Hannover
Wahl in Niedersachsen: Vor Herausforderer liegt noch viel Arbeit
Die Aufstellung von Bernd Althusmann zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl im Oktober war reine Formsache. Jetzt geht die Arbeit erst richtig los.
Bernd Althusmann soll bei der Landtagwahl einen zweiten Versuch unternehmen, Ministerpräsident Stephan Weil aus der Staatskanzlei zu drängen. Diesen klaren Auftrag hat der CDU-Politiker am Wochenende auch von seiner Partei bekommen. Das Votum war eindeutig.
Das gibt dem 55-Jährigen Auftrieb. Aber damit ist die Wahl am 9. Oktober noch längst nicht gewonnen. Ministerpräsident Weil von der SPD verfügt über einen Amtsbonus und als Regierungschef seit 2013 über eine deutliche höhere Bekanntheit.
Bernd wer? Auch in den verschiedenen Wellen der Corona-Pandemie wurde in erster Linie Ministerpräsident Weil als Steuermann wahrgenommen. Und noch etwas kommt hinzu: Weil bringt eine auffällig große Nahbarkeit und Volksnähe mit.
Es gibt also noch viel zu tun für den CDU-Herausforderer Althusmann, der vor fünf Jahren in den Umfragen eigentlich die Nase vorn hatte, sich aber am Ende doch hinter Weil einreihen musste.
Will Althusmann die Wahl gewinnen, muss er sich vor allem bekannter machen. Und er kann sich in Sachen Bürgernähe ruhig an Amtsinhaber Weil orientieren, der weniger staatsmännisch auftritt, dessen kumpelhafte Art aber nach wie vor zu funktionieren scheint. Die aktuellen Umfragen jedenfalls geben Weil recht.
Auch das aber ist am Ende kein Garant dafür, dass Weil das Rennen macht. Vor fünf Jahren war er in einem Wahlkampf-Endspurt auf den letzten Metern an Althusmann vorbeigezogen. Läuft es diesmal womöglich umgekehrt, wenn der frühere Kultus- und heutige Wirtschaftsminister Althusmann sich richtig reinhängt und den Spagat zwischen Koalitionstreue mit der SPD und dem nötigen Wahlkampf-Modus hinbekommt?
Fest steht jedenfalls, dass zwei politische Alpha-Tiere erneut in den Ring steigen. Das verspricht einen spannenden Wahlkampf.