Emden

Zentralklinik: Emder GfE bezweifelt Kostenberechnung

15.03.2022 18:52 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum aussehen.Grafik: Klinik-Trägergesellschaft
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum aussehen.Grafik: Klinik-Trägergesellschaft
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Bei der Vorstellung des Großprojekts wurden jüngst Baukosten von 720 Millionen Euro genannt, plus 54 Millionen für Infrastruktur. Der Emder GfE-Fraktionschef Jochen Eichhorn geht von viel höheren Summen aus.

Emden Erhebliche Zweifel an den jüngsten Kostenberechnungen für die geplante Zentralklinik in Uthwerdum äußert jetzt die GfE-Fraktion im Emder Stadtrat. Die präsentierten Kosten von 720 Millionen Euro für den reinen Klinikbau würden wohl nicht der Realität entsprechen, behauptet die GfE in einer Pressemitteilung. Die Wählergemeinschaft geht vielmehr davon aus, dass die Kosten am Ende die Marke von 950 Millionen erreichen werden, meint GfE-Fraktionsvorsitzender Jochen Eichhorn.

In der Rechnung seien zudem Folgekosten nicht enthalten, die etwa durch den Verlust von 500 Arbeitsplätzen in Emden entstehen würden. Betroffen seien zudem Arbeitsplätze externer Dienstleister an den Krankenhausstandorten Emden, Norden und Aurich. Die Emder Stadtverwaltung habe nicht erklärt, wie das kompensiert werden könne.

Kritik: Emden wird Geld für wichtige Investitionen fehlen

Die GfE fürchtet, Emden werde sich mit der Zentralklinik auf Dauer „bis zur Handlungsunfähigkeit verschulden“. Dringend benötigte Investitionen zur Arbeitsplatzsicherung in Emden würden dadurch unmöglich. Sparmaßnahmen würden nicht nur kulturelle Einrichtungen in die Knie zwingen, sondern auch künftige Investitionen. Besonders betroffen würden davon Schulen, mittelständische Unternehmen sowie Tourismus und Hafenwirtschaft, so die Befürchtung.

GfE: Einziger Gewinner ist Südbrookmerland

Die GfE sieht gar einen „Vertrauensverlust in die demokratischen Funktionen der Stadtverwaltung“. „Wir steuern mit Volldampf auf ein Riff zu, bei dem es nur einen Gewinner gibt: Südbrookmerland“, schreibt die GfE. Durch das Zentralklinik-Projekt werde sich die Stadt Emden „überheben“, so die GfE. Die Stadtfinanzen böten „schon heute ein jämmerliches Bild“.

Von den ehemals zwölf Millionen Euro Rücklagen sei nichts geblieben außer Schulden, heißt es von der Wählergemeinschaft. Negativbeispiele seien der Zustand der Trogstrecke und der Toilettencontainer am Hauptbahnhof. Den Preis für das „Abenteuer Zentralklinik“ würden Patienten, Pfleger und das Gemeinwesen zahlen, meint die GfE. Für die Bürger gebe es „keinen erkennbaren Vorteil“.

Insgesamt habe die jüngste Projektpräsentation in der Nordseehalle die GfE „an keiner Stelle“ überzeugen können. Anfangsbedenken seien nicht entkräftet, sondern vielmehr bestätigt worden, heißt es abschließend von der GfE.