Aurich

Ukrainerin organisiert Spenden-Transport

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 02.03.2022 18:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Neben Kartons mit Spenden ist ein Schild mit der ukrainischen Flagge in Herzform mit den Worten „With love, tears, hope and my highest respect for the bravery of the ukrainian people“. Foto: DPA
Neben Kartons mit Spenden ist ein Schild mit der ukrainischen Flagge in Herzform mit den Worten „With love, tears, hope and my highest respect for the bravery of the ukrainian people“. Foto: DPA
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Die gebürtige Ukrainerin Halyna Yatsyshyn organisiert einen Spendentransport von Aurich zur ukrainischen Grenze. Unterstützt wird sie dabei von der Stadt Aurich. In ihrer Heimat fehlt es vor allem an einem.

Aurich - Ihrer Heimat zu helfen ist derzeit der größte Wunsch von Halyna Yatsyshyn. Die gebürtige Ukrainerin sammelt Spenden, um sie am Sonnabend persönlich mit einem Transporter an der ukrainischen Grenze zu bringen. Vor allem Schutzmaterial fehlt noch.

Bei ihrer Aktion wird Halyna Yatsyshyn vom Familienzentrum und von der Stadt Aurich unterstützt. Die Transportkosten werden demnach übernommen, sagt die Auricherin. Noch bis Freitag, 4. März, 16 Uhr kann man Spenden bei ihr abgeben. Sie ist zu erreichen unter Tel. (0 15 77) 88 13 918. Am Sonnabend soll es losgehen. Sie wird von einem zweiten Fahrer begleitet, immerhin müssen 1300 Kilometer für eine Strecke zurückgelegt werden. An der ukrainischen Grenze sollen die Spenden an Ehrenamtliche übergeben werden, die dann die Verteilung übernehmen. Am Sonntag will sie wieder zurück nach Deutschland fahren.

„Sie kriegen es einfach in die Hand gedrückt“

Es seien bereits viele Spenden zusammengekommen, sagt Halyna Yatsyshyn. Vor allem mit Lebensmitteln, Medikamenten und Drogerieartikeln seien sie bis jetzt relativ gut versorgt. Es fehlt an einer anderen Stelle: Kugelsichere Schutzwesten und Helme werden dringend benötigt. In ihrer Heimatstadt im Westen der Ukraine verteile die Bürgermeisterin Waffen an jeden, der sich freiwillig meldet. „Sie kriegen es einfach in die Hand gedrückt“, sagt Halyna Yatsyshyn. Schutzausrüstung gebe es allerdings kaum. Geldspenden würden benötigt, um Westen und Helme zu kaufen. Noch sei es dort relativ ruhig. Jedoch sei ein etwa 30 Kilometer entfernter Flughafen bereits bombardiert worden.

Als Halyna Yatsyshyn vom Angriff Russlands auf die Ukraine erfuhr, gingen ihre Gedanken sofort zu ihrer Familie. „Ich fahre hin und helfe ihnen“, war ihr erster Impuls. Sie habe sich dann aber von ihren Verwandten überzeugen lassen können, dass sie von Deutschland aus besser helfen könne. „Viele Kinder haben auch ihre Eltern verloren, vielleicht kann ich eines aufnehmen“, sagt sie.

Bei der Fahrt am Wochenende soll es nicht bleiben. Wenn genügend Spenden zusammenkommen und die Stadt weiterhin die Kosten für den Transport übernimmt, wolle sie auch in der kommenden Woche wieder zur ukrainischen Grenze fahren, sagt Halyna Yatsyshyn. Aber selbst wenn die Spenden keinen Transporter füllen: Dann will Halyna Yatsyshyn die Spenden zu einem ukrainischen Verein in Hannover bringen. Denn jede Hilfe ist entscheidend.

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