Aurich

Ukraine-Krieg: Schüler-Appell für Frieden

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 04.03.2022 18:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zum Friedenszeichen stellten sich die Realschüler am Freitag auf ihrem Schulhof auf. Foto: Günter van Lessen
Zum Friedenszeichen stellten sich die Realschüler am Freitag auf ihrem Schulhof auf. Foto: Günter van Lessen
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An der Realschule Aurich fand beschäftigten sich die Jugendlichen einen Tag lang mit dem Ukrainekrieg. Dabei gab es auch Hilfe für die Opfer.

Aurich - Mit einem Friedensappell auf dem Schulhof endete am Freitag ein Aktionstag der Realschule Aurich zum Krieg in der Ukraine. Der gesamte Freitagvormittag war für das Thema vorgesehen, wie Schulleiterin Kathrin Peters im ON-Gespräch sagte.

Gleich zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine habe das Kollegium begonnen zu überlegen, wie man damit in der Schule umgeht. „Denn Kinder haben Fragen.“ Am Mittwoch fiel dann der Entschluss zum Aktionstag, der mit vereinten Kräften am Freitag umgesetzt wurde.

Kein Generalverdacht gegen Russen

Egal, welches Fach eigentlich auf dem Plan gestanden hätte: In den ersten beiden Stunden haben sich alle Klassen der Realschule mit der historischen Beziehung zwischen Russland und der Ukraine befasst, beginnend mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Es sei auch viel Wert darauf gelegt worden, den Generalverdacht gegen alle Russen zu thematisieren, so Peters. Denn es gebe viele russischstämmige Kinder an der Realschule Aurich. Sie und deren Familien könnten nichts für den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt. Ein russisches Mädchen sei für den Aktionstag jedoch von der Mutter abgemeldet worden. „Sie wollte keine Indoktrinierung ihrer Tochter“, so Peters. Das passiere an der Schule aber selbstverständlich auch nicht. „Aber die Thematisierung von aktuellen Ereignissen gehört zu unserem Bildungsauftrag.“

Selbst gestaltet hatten die Schüler unterschiedlichste Plakate in den ukrainischen Farben. Foto: Heino Hermanns
Selbst gestaltet hatten die Schüler unterschiedlichste Plakate in den ukrainischen Farben. Foto: Heino Hermanns

Kreativ wurden die Schüler in der dritten und vierten Stunde. Plakate wurden angefertigt, Musikstücke geprobt, Gebete verfasst. Verwandelt worden ist auch der Schulgarten: Dort wachsen nun Hornveilchen in den ukrainischen Farben blau und gelb.

Spenden für Hilfswerk der Zeitungsgruppe Ostfriesland

Überrascht vom Ergebnis ist Peters bei der Spendenaktion. „Jeder sollte einen Euro spenden, weil sich das auch jeder leisten kann.“ Bei 940 Schülern immer noch eine erkleckliche Summe. Doch das wurde übertroffen: Schon am Freitagmittag waren rund 2000 Euro zusammengekommen. „Und es sind noch nicht alle Spendendosen zusammengetragen worden“, sagt Peters. Das Geld geht an „Ein Herz für Ostfriesland“, dem Hilfswerk der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO), zu der auch die Ostfriesischen Nachrichten gehören.

Thorge Rühling (von links), Kathrin Peters, Lasse Riemer, Eunike Brandt und Hannah Lindenbeck mit dem Spendenscheck. Foto: Romuald Banik
Thorge Rühling (von links), Kathrin Peters, Lasse Riemer, Eunike Brandt und Hannah Lindenbeck mit dem Spendenscheck. Foto: Romuald Banik

Auf den Schulhof ging es dann in der sechsten Stunde. Nachdem schon in den Pausen die Bläserklassen Musik, unter anderem die Europahymne, zum Besten gegeben hatte, gab es nun Gesang zu hören. Lehrerin Imke Tjaden, die eine der Bläserklassen leitet, hatte mit einigen Schülern Lieder einstudiert, die an der frischen Luft gesungen wurden. Vorher nahmen jedoch alle 940 Schüler der Realschule Aurich Aufstellung. Mit ihren selbst gestalteten Plakaten positionierten sie sich auf dem Schulhof zum Friedenszeichen.

„Es ist die klare Botschaft: wir wollen ein friedliches Europa für unsere Schüler“, sagt Peters. Die Erwachsenen müssten sich stets fragen, welches Europa sie den Jugendlichen hinterlassen wollen. Der Aktionstag werde an der Realschule keine Eintagsfliege bleiben. Man werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen. „Damit die Schüler lernen, die Welt friedlich zu gestalten.“

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