Aurich
Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Gewalt
Frauenvereine veranstalteten auf dem Auricher Marktplatz eine Aktion zum Weltfrauentag. Nicht nur die Rolle der Frau in Deutschland war Thema – etwas anderes lag den Organisatorinnen am Herzen.
Aurich - Weltweit gehen am Weltfrauentag, 8. März, Personen auf die Straße, um sich für Gleichberechtigung einzusetzen. „Aurich soll heute besonders bunt und solidarisch werden“ – mit diesen Worten endete die letzte von drei Reden am Dienstagnachmittag auf dem Auricher Marktplatz. Vier Frauen kamen bei der Veranstaltung anlässlich des internationalen Weltfrauentages zu Wort.
Nachdem die Reden gehalten wurden, schrieben die Organisatorinnen gemeinsam mit anderen Frauen mit bunter Kreide Wünsche für eine geschlechtergerechte Zukunft auf das Pflaster des Auricher Marktplatzes. Sätze wie „Ich will ohne Angst nach Hause laufen können“ oder „Ende mit dem Sexismus“ zierten schon nach einigen Minuten den Marktplatz. Birgit Ehring-Timm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich, hatte schon in den vergangenen Jahren am 8. März Aktionen, wie das Verteilen von Rosen, organisiert. In diesem Jahr waren erstmals die Auricher Initiative „Catcalls of Aurich“ sowie der kurdische Frauenrat Zelal dabei.
Solidarität mit ukrainischen Frauen
„Würden wir alle Missstände erläutern, würden wir wohl noch morgen hier stehen“, sagt Lea Flemming von der Initiative „Catcalls of Aurich“. Es sei auch in der heutigen Zeit noch wichtig, das Augenmerk auf Gleichberechtigung zu legen. Dadurch, dass in Deutschland Frauen im Vergleich zu anderen Ländern noch gut dastünden, würden einige Probleme übersehen, sagt die 19-Jährige. Maite Monnerjahn, ebenfalls von „Catcalls of Aurich“, betont, dass sie durch ihre Arbeit gegen sexuelle Belästigung auch mitbekämen, wie viele Minderjährige davon betroffen seien. Diesen Umstand könne man nicht unkommentiert stehenlassen.
„Mir ist es wichtig, die Wünsche der Frauen wieder an die Öffentlichkeit zu tragen“, sagt Ehring-Timm den ON. Vor allem durch die Pandemie sei es schwer geworden, mit benachteiligten Frauen ins Gespräch zu kommen. „Nur wenn wir fürsorglich und gleichberechtigt unsere Gesellschaft gestalten, können wir friedlich miteinander leben“, sagte sie in ihrer Ansprache. Sie betonte, wie akut das Problem sexualisierter Gewalt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt sei.
Auch Sultana Alim von kurdischen Frauenrat Zelal aus Aurich gedachte in ihrer Rede ukrainischen Frauen. Sie wolle allen Frauen die weltweit in Kriegsgebieten leben, ihre Solidarität zeigen und verurteile den Krieg in der Ukraine, sagte Alim. Am Ende schrieb sie die Worte „Frauen leben in Freiheit“ in kurdischer Sprache auf das Pflaster vor dem Sousturm. „Dafür kämpfen wir“, sagte Alim.