Brookmerland
Graf mit sonnigen Aussichten für das Brookmerland
Ein Adeliger aus dem friesländischen Gödens stellte Brookmerlander Politikern seine Pläne für Photovoltaikanlagen vor – dabei hat er bereits konkrete Bereiche im Auge.
Brookmerland – Strom aus Sonnenlicht im Brookmerland gewinnen – das wollen nicht nur zwei Landwirte aus Norden, sondern nun auch ein Adeliger aus der Gemeinde Sande.
Wie bereits am Mittwoch berichtet, hat Maximilian Graf von Wedel aus dem friesländischen Gödens Interesse am Bau einer oder mehrerer Freilandphotovoltaikanlagen bekundet. Am Donnerstag stellte der Geschäftsführer der Schloss-Gödens-Unternehmensgruppe Einzelheiten seiner Pläne im nicht öffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss vor.
Flächen ins Auge gefasst
Demnach haben von Wedel und die von ihm geleitete „Friesen Elektra Beteiligungs-GmbH“, die als Projektierer und Betreiber der Freiflächenphotovoltaikanlage auftritt, bereits konkrete Flächen auf dem Gebiet der Samtgemeinde ins Auge gefasst. In seinem Vortrag habe von Wedel mögliche Untersuchungsräume im Brookmerland vorgestellt, die sich aus einer vorab gefertigten Raumanalyse ergeben hätten, teilte Brookmerlands stellvertretender Verwaltungschef Jochen Behrends am Freitag mit. Diese Räume seien im weiteren Verfahren zu konkretisieren und deren tatsächliche Eignung für die Stromgewinnung zu ermitteln, hieß es.
Um welche Räume es sich handelt, teilte die Verwaltung nicht mit. Von Wedel war am Freitag für Nachfragen nicht erreichbar. Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, geht es bei den bisher nur grob umrissenen Bereichen auch um Flächen nordöstlich von Marienhafe, nordwestlich von Upgant-Schott und am Industriegebiet Hansestraße in Upgant-Schott.
Anlagen haben Mindestgröße
Auch sollen die von von Wedel geplanten Anlagen grundsätzlich eine bestimmte Mindestgröße haben und rund 20 Hektar nicht unterschreiten. Der Graf habe deutlich gemacht, zunächst das Interesse der Politik abfragen zu wollen, bevor er sich an die Eigentümer der in Frage kommenden Fläche wende. Teilnehmer berichten, von Wedel habe auf sie „kompetent und freundlich“ gewirkt und ihnen angeboten, für Fragen zur Verfügung zu stehen.
Wie sein Sprecher im Vorfeld der Sitzung bestätigt hatte, ist Maximilian Graf von Wedel schon seit Längerem auf dem Gebiet der regenerativen Energien tätig. Die „Friesen Elektra“ betreibt auch den Windpark Sande. Dort und in daran angrenzenden Bereichen sind ebenfalls Freiflächenphotovoltaikanlagen geplant.
Im Brookmerland gibt es einen Solarpark. Die bisher einzige Anlage steht in Osteel. Sie wurde im Jahr 2010 zwischen dem Reithammer Weg und dem Windpark am Eidelweg gebaut.
Planungen für Park in Osteel
Die Planungen für einen weiteren Solarpark laufen derzeit: Wie berichtet, planen die Norder Landwirte Menhard und Hauke Groeneveld den Bau einer PHotovoltaik-anlage ebenfalls in Osteel. Die bis zu sechs Hektar große Anlage soll in einem parallel zur Bahnlinie verlaufenden Streifen entstehen.
Die geplanten Investitionen bezifferte Menhard Groeneveld mit mehreren Millionen Euro. Vater und Sohn Groeneveld haben vor Kurzem einen Hof mit rund 18 Hektar Land an der Bundesstraße 72 nahe der Grenze zum Stadtgebiet Norden gekauft. Ihre Pläne stellten die Groenevelds im Januar im Verwaltungsausschuss der Gemeinde vor.
Laut Mitteilung von Vize-Verwaltungschef Behrends sollen die politischen Fraktionen im Brookmerland nun zunächst beraten, inwieweit die Projektierung möglicher Anlagen von von Wedel weiter verfolgt werden soll.