Aurich
Flüchtlinge aus der Ukraine könnten Unterkunft in Aurich finden
Der Landkreis Aurich sucht nach möglichen Unterkünften für Flüchtlinge aus der umkämpften Ukraine. In den Blick kommt dabei auch wieder eine ehemalige Notunterkunft in Aurich.
Aurich - Die ehemalige Blücherkaserne könnte wieder zur Unterkunft für Flüchtlinge werden. Denn auch der Landkreis Aurich bereitet sich darauf vor, Ukrainer aufzunehmen, die vor dem russischen Angriff auf ihre Heimat in Richtung Westen fliehen.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat bei der Stadt Aurich bereits wegen der Kaserne angefragt. Das bestätigt Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage. Es habe am vergangenen Freitag dazu eine Videokonferenz gegeben. Laut Stromann hat die Stadt Aurich aber noch keine Teile der Kaserne erworben. Die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben liefen, seien aber noch nicht abgeschlossen.
Ertüchtigung der Kaserne technisch möglich
Technisch, so Stromann, sei eine erneute Ertüchtigung der Kaserne für Flüchtlinge sicher machbar. Das scheint auch der Landkreis Aurich so zu sehen.
Wenn es darum geht, Flüchtlinge zu versorgen, ist der Landkreis Aurich die zuständige Behörde. Dementsprechend ist die Kreisverwaltung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits aktiv geworden. Im Kreisgebiet werden laut Sprecher Nikolai Neumayer seit Montag sämtliche Gebäude begutachtet, die eventuell als Unterkunft in Frage kommen. Darunter sei auch die ehemalige Notunterkunft Utlandshörn. Dort habe am Montag eine Besichtigung stattgefunden.
Utlandshörn: Jetzige Bewohner müssten erneut umziehen
In Utlandshörn wurden im Verlauf der Flüchtlingskrise 2015 Hunderte Menschen untergebracht. Die alte Küstenfunkstelle von Norddeich Radio diente ebenso diesem Zweck wie zum Beispiel die alte Schule in Wiegboldsbur oder die Auricher Blücherkaserne. Aber: In der ehemaligen Funkstelle sind aktuell Bewohner der Ostfriesischen Beschützenden Werkstätten (OBW) aus Bedekaspel untergebracht. Sie mussten ihre ehemalige Unterbringung verlassen, nachdem dort in einem Raum eine Decke eingestürzt war. Sollen in Utlandshörn wieder Flüchtlinge aufgenommen werden, müssten die OBW-Bewohner erneut umziehen.
Die alte Blücher-Kaserne wurde 2015 von den Johannitern aufwändig für die Bewohner hergerichtet. Denn zuvor hatten die Gebäude lange Zeit unbeheizt und nicht gelüftet leer gestanden. Heizmöglichkeiten mussten wieder hergestellt, Wasserrohre mussten entkeimt werden. Schon 2016 bauten die Johanniter wieder alles ab. Seitdem stehen die Häuser rund um das imposante Divisionsgebäude wieder leer. Die Stadt Aurich treibt die Planungen für die Umgestaltung des 40 Hektar großen Geländes in einen neuen Stadtteil voran. Erworben hat die Stadt aber noch nichts. Lediglich einige Häuser wie die alte Kapelle wurden bereits wegen Baufälligkeit dem Erdboden gleich gemacht.
Kreissprecher Nikolai Neumayer widerspricht einer Nutzung der Kaserne als Notunterkunft auf ON-Nachfrage nicht ausdrücklich. Er betont allerdings nochmals, dass der Kreis händeringend Wohnungen für Flüchtlinge sucht. Schon vor dem Ukraine-Krieg habe es nicht genug Wohnungen für Asylbewerber gegeben. Der russische Angriff und die damit verbundene Flüchtlingswelle habe die Lage noch verschärft.