E-Football
Aurich: Virtueller Fußball feiert Premiere
Der Kreissportbund Aurich richtet erstmals ein E-Footballturnier in Aurich aus. Das Finale wird an einem besonderen Ort ausgetragen.
Aurich - Der Kreissportverbund Aurich wagt eine Premiere. Der KSB veranstaltet ein virtuelles Fußballturnier um den EWE-Fifa Cup 22. Es beginnt am Sonntag, 13. März, um 19 Uhr. Es gibt keine Begrenzung des Teilnehmerfeldes. Interessierte Vereine aus Aurich können sich auf www.ewe-fifa-cup.de anmelden. Das Mindestalter ist 16 Jahre. Dem Sieger winken 300 Euro Preisgeld für die Vereinskasse.
„Wir haben stets die Entwicklungen im Sport im Blick“, meint Sportreferent Olav Görnert-Thy und spricht von einem „europaweiten Trend“. Überzeugt habe ihn dabei ein E-Sports Turnier im Frühjahr 2021 in Kooperation mit dem Kreissportbund Emsland und dem NFV Kreis Emsland. Nach Ansicht von Görnert-Thy ist der virtuelle Fußballplatz bei der Jugend äußerst beliebt. Deshalb will sich der Kreissportbund mit dem Turnier der Jugend von heute öffnen. Dieser Wettbewerb sei am Ende ein „Spaß-Turnier“, bei dem die Betreiber Erfahrungen sammeln. Ob diese Turniere regelmäßig stattfinden, ist laut Görnert-Thy noch ungewiss.
Finale auf großer Bühne
Zuschauer können das Event live auf der Streamingplattform „Twitch“ verfolgen. Ein Spiel ist 20 bis 30 Minuten lang. Das Finale soll am Mittwoch, 6. April, live auf dem Fernsehsender emsTV inklusive Siegerehrung ausgestrahlt werden. Hierfür verwandelt sich das Auricher Kino in ein virtuelles Stadion. Die Konsolen werden im Saal aufgebaut, um diese Veranstaltung in Präsenz stattfinden zu lassen. Eine Regie kümmert sich um die Übertragung.
E-Football wird aktuell auch beim Deutschen Olympischen Sportbund heiß diskutiert, meint Phillippe-Maurice Olsson, E-Football Beauftragter Niedersächsischer Fußballverband. Der digitale Fußball hat zuletzt keinen großen Zuwachs verzeichnet, dennoch ist er zuversichtlich, dass sich dies ab der nächsten Saison im November bessern wird.
Vorreiter Suurhusen
In Ostfriesland gibt es viele Vorreiter. „SV Concordia Suurhusen ist sehr engagiert im Bereich des E-Football“, erzählte Olsson. Zudem seien in Norddeutschland bereits seit mehreren Jahren viele professionelle Strukturen vorhanden wie Strafkataloge und Liga-Systeme. Gespielt wird meist im 90er-Modus. Dabei ist jede Mannschaft gleich stark. Ein Spieler, der mit dem FC Bayern spielt, hätte also keine Vorteile gegenüber Zweitligisten.
„Der Fußball steht im Vordergrund, auch bei der Preisgeldausschüttung.“ Auf Bezirksebene würden im Ligawettbewerb bereits 1200 Euro und im Pokalwettbewerb 500 Euro verteilt werden. Dennoch gäbe es immer wieder Hindernisse, vor die die Verantwortlichen gestellt werden. Dazu zählten Verbindungsabbrüche, die das Spielerlebnis beeinträchtigten. „In den letzten drei Jahren bemerkt man, dass EA Sports, der Herausgeber von Fifa 22, sich vermehrt auf den Ultimate Team Modus (UTM) fokussiert“, ärgert sich Olsson. UTM deshalb, weil es lukrativ für das Unternehmen sei und es damit Gewinne einstreiche. Olsson wünsche sich aber wieder eine gewisse Nähe den Spielern gegenüber.
Beim UTM können die Spieler Pakete öffnen und Fußballspieler für ihr Team gewinnen, ähnlich wie Panini-Sticker. Diese Pakete kann ein Spieler auch mit Echtgeld kaufen. Anschließend kann er mit seinem Team online oder offline antreten und sich Belohnungen erspielen. Olsson macht sich stark für die E-Sport-Szene. „Gerade aufgrund des Mitgliederschwundes in den Vereinen ist es wichtig, neue Anhänger zu locken“, argumentiert er. Auch Concordia Suurhusen habe dieser Entwicklung mit E-Football erfolgreich entgegengewirkt.