Osnabrück

Russland-Ukraine-Konflikt: Für Anleger kein Grund zur Panik

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 01.03.2022 09:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Frankfurter Börse: Die Sanktionen gegen Russland sind auch an den Finanzmärkten zu spüren. Foto: Arne Dedert/dpa
Frankfurter Börse: Die Sanktionen gegen Russland sind auch an den Finanzmärkten zu spüren. Foto: Arne Dedert/dpa
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Der Russland-Ukraine-Konflikt setzt auch die Finanzmärkte unter Druck. Doch Panik wäre jetzt ein schlechter Ratgeber. Langfristig orientierte Anleger können ohnehin gelassen reagieren.

Die Börse verursacht in diesen Tagen mehr denn je ein unberechenbares Wechselbad der Gefühle. Beispiel DAX: Erst stürzte der Deutsche Leitindex um gut 500 Punkte ab, dann folgte eine kräftige Erholung, ehe er wieder absackte. Dabei klingt es paradox, ja fast zynisch: Russische Truppen dringen immer weiter in die Ukraine vor, Menschen werden verletzt oder gar getötet, und die Börse reagiert zeitweise mit Kursgewinnen. Doch so funktionieren Aktienmärkte, gehandelt wird stets die Zukunft.

Dass Anleger angesichts dieser Unsicherheiten ihr Geld abziehen, raus aus den schwankungsanfälligen Aktien und in sichere Anlageformen wie Staatsanleihen, Schweizer Franken und Gold investieren, ist ein bekanntes Muster und wenig überraschend. 

Dabei könnten gerade Anleger mit einem längeren Anlagehorizont eigentlich gelassen reagieren. Und das gleich aus mehreren Gründen.

Erstens lassen sich Krisen mit einem breit gestreuten Portfolio auf lange Sicht meist aussitzen, wie historische Daten zeigen. Gerade bei Aktien gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto sicherer die Ertragsaussichten. Wer Aktien in dieser Zeit hingegen abstößt, opfert damit nicht nur seine Anlagestrategie und entsprechenden -erfolg, sondern macht auch mögliche aktuelle Buchverluste real. Zugleich gibt es keine Chance mehr, das Minus bei einer Erholungsbewegung wieder auszugleichen. Verkauft ist verkauft.

Zweitens sind Aktien die nach wie vor aussichtsreichste liquide Anlageklasse. Die Zinsen auf sichere Anlagen wie Tagesgeld, Anleihen und Co. sind noch immer niedrig und in Kombination mit einer hohen Inflation ein sicheres Verlustgeschäft.

Drittens kommt der so genannte Durchschnittskosteneffekt zum Tragen: Wer regelmäßig über einen Sparplan monatlich eine feste Summe in ETFs oder Aktien investiert, bekommt in Krisenzeiten wie diesen mehr Anteile für sein Geld − denn die Kurse sind deutlich gefallen.

Und viertens war Panik noch nie ein guter Ratgeber. Der österreichische Kabarettist Karl Farkas hat es einmal auf den Punkt gebracht: „Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen.“

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