Fußball
Schock in der Nachspielzeit für Auricher B-Juniorinnen
Die Auricher B-Juniorinnen lieferten dem Deutschen Meister Wolfsburg beim 1:2 in der Fußball-Bundesliga einen großen Kampf. Bis zur Nachspielzeit stand es 1:1.
Aurich - Lange stand SpVg-Trainer Stefan Wilts in der Nähe des Mittelkreises und redete auf seine Spielerinnen ein. Die B-Juniorinnen blickten enttäuscht auf den Boden, einige schüttelten immer wieder den Kopf oder vergossen das ein oder andere Tränchen. Über die gesamte Spieldauer hatten sie dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Nord die Stirn geboten und waren sogar durch Ana-Carolin Hoffmann in der ersten Halbzeit in Führung gegangen. In den Schlusssekunden stürmte die Wolfsburgerin Hedvig Helling alleine auf das SpVg-Tor zu und entriss den Auricherinnen mit dem 2:1 auch noch den verdienten Punktgewinn.
Punkt wäre verdient gewesen
Besonders Emily Reens war untröstlich nach dem Spiel. Sie hatte Mitte der zweiten Halbzeit einen Kopfball im eigenen Strafraum unglücklich verlängert, den VfL-Nationalspielerin Chiara-Sophie Siberstorff zum zwischenzeitlichen Ausgleich nutzte. Trainer Wilts verfolgte die letzten Minuten ruhig von der Trainerbank aus. Und auch am Tag nach der unglücklichen Niederlage zog er ein versöhnliches Fazit. „So ist eben Fußball. Für uns ist die Niederlage kein Beinbruch. Ein Punkt wäre aber verdient gewesen und auch eine Art Bestätigung für unsere Arbeit“, sagte SpVg-Trainer Wilts.
Die Marschroute gegen den Meister war ungewöhnlich. Keine durchgängige Abwehrschlacht, sondern Mut und Spaß forderte Wilts von seinen Spielerinnen. Und die B-Juniorinnen hörten auf ihren Trainer. Zwar war der Meister häufiger am Ball, doch die Auricherinnen setzten immer wieder kleine Nadelstiche in die beste Abwehr der Liga. In der 20. Minute besaß Aurich die erste gute Chance des Spiels, Hoffmann prüfte die VfL-Torhüterin mit einem satten Fernschuss. Nur fünf Minuten später durfte die Auricher Torjägerin mit ihren Mitspielerinnen über das 1:0 jubeln. Die Jeveranerin hatte sich im Strafraum gegen ihre Gegenspielerin durchgesetzt und zum elften Mal getroffen.
Mutig nach vorne gespielt
Von Wolfsburg kam nicht viel. Der Ball lief zwar gefällig durch die Reihen, doch die SpVg-Abwehr ließ kaum Chancen für den Deutschen Meister zu. Im Gegenteil: Die Auricher hätten in ihrer besten Phase kurz vor der Halbzeit noch ein Tor nachlegen können. „Daran müssen wir künftig auch noch arbeiten, dass wir uns nicht auf einem 1:0 ausruhen“, so Trainer Stefan Wilts.
In der zweiten Halbzeit investierte Wolfsburg mehr in das Spiel, der Ausgleich war folgerichtig, aber in seiner Entstehung äußerst unglücklich für die Auricherinnen. Reens fälschte einen Kopfball unglücklich ab, Siberstorff ließ sich die Chance zum Ausgleich nicht nehmen. Wilts wähnte die Wolfsburgerin im Abseits, doch der Linienrichter, der zunächst die Fahne gehoben hatte und sich per Funk mit Schiedsrichterin Anja Klimm abgesprochen hatte, klärte den SpVg-Trainer schnell auf. „Sie hatten Recht mit der Entscheidung“, lobte Wilts das Gespann.
Selbst nach dem Ausgleich versuchten die Auricherinnen nicht, den Punktgewinn zu verwalten. Diese mutige Grundhaltung kostete am Ende eben diesen einen Punkt. Mit allzu großer Euphorie liefen die Spielerinnen in der dritten Minute der Nachspielzeit in den entscheidenden Konter. „Ich hatte ihnen gesagt, sie sollen nach vorne spielen, egal was kommt“, so Wilts. Am kommenden Wochenende spielen die Auricherinnen beim Harburger TB, eine Woche später kommt Werder Bremen zum Spiel nach Aurich.