Moordorf
FWG: „Hau-Ruck-Politik ist in Sachen Schule fehl am Platz“
Die Freie Wählergemeinschaft mahnt vor einer übereilten Entscheidung zur möglichen Ansiedlung der FCSO in Moordorf. Man müsse aus früheren Fehlern lernen.
Moordorf - Nachdem sich bereits die Ratsgruppen SBL/Grüne, SPD/Linke und die CDU-Fraktion geäußert haben, meldet sich nun die Freie Wählergemeinschaft (FWG) bei der Diskussion um eine Ansiedlung der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO) in Moordorf zu Wort. Die Privatschule hatte Interesse bekundet, in das Gebäude der Haupt- und Realschule zu ziehen. Vorsitzender der FWG, Ralf Geiken, warnt in einer Mitteilung vor übereilten Entscheidungen.
Zuvor hatten SBL/Grüne gemeinsam mit SPD/Linke eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats zugunsten der FCSO gefordert. Die CDU hatte sie deswegen kritisiert. Die FWG mahnt nun, dass man Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen dürfe. Das Dilemma in der Südbrookmerlander Schulpolitik schließe nahtlos an die vergangenen Jahre an. „Kurzsichtigkeit und mit wehenden Fahnen vorauszugehen sind hier falsch“, so Geiken. „Hau-Ruck-Politik ist in Sachen Schule fehl am Platz.“
Kritik an IGS Marienhafe-Moorhusen
Was aus solchen Entscheidungen werde, sehe man an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Marienhafe-Moorhusen, heißt es. So hätten sich damals enorm viele Kinder angemeldet. „Nun scheint diese Schule gerade auch wieder einen, ich nenne es einmal in den Augen der Eltern, die ihr Kind auf eine weiterführende Schule anmelden müssen, nicht so guten Ruf zu genießen“, so Geiken. Bei einem solchen Wandel innerhalb von fünf Jahren stellt Geiken die Frage, ob diese mutmaßliche Unattraktivität der Schule durch Lehrermangel und Inklusion geprägt sind. „Die Eltern fragen sich doch nur, wo kann mein Kind sich am ehesten entfalten.“
Die FCSO stelle eine gute Alternative zur IGS dar, heißt es. Ihr guter Ruf eile der Schule voraus. Außerdem hätten Kinder und Eltern zukünftig mehr Auswahl, trotz eines monatlichen Schulgeldes. „Wir sind für ein breitgefächertes Bildungsangebot“, so Geiken. Jedoch dürfe man es nicht „auf Biegen und Brechen“ durchwinken, ohne sich um die Details zu kümmern. Zum Beispiel seien immer noch die Fragen offen, welches Raumangebot die Schule brauche, wer die Kosten für die Herrichtung trage und welche Kinder aufgenommen würden.
Schwerpunkt auch bei der IGS
Für die FWG liege der Schwerpunkt nunmehr auf die langfristige Stützung der gemeinsamen IGS Marienhafe Moorhusen, heißt es. Schließlich habe man darin bereits viel Geld investiert. Aber auch die Schaffung eines weiteren Bildungsangebots zum Beispiel durch die FCSO, wodurch beide Seiten von einem „langfristigen und schlüssigen Konzept“ profitieren, dürfe nicht außer Acht gelassen werden.
Die FWG könne die Sorgen der Eltern verstehen, deren Kinder im Sommer in eine weiterführende Schule wechseln, so Geiken. Die Zeit dränge. Und ja, die FCSO braucht ein positives Signal für die Einrichtung. Aber nicht mit der Hau-Ruck-Methode.“
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