Moskau
Kriegerischer Kurs: Russische Promis distanzieren sich von Putin
Mit seinem Machthunger und den kriegerischen Aktionen in der Ukraine, hetzt Russlands Präsident Vladimir Putin nicht nur einen Großteil der westlichen Welt gegen sich auf. Auch viele russische Prominente distanzieren sich ganz klar von den Absichten und Menschenrechtsverletzungen des Machthabers.
Putin spielt ein gefährliches Spiel, das die friedensorientierte Weltordnung auf den Kopf stellt. Damit setzt er sich nicht nur dem Zorn der westlichen Welt aus. Auch sein eigenes Land steht keinesfalls geschlossen hinter ihm. Viele Prominente aus Russland setzen jetzt auf Twitter, Instagram und Co. klare Statements und machen deutlich: „Wir wollen keinen Krieg!“ Der Chef des Moskauer-Büros der „Financial Times“, Max Seddon, hat einige Beiträge bekannter russischer Stars herausgesucht und übersetzt.
Die ukrainische Pop-Sängerin Svetlana Loboda ist auch in weiten Teilen Russlands sehr bekannt. Gestern postete sie auf ihrem Instagram-Kanal ein Bild von ihrem Gesicht, das in den Farben der ukrainischen Flagge erscheint. Mit der Unterschrift: „Mein Herz ist gebrochen. Ich bin seit 5 Uhr morgens mit meinen Liebsten in Kontakt. Wie ist sowas möglich? Gott, stoppe das alles! Ich bin nur am weinen.“
Der russiche Moderator, Schauspieler und Musiker Iwan Andrejewitsch Urgant ist in seiner Heimat vielen Menschen vor allem durch seine Late-Night-Show „abendlicher Urgant“, bekannt. Genau diese Heimat wurde in den vergangenen Wochen auf den Kopf gestellt. Dass Urgant mit dem Verhalten Putins keineswegs einverstanden ist, zeigte ein gestriger Instagram-Post. Das Bild ist komplett schwarz, darunter schreibt der Fernseh-Moderator: „Angst und Schmerz. NEIN zum Krieg.“
Auch Maxim Galkin, russischer Moderator, Comedian und Sänger, versucht seine Gedanken auf Social Media in Worte zu fassen. Er postet ebenfalls ein schwarzes Bild und macht in der Unterschrift auf die Situation in der Ukraine aufmerksam: „Ich spreche seit heute Morgen mit Freunden und Verwandten in der Ukraine. Ich finde keine Worte um auszudrücken, was ich fühle! Wie kann so etwas sein? Es gibt keine Legitimation für Krieg! Nein zum Krieg!“
Die Eiskunstläuferin Evgenia Medvedeva verdeutlichte ebenfalls auf Instagram, wie sehr sie sich nach einem Ende der Gewaltakte sehnt, die der russische Machthaber veranlasst hatte. Sie postete in ihrer Story auf der Plattform ein schwarzes Bild mit einem Satz: „Ich hoffe, das alles endet so schnell wie möglich, wie ein böser Traum.“ Darunter: Eine einzelnes Tauben-Emoji mit Ölzweig im Schnabel. Ein Symbol für Frieden, auf den neben ihr wohl Millionen anderer Menschen hoffen.
Der georgisch-russische Popstar Valery Meladze wendet sich in einem Video auf Instagram an Putin: “Heute ist etwas passiert, das niemals hätte passieren sollen. Die Geschichte wird alles eines Tages verurteilen. Jetzt möchte ich dich bitten, militärische Aktionen zu stoppen und dich hinzusetzen und zu verhandeln.”