Aurich

Vieh-Exporteur soll Hitlergruß gezeigt haben

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 07.03.2022 13:27 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Prozess wurde am Amtsgericht Aurich verhandelt. Foto: Romuald Banik
Der Prozess wurde am Amtsgericht Aurich verhandelt. Foto: Romuald Banik
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Der Mann soll bei einer Demonstration gegen Tierexporte in Aurich-Schirum einen Hitlergruß gezeigt haben. Am Montag sagte er vor dem Amtsgericht Aurich aus – und hatte eine besondere Erklärung.

Aurich - Einem Vieh-Exporteur wird vorgeworfen, im März vergangenen Jahres bei einer Demo in Schirum einen Hitlergruß gezeigt und zwei Frauen als Nazis bezeichnet zu haben. Vor dem Amtsgericht Aurich kam es am Montag zum Prozess gegen den Mann aus dem Landkreis Aurich. Ein Urteil gab es noch nicht.

Während der Demonstration gegen Tierexporte vor dem VOST-Gelände in Schirum soll es zu dem Vorfall gekommen sein. Eine der beiden Frauen, die damals ihre wöchentliche Aktion an der Leerer Landstraße durchführten, wurde vor Gericht als Zeugin gehört. Die 50-Jährige sagte, sie sei zu Beginn der Demo davon ausgegangen, dass der Angeklagte ihre Aktion unterstützen wolle. Er habe ein missverständliches Plakat dabei gehabt und wirre Aussagen gemacht. Dann habe er angefangen, sie und ihre Mitstreiterin als Nazis zu beschimpfen. Sie seien aus Ausländerfeindlichkeit dagegen, dass Menschen in anderen Ländern von deutscher Milch leben, habe der Viehexporteur gesagt. Im Laufe einer Diskussion habe der Angeklagte, aus Sicht der 50-Jährigen eindeutig, den rechten Arm gestreckt und nach oben geführt. „So hoch wächst der Mais“, soll er dabei gesagt haben. Für die Zeugin stand diese Aussage in keinem Zusammenhang mit der vorangegangenen Diskussion.

Angeklagter wollte mit Geste Tierexporte rechtfertigen

Der Angeklagte hatte jedoch eine Erklärung für seine Geste. Während der Aussage der Zeugin schüttelte er nur mit dem Kopf. Es sei zu einem Gespräch darüber gekommen, weshalb die Tiere überhaupt exportiert werden müssten, sagte der Angeklagte. Dabei habe er erklärt, dass die Futtergrundlage für die Tiere in Deutschland besser als in anderen Ländern sei. Um die Höhe einer Maispflanze in Deutschland im Vergleich zu anderen Orten zu veranschaulichen, habe er den Arm gehoben. Das sei dann sofort missverstanden worden. Beleidigungen habe es nie gegeben. Das Wort „Nazi“ sei höchstens im Zusammenhang mit seiner Erklärung, dass er keiner sei gefallen, sagte der Angeklagte.

Die zweite Demonstrantin konnte zur Verhandlung am Montag nicht als Zeugin erscheinen. Für die Staatsanwältin und den Anwalt des Angeklagten war eine weitere Zeugenaussage nicht mehr notwendig. Doch Richter Schwarze wollte sein Urteil nicht ohne die Anhörung fällen. Der Prozess wird am 22. März fortgesetzt. Dann soll die Zeugin gehört und ein Urteil gesprochen werden.

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