Aurich

Kunstschule und Machmit-Museum: Umzug unwahrscheinlicher

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 21.03.2022 20:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In die Gebäude Osterstraße 40 bis 44 sollen Kunstschule Miraculum und das Machmit-Museum einziehen, wenn es sich finanzieren lässt. Foto: Romuald Banik
In die Gebäude Osterstraße 40 bis 44 sollen Kunstschule Miraculum und das Machmit-Museum einziehen, wenn es sich finanzieren lässt. Foto: Romuald Banik
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Die Auricher Kunstschule und das Machmit-Museum sollen in die Osterstraße umziehen. Die neue Gemeinsamkeit könnte allerdings schon bald jäh enden.

Aurich - Zwei Ziele sollten mit dem Umzug von Machmit-Museum und Kunstschule Miraculum erreicht werden: ein gemeinsames Dach für die beiden Auricher Institutionen und eine Belebung der Osterstraße. Darum hatte die Politik zugegriffen, als es 2018 eine Förderung von 90 Prozent für das Projekt gab. Jetzt droht das Aus für den großen Plan.

Was war passiert? Um den festgesetzten Kostenrahmen von 3,44 Millionen Euro einzuhalten, hatte Architekt Christian Oberteicher (Firma DBCO, Münster) einen Entwurf mit einem integrierten Café vorgelegt. Das hatte der Politik nicht gefallen. Nun gab es einen weiteren, abgespeckten Entwurf, der vorige Woche im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss vorgestellt worden war. Das Café ist Geschichte, und die Nutzfläche für Museum und Kunstschule wäre genau so groß wie jetzt an den alten Standorten.

Im besten Fall wird alles gebaut – im schlimmsten gar nichts

Um bei den Finanzen auf Nummer sicher zu gehen, machte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß den Vorschlag, das Vorhaben in zwei Bauabschnitte aufzuteilen. Begonnen werden soll demnach mit dem Gebäudebestand, der unter Denkmalschutz steht. Der geplante Anbau wäre der zweite Bauabschnitt. Dessen Größe soll nach den Vorstellungen von Busch-Maaß davon abhängen, wie viel Geld am Ende des ersten Bauabschnittes noch da ist. Im besten Fall könnte die gesamte verfügbare Freifläche überbaut werden. Im schlimmsten Fall gäbe es überhaupt keinen Anbau. Dafür hätte dann die Kunstschule eine Freifläche, die nach hinten an das künftige Parkhaus und an der Seite an eine Lohne angrenzt.

Im ersten Bauabschnitt wird es keinen Neubau geben. Der kommt im zweiten Abschnitt – wenn noch Geld da sein sollte. Foto. Romuald Banik
Im ersten Bauabschnitt wird es keinen Neubau geben. Der kommt im zweiten Abschnitt – wenn noch Geld da sein sollte. Foto. Romuald Banik

Nach kontroverser Diskussion in einer gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss und Bauausschuss kündigte Bodo Bargmann (CDU) an, dem Projekt die Zustimmung zu verweigern. Die FDP überlegt, nur die Kunstschule ans Ende der Osterstraße umziehen zu lassen. Natürlich sei für die Planungen bereits viel Geld ausgegeben worden, so FDP-Fraktionschefin Sarah Buss. „Aber müssen wir schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen?“ Und die AWG könnte sich vorstellen, die Gebäude am Ende der Straße zu verkaufen und nur für die Kunstschule nach einem ganz anderen Domizil zu suchen. Denn bei einem Umzug des Museums müssten dessen jetzige Räume hergerichtet werden. „Eine Nachnutzung müsste dafür auch gefunden werden“, so Fraktionschef Richard Rokicki. Er sei auch davon ausgegangen, dass Museum und Kunstschule durch dieses Projekt mehr Fläche zur Verfügung hätten als heute. Das aber ist nicht der Fall.

Kein Gewinn an Nutzfläche nach neuer Planung

Mit der abgespeckten Planung bleibt noch genau so viel Nutzfläche, wie die beiden Einrichtungen an ihren jetzigen Standorten haben. Statt 914 würden es nut insgesamt 416 Quadratmeter Nutzfläche.

Grundsätzlich, so hingegen SPD-Fraktionschef Harald Bathmann, gebe es bereits einen Umzugsbeschluss des Rates. Gila Altmann (Grüne) warnte davor, das Projekt zu stoppen. Das wäre auch nicht im Interesse des Investors, der die Häuser 28 bis 36 in der Osterstraße entwickeln wolle. Auch Reinhard Warmulla möchte das Projekt fortsetzen. „Wir sollten grade in dieser Zeit optimistisch sein und nicht in Schockstarre verfallen.“

Eine endgültige Entscheidung muss schnell getroffen werden. Denn angesichts von Baustoffknappheit und Kostensteigerungen wird es schwer Handwerker zu finden, die sich schon jetzt auf Projekte einlassen, die erst in zwei Jahren realisiert werden. Bis Ende 2024 muss aber auf jeden Fall der erste Bauabschnitt, ein Jahr später der zweite Bauabschnitt abgerechnet werden. Eine sportliche Aufgabe. Denn wegen der ganzen Umplanungen befindet sich das Projekt bereits jetzt im Verzug. Die Widrigkeiten auf dem Bau- und Handwerkermarkt, die sich durch den Ukraine-Krieg noch verschärft haben, sind da noch gar nicht eingerechnet.

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