Aurich

Kita-Leitungen wären gerne eingebunden worden

| | 22.02.2022 19:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch in der Kita Upstalsboom sorgen sich die Mitarbeiter. Foto: Romuald Banik
Auch in der Kita Upstalsboom sorgen sich die Mitarbeiter. Foto: Romuald Banik
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Der Landkreis Aurich Kreis kündigte am Montag die Übernahme sämtlicher Kindertagesstätten an. Dabei sind wichtige Fragen für die Einrichtungen noch ungeklärt.

Aurich - Die Aufregung in den Auricher Kitas ist seit Montagabend groß. Seit der Ankündigung von Landrat Olaf Meinen im Finanzausschuss, dass der Kreis die Kitas künftig wieder selbst übernehmen will, sorgen sich Leitungen und Mitarbeiter darüber, wie es weitergeht. Das bestätigte auch Patricia Janßen den ON. Sie ist Leiterin der Kita Upstalsboom und Vertreterin der Auricher Kindergärten im Auricher Stadtrat.

Das Problem: Niemand hat im Vorfeld mit den Kitas gesprochen. Sie erfuhren aus der Presse von dem Vorhaben. „Das ist erstmal befremdlich, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt“, sagte sie den ON. Was konkret hinter dem Vorschlag stecke, könne sie noch gar nicht absehen. „Für uns erschließt sich nicht, wer davon profitieren soll“, sagte Janßen. Bei ihr und ihren Mitarbeitern ist die Sorge groß, dass „Sachen wegfallen, die man sich über Jahre erarbeitet hat“. Sorgen bestehen auch rund um die Frage, was mit der in Aurich obligatorischen dritten Kraft in Kita und Hort wird? Denn, so hatte es der Kreis angekündigt, es sollen einheitliche Standards im gesamten Kreis geschaffen werden. Ob das bedeutet, dass alle eine dritte Kraft bekommen, oder aber die Auricher die dritte Kraft verlieren, ist offen. Wie so vieles andere. „Es müssen noch ganz viele Fragen beantwortet werden“, sagte Janßen.

Kirchenkreisverband bleibt gelassen

Am Mittag traf sie sich bei einer Videokonferenz mit zwölf Kita-Leitungen aus Aurich. Die einhellige Meinung laut Janßen: Alle hätten sich gewünscht, vorher informiert und mit ins Boot geholt zu werden. Jetzt müssten sie abwarten, welche Informationen vom Kreis kämen. Die Unsicherheit bleibe, so Janßen, weil Kitas grundsätzlich Defizitbetriebe sind. „Eigentlich müssen wir davon ausgehen, dass unsere Standards mindestens so erhalten bleiben. Dann aber müsste der Landkreis aufsatteln“, so Janßen. Ob der Kreis sich das leisten wird, bleibt abzuwarten.

Der Kirchenkreisverbandes Ostfriesland-Nord betreibt elf Kitas im Kreis Aurich – von Norden bis Timmel. Doch der Verband geht nicht davon aus, dass ihn die Übernahme der Kitas durch den Landkreis stark betrifft. „Das ist ein Kriegsschauplatz zwischen dem Landkreis und den Kommunen“, sagte der stellvertretende Leiter des Kirchenkreisamts, Jens Ottersberg. Er gehe davon aus, dass der Landkreis die Verträge, die die Kirche bislang mit den Kommunen hat, dann einfach weiterführt. Ottersberg wollte die Ankündigung von Landrat Olaf Meinen, die Kitas zu übernehmen, inhaltlich nicht bewerten. Er appellierte aber an die Beteiligten, das Thema zu „versachlichen“.

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