Fußball
Kunstrasenplatz in Ihlow – eine rutschige Angelegenheit
Auf dem Ihlower Kunstrasen gab es in den Wintermonaten Verletzungen und Absagen. Warum die Situation nun besser werden soll.
Ihlow - Er ist das sportliche Vorzeigeprojekt der Gemeinde Ihlow: Der Kunstrasenplatz auf dem Gelände des SV Eintracht Ihlow ist nach neuesten Umwelt-Maßstäben mit Quarzsand anstatt mit Granulat bestreut und bietet seit eineinhalb Jahren nicht nur den Vereinen aus der Gemeinde bei schlechter Witterung einen Platz zum Fußballspielen. Auch für Ihlows Vereinsvorsitzenden Bernd Emkes ist der Allwetterplatz eine gute Sache – doch in den vergangenen Wochen und Monaten musste sich Emkes einige Beschwerden anhören. Es geht um die Standfestigkeit der Fußballer. „Die Halme sind zu lang, nach dem vielen Regen war zu viel Feuchtigkeit auf dem Platz. Deshalb ist es schon vorgekommen, dass Fußballer ausgerutscht sind“, sagt Emkes.
Die Angst vor Verletzungen ging sogar so weit, dass Mannschaften ihre Spiele auf dem Kunstrasen absagten, andere Trainer berichteten von angeschwollenen Knöcheln ihrer Jugendspieler. Grund genug für Emkes, mal bei der Gemeinde Ihlow, genauer gesagt bei der Entwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft Ihlow nachzufragen. „Wir stehen im Austausch mit der EDI. Sie wollen beim Hersteller nachhaken“, sagt Emkes.
Neuartiger Platz mit Quarzsand
Genau das hat vor einiger Zeit der EDI-Geschäftsführer Ulrich Kubatschek getan. „Im Herbst ist der Platz gereinigt worden und mit zusätzlichem Sand befüllt worden“, sagt Kubatschek. Im bald beginnenden Frühling soll eine weitere Ladung Quarzsand auf dem Platz verteilt werden. Für Kubatschek ist der Kunstrasenplatz eine Herzensangelegenheit, schließlich haben Gemeinde und EDI 360 000 Euro aus eigenen Mitteln gezahlt, etwas mehr als die Hälfte des Gesamtpreises. Im Winter wurde der Platz mit einer modernen Flutlichtanlage ausgestattet.
Der Platz soll das Training bei schlechtem Wetter ermöglichen. Durch den Kunststoffplatz soll der Betrieb auch in den Wintermonaten aufrechterhalten werden. In der Vergangenheit mussten in den kalten Monaten immer wieder Spiele aufgrund der Witterung abgesagt und in die warmen Monate verlegt werden, wo sie dann geballt stattfanden.
Probleme gab es auch auf dem Platz in Pewsum
Der neue Kunstrasenplatz ist ordentlich frequentiert, nicht nur mit Mannschaften aus der Gemeinde Ihlow, sagt Kubatschek. Mit dem Quarzsand ist die Gemeinde Ihlow auf Nummer sicher gegangen. Grund waren Pläne der EU, das sonst übliche Granulat zu verbieten. Granulat wird im Laufe der Jahre durch Regen ausgespült, Mikroplastikteile könnten so in das Grundwasser geraten. Lange hatten die Verantwortlichen darüber nachgedacht und schließlich beschlossen, alternative Wege zu gehen. Die Entscheidung fiel laut Kubatschek bei der Besichtigung des Kunstrasenplatzes bei Ajax Amsterdam. „Dort haben wir nicht von Problemen mit der Standfestigkeit gehört“, sagt Kubatschek.
Nicht nur die Ihlower haben Probleme mit ihrem Kunstrasen, auch beim zweiten Kunstrasenplatz mit Quarzsand in Pewsum gab es diese Probleme, wie Kubatschek berichtet. „Hier in Ostfriesland hatten wir auch gefühlt acht Wochen Dauerregen. Das hat sicherlich dazu beigetragen“, sagt der EDI-Geschäftsführer Kubatschek. Im Frühling sollen diese Probleme, auch durch die zusätzlichen Sandschichten nicht mehr auftreten.
Eine gute Nachricht für alle Fußballer, die um die Gesundheit ihrer Bänder besorgt sind. Unter dem Strich sind aber alle Beteiligten sehr zufrieden mit der neuen Spielfläche, die auch dem Tourismus der Gemeinde zuträglich ist.