Brookmerland
Ärger wegen Stimmungsmache mit „Gefängnismauer“
Politiker verurteilen die Darstellung einer angeblich notwendigen Schallschutzwand am alten Sportplatz. Und es gibt weitere Kritik.
Brookmerland - Im andauernden Brookmerlander Sportstättenstreit haben CDU, BWG/SEB, und BfB der Verwaltungsspitze und der Ratsmehrheit vorgeworfen, die Öffentlichkeit gezielt zu verunsichern. SPD, die Wählergruppe „Moin“ und Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) erfänden immer wieder neue Begründungen, um die Sanierung des vorhandenen Sportzentrums in Upgant-Schott abzulehnen, heißt es in einer Mitteilung und weiter: „Dabei schreckt man auch nicht davor zurück, die Bürger mit einem visuellen Foto in Angst und Schrecken zu versetzen.“
Damit gemeint ist eine in öffentlicher Ausschusssitzung gezeigte Visualisierung einer 400 Meter langen und fünf Meter hohen Lärmschutzwand, die angeblich für rund eine halbe Million Euro errichtet werden muss, um ein Wohngebiet vor Lärm zu schützen. Eine solche „Betonmauer“ sei frei gewählt und sonst nur bei einer Justizvollzugsanstalt oder an Autobahnen zu finden. Wenn tatsächlich ein Lärmschutz erforderlich sei, was bezweifelt werde, gebe es andere Möglichkeiten. Beispielhaft werden als Alternative ein gedämmter Ballfangzaun oder festgelegte Nutzungszeiten genannt.
Planverfahren angeschoben
Abgesehen davon, so CDU, BWG/SEB und BfB, habe der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Upgant-Schott das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans, mit dem eine Umwandlung des alten Sportplatzes in Wohnbebauung ermöglicht werden soll, erst jetzt angeschoben. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange seien erst noch einzuholen. Damit lasse sich zurzeit noch gar nicht sagen, welche Auflagen und Bedingungen zu erfüllen seien.
Als „unglaubwürdig“ empfinden die politischen Gruppierungen auch, dass im Fall einer Sanierung ein kostenintensiver Bodenaustausch eingeplant werde, dieser bei einer intensiven Bebauung mit Wohngebäuden und der Anlegung von Straßen offensichtlich nicht beabsichtigt sei. „Den Käufern wird also zu einem hohen Kaufpreis ein mooriger Boden angeboten“, heißt es in der Mitteilung. Zur Erinnerung: Befürworter des Plans glauben, pro Quadratmeter Boden einen Kaufpreis von 100 Euro erlösen zu können.
Widersprüchliche Kostenschätzungen
Apropos Preis: Nicht nachvollziehen können CDU, BWG/SEB und BfB die offenkundigen Widersprüche in den Kostenschätzungen. Während der Finanzfachmann der „Moin“-Gruppe, Hajo Janssen, in der Samtgemeinderatssitzung am 20. Januar von Kosten von 7,1 Millionen Euro für einen Sportplatz-Neubau in Marienhafe ausgegangen sei, präsentiere ein Bauamtsmitarbeiter in der Finanzausschusssitzung wenige Wochen später die Summe von 5,5 Millionen Euro.
CDU, BWG/SEB, BfB vertreten nach wie vor die Auffassung, dass eine Sanierung des vorhandenen Sportzentrums für rund 2,4 Millionen Euro möglich und im Sinne der Bürger im Brookmerland ist. Ein Verzicht darauf wäre ein später nicht zu korrigierender Fehler, heißt es in der Mitteilung.