanden für sich entdeckt. Damals lebte und arbeitete sie dort. „Wenn man da wohnt, spielt man Jakkolo“, sagt Margrit Meinen. Lange geriet der Geschicklichkeitssport bei ihr in Vergessenheit, bis sie in der Zeitung einen Artikel über die Jakkolo-Abteilung aus Jeddeloh las. Der Verein in der Nähe von Oldenburg hat sogar eine eigene Mannschaft aufgestellt, die auch im Ligabetrieb spielt.
Für viele Menschen geeignet
Wieder angestachelt, rief Margrit Meinen gleich bei Bernd Emkes an. Mit seinem Vorstandskollegen Arne Lehne machte sich der Eintracht-Vorsitzende schließlich auf den Weg nach Oldenburg, um sich das Treiben an den zwei Meter langen Brettern mal anzusehen. „Die haben uns sofort eingebunden und wir durften mitspielen. Wir waren drei bis vier Stunden vor Ort, ein großer Spaß“, erinnert sich der Eintracht-Vorsitzende.
Die Vorteile des Spiels liegen für Emkes eindeutig auf der Hand. „Man kann viele Menschen mit dem Spiel ansprechen“, sagt Emkes. Auch körperlich beeinträchtige Menschen könnten Jakkolo spielen. Emkes denkt auch an die vielen älteren Vereinsmitglieder oder Alleinstehende in der Gemeinde Ihlow.
148 ist die Höchstpunktzahl
Doch was ist daran sportlich. Zumindest wird schon mal der Arm bewegt. Die Spieler schätzen die Kombination aus Geschicklichkeit, Präzision und Taktik. „Es ist mental richtig anstrengend“, sagt Emkes aus eigener Erfahrung.
Im privaten Rahmen gehe es vor allen Dingen darum, seine persönliche Bestmarke zu steigern. 148 Punkte kann man maximal erreichen. Dafür müsste aber jeder der 30 Holzscheiben sitzen. „Das ist so gut wie unmöglich“, sagt Gerold Meinen.
Der pensionierte Lehrer weiß, wovon er spricht. Seit dem vergangenen Jahr lässt er jeden Gast am hauseigenen Brett eine Runde spielen und schreibt die Ergebnisse auf. Der Rekord von Gerold Meiners liegt bei 110, der erste Versuch des ON-Redakteurs endete immerhin mit 71 Punkten.
Das Ehepaar Meinen hat auch schon die Bereitschaft erklärt, in der Eintracht-Sparte mitzuhelfen. Vier Spielbretter hat Emkes bereits angeschafft, Kostenpunkt immerhin 300 Euro pro Brett.
Bei einem Tag der offenen Tür am 27. März soll die neue Sparte nun vorgestellt werden. Austragungsort der spannenden Duelle am Jakkolo-Brett soll künftig die Gaststätte „Matheo“ am Ihler Meer sein.
Dort können sich Interessierte am Sonntag ab 15 Uhr das Spiel bei Kaffee und Kuchen ansehen und ausprobieren.