Ihlow

Kita-Übernahme stößt in Ihlow auf Widerstand

| | 10.03.2022 10:52 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Kitas in Ihlow werden aktuell von der Gemeinde betrieben. Nach den Mitgliedern des Sozialausschusses soll das auch so bleiben. Foto: DPA
Die Kitas in Ihlow werden aktuell von der Gemeinde betrieben. Nach den Mitgliedern des Sozialausschusses soll das auch so bleiben. Foto: DPA
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Der Landkreis Aurich möchte die Kitas der Gemeinden übernehmen. Die Mitglieder des Ihlower Sozialausschusses befürchten dadurch gleich mehrere negative Auswirkungen auf die Betreuung.

Ihlow - Die Kitas in Ihlow sollen in der Trägerschaft der Gemeinde bleiben. Darüber sind sich Bürgermeister Arno Ulrichs und die Mitglieder des Sozialausschusses einig. Bei der Sitzung am Mittwoch wurde ein Beschluss über eine Erklärung an den Landkreis gefasst, der die Zuständigkeit über die Kitas wieder übernehmen will. Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dem Landkreis mitzuteilen, dass sie für den Verbleib der Trägerschaft bei der Gemeinde sind. Darüber hinaus fordern sie aber mehr finanzielle Unterstützung vom Landkreis für den Betrieb der Kitas. Schließlich bitten sie alle Verhandlungspartner darum, sachlich zu diskutieren.

Zwar wäre die Übernahme der Kitas durch den Landkreis rein finanziell gesehen eine unheimliche Entlastung für die Gemeinde, wie Bürgermeister Arno Ulrichs am Mittwoch erklärte. Er sei aber überzeugt, dass die Qualität der Betreuung bei einer zentralen Verwaltung durch den Landkreis leide. Zudem kritisierte Ulrichs, dass die Gemeinde vom Kreis-Vorschlag überrascht worden seien. „Das finde ich bedenklich“, so Ulrichs.

Kritik an mangelnder Kommunikation

Mitglieder des Sozialausschusses kritisierten eine mangelnde Kommunikation seitens des Landkreises. Petra Saathoff, Leiterin der Kita in Riepe, kritisierte, dass die Kita-Leitungen zukünftig bei Bau-Projekten nicht mit eingebunden werden sollen. Außerdem machte sie darauf aufmerksam, dass die Kitas bei einer Übernahme durch den Landkreis nicht mehr so einfach die Turnhallen der Grundschulen nutzen können – denn diese liegen in der Trägerschaft der Gemeinde. Saathoff vermutet auch, dass der Landkreis langfristig eher wenige große Kitas betreiben will, weil kleinere Einrichtungen in jedem Ort teurer sind.

Bürgermeister Arno Ulrichs versicherte im Ausschuss, dass die aktuell geplanten Kita-Bau-Projekte weiter vorangetrieben werden. „Die Eltern sollen Sicherheit haben“, sagte UIrichs. Wie der Landkreis nach einer tatsächlichen Übernahme aber damit umgeht, könne er nicht sagen.

Am Donnerstagnachmittag wird das Thema auch im Auricher Kreistag diskutiert. Die Grünen-Fraktion hatte einen Bericht des Landkreises dazu beantragt und eine Diskussion in den betroffenen Fachausschüssen gefordert.

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