Osnabrück
Krieg in der Ukraine: Frieden schaffen mit noch mehr Waffen?
Frieden schaffen mit mehr Waffen? Das wird in der Ukraine kaum gelingen. Am Ende braucht es grundlegende Verhandlungen - am besten ohne Kriegsverbrecher Wladimir Putin.
Der Krieg in der Ukraine wird mit jedem Tag blutiger und das Auftreten des Putin-Regimes immer zynischer. Einerseits laufen Gespräche über eine Waffenruhe, andererseits verkündet Außenminister Sergej Lawrow, die sogenannte „Militäroperation“ zur Vernichtung des unabhängigen ukrainischen Staatswesens werde in jedem Fall weitergeführt. Damit droht eine fatale Eskalation der Gewalt, womöglich über Wochen und Monate.
Vor allem in den großen Städten sind weitere gewaltige Zerstörungen und Tausende von Toten zu befürchten. Dass man mit noch mehr Waffen für die Ukrainer Frieden schaffen könnte, erscheint angesichts der russischen Überlegenheit unwahrscheinlich. Auch ein paar tausend veraltete Flugabwehrraketen aus Beständen der ehemaligen DDR werden das Blatt wohl nicht wenden.
Andererseits: Kann man einfach zusehen, wenn Waldimir Putin zum Kriegsverbrecher wird und ohne jeden Grund ein Nachbarland überfällt? Darf man es zulassen, wenn ein Diktator die europäische Nachkriegsordnung zertrümmert und das Recht des Stärkeren an die Stelle des Völkerrechts stellt? Die deutschen Waffenlieferungen dienen so gesehen einem guten Zweck, ohne am Ende nur Gutes zu bewirken.
Preisfrage: Warum hat Putin die Ukraine überfallen? Antwort: Weil er es konnte. Das Land war militärisch schwach und es hatte bis zum Tag des Überfalls keine entschlossenen Verbündeten – eine relativ leichte Beute, jedenfalls auf den ersten Blick.
Die Folge des Überfalls wird in jedem Fall sein, dass der Westen nachrüstet, speziell Deutschland mit seiner bedingt abwehrbereiten Bundeswehr. Frieden schaffen mit immer weniger Waffen, so lautet die bittere Erkenntnis, das funktioniert nicht. Und tatenlos abzuwarten, bis Putin das nächste Land überfällt, kann ja auch keine Option sein.
Ein neues Wettrüsten gilt es gleichwohl zu vermeiden. Denn auch dadurch wird die Welt am Ende nicht sicherer. Stattdessen braucht es neue Verhandlungen über Rüstungsbegrenzung und -kontrollen wie zu Zeiten des Kalten Kriegs. Ideal wäre natürlich, man müsste darüber nicht mit einem Kriegsverbrecher wie Putin sprechen, sondern der skrupellose Aggressor müsste dem Druck aus dem eigenen Land weichen.