Paderborn

Von Vater vergewaltigt: 13-Jährige muss abtreiben

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 16.03.2022 17:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Paderborn ist ein Vater verurteilt worden, der seine Tochter mehrmals sexuell missbrauchte und vergewaltigte, dabei wurde das Mädchen schwanger. (Symbolbild) Foto: imago images/PantherMedia
In Paderborn ist ein Vater verurteilt worden, der seine Tochter mehrmals sexuell missbrauchte und vergewaltigte, dabei wurde das Mädchen schwanger. (Symbolbild) Foto: imago images/PantherMedia
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Ein Vater aus Paderborn hat seine eigene Tochter vergewaltigt. Das 13-jährige Mädchen wurde schwanger, sie nahm einen Schwangerschaftsabbruch vor. Der 34-Jährige stand nun vor Gericht.

Ein Prozess um sexuellen Missbrauch vor dem Landgericht Paderborn brachte Details ans Tageslicht, die selbst dem Verteidiger des Angeklagten zusetzten:

Der Anwalt hatte das Mandat nach eigener Aussage nur unter der Bedingung angenommen, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ablege. Dem 34-Jährigen wurde vorgeworfen, seine leibliche Tochter mehrmals sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Nach der Tat wurde das 13-jährige Mädchen schwanger. Die Taten geschahen im Sommer und Herbst 2020. Über den Prozess berichteten die „Westfälischen Nachrichten“.

Die Tochter war damals auf eigenen Wunsch bei ihrem Vater eingezogen, den sie laut des Berichts zuvor kaum gekannt hatte. Aufgedeckt wurde der Missbrauch demnach wenige Wochen nachdem das Mädchen zu seiner Mutter zurückgekehrt war: die 13- Jährige musste einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Durch eine DNA-Untersuchung konnte die Vaterschaft des Angeklagten bei dem Kind seiner eigenen Tochter zweifelsfrei festgestellt werden.

Der 34-Jährige stand wegen insgesamt elf Fällen von sexuellem Missbrauch vor Gericht und legte am ersten Prozesstag ein Geständnis ab. Seine Taten hatte er auch schon bei der Polizei angegeben. Dies rechnete die Staatsanwältin ihm an. Es sei jedoch nicht zu erkennen gewesen, „dass er verstanden hatte, was die Konsequenzen sind“, zitierten die „Westfälischen Nachrichten“ die Anklägerin.

Der Mann habe für seine Taten die familiäre Nähe und Notsituation des Kindes ausgenutzt, „wo es doch seine Aufgabe gewesen wäre als Vater einfach da zu sein“. Noch nach dem Schwangerschaftsabbruch soll er seine Tochter Textnachrichten geschickt haben und sie emotional unter Druck gesetzt.

Von der Rechtsanwältin der Mutter des Kindes als Nebenklägerin hieß es: Das Mädchen sei vor den Taten ein glückliches Kind gewesen, das nach 13 Jahren endlich den Kontakt zu seinem Vater gefunden hatte.

Laut der Richterin Nicole Klein habe der Angeklagte seine Tochter „überhaupt nicht als Kind behandelt“. Mitteilungen, die er später über sein Handy verschickte, wirkten „monströs und verstörend“. Für seine Missbrauchstaten habe er sich zwar entschuldigt, doch „so eine wirkliche Erschütterung über das eigene Verhalten ist hier nicht spürbar gewesen“, sagte die Vorsitzende.

Der 34-Jährige wurde am Dienstag zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Was er seine Tochter angetan hat, wird sie aber noch ihr Leben lang verfolgen.

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