Aurich
Russische Produkte verschwinden aus den Regalen
Viele Supermarkt-Ketten nehmen als Zeichen des Protests russische Produkte aus dem Sortiment. Die Märkte in Ostfriesland sind in unterschiedlicher Weise davon betroffen.
Aurich - Auch aus den Supermärkten in Ostfriesland sollen russische Produkte verschwinden. Damit möchten die Unternehmen ihren Protest gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich machen. Wie viele Produkte davon in den Märkten betroffen sind, ist unterschiedlich. Bei Aldi Nord zum Beispiel handelt es sich nur um eine Wodka-Flasche, die aus dem Sortiment genommen wird. „Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt“, teilte das Unternehmen den ON mit.
Beim E-Center Coordes in Aurich sind mehrere Produkte betroffen. In einer Spezialitätenecke gibt es beispielsweise eingelegte Tomaten oder Sonnenblumenkerne aus Russland. Der Markt hatte vor einigen Tagen bereits russische Flaggen, die an den Regalen mit den Produkten befestigt waren, entfernt. Über das Sortiment dürfen die selbstständigen Edeka-Händler eigentlich selbst entscheiden. Am Freitag gab es aber eine Stellungnahme von der übergeordneten Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover. Demnach sollen die russischen Produkte „ausgelistet“ werden. Das heißt, die Bestellung neuer Artikel ist gesperrt. Die Bestände im Geschäft können noch verkauft werden – dann gibt es aber keinen Nachschub mehr. Für das E-Center Coordes ist das kein großes Problem. „Die Produkte wurden nicht so gut angenommen“, sagte Inhaber Jens Coordes. Er habe ohnehin bereits überlegt, die Produkte unabhängig vom Ukraine-Krieg aus dem Sortiment zu nehmen.
Unterscheidung der Produkte schwierig
Was russische Produkte sind, und was nicht, ist dabei nicht immer leicht zu erkennen. Edeka weist beispielsweise darauf hin, dass „Russischer Zupfkuchen“ oder auch bestimmte Wodka-Marken gar nicht aus Russland stammen.
Diese werden weiterhin verkauft. Umgekehrt gibt es auch vermeintlich deutsche Produkte, die aber in Russland produziert werden. Beispiele dafür sind die Käsemarken „Grüntaler“ oder auch „Schönfeld“. Die Edeka-Märkte haben eine Liste erhalten, welche Produkte ausgelistet werden sollen.
Die Bünting-Gruppe mit Sitz in Leer hatte bis Redaktionsschluss noch keine Entscheidung zur Aussortierung russischer Produkte mitgeteilt. Das Unternehmen betreibt sowohl die Combi- als auch die Famila-Märkte in der Region.