Upgant-Schott

Gegenwind für Bauen an der Mühle

| | 17.02.2022 21:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein neuer Bebauungsplan soll Bauen westlich wie östlich (Foto) der Sterrenberg-Mühle in Upgant-Schott ermöglichen. Foto: Thomas Dirks
Ein neuer Bebauungsplan soll Bauen westlich wie östlich (Foto) der Sterrenberg-Mühle in Upgant-Schott ermöglichen. Foto: Thomas Dirks
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Die Ratsmehrheit in Upgant-Schott hat Pläne für die Gestaltung des Umfelds der Sterrenberg-Mühle – was sie vorhat, lässt Kritiker auf die Barrikaden gehen.

Upgant-Schott – Auf harsche Kritik stößt, was die Mehrheit aus SPD und Wählergruppe „Moin“ im Rat der Gemeinde Upgant-Schott im Umfeld der Sterrenberg-Mühle vorhat: Auf den Freiflächen westlich und östlich des Gemeinde-Wahrzeichens wollen sie künftig Wohnbebauung ermöglichen. Wie berichtet, hat die Gemeinde das Wahrzeichen, seine Nebengebäude und die zugehörigen Landflächen im vergangenen Jahr für 632.000 Euro gekauft. Einen Teil des Kaufpreises wolle man wieder „hereinholen“, indem man dort Baugrundstücke verkaufe, erklärt Bürgermeister Günter Winter (SPD). Um dafür und für die Dorferneuerung planen zu können, sei beschlossen worden, für diese Bereiche einen Bebauungsplan aufzustellen.

Die Ratsminderheit schäumt. Mit ihr sei das nicht zu machen. Den von SPD und „Moin“ in der Sitzung des Verwaltungsausschusses in der vergangenen Woche gefassten Beschluss trage sie nicht mit, teilten die Sprecher Fabian Roolfs (Brookmer Wählergemeinschaft, BWG) und Hermann Rühaak (Bündnis für Brookmerland, BfB) mit.

Mit Vereinen nicht abgesprochen

Was sie ärgert: Mit dem Mühlenverein, der sich um den Erhalt der Mühle kümmert, und dem Klootschießer- und Boßelverein „Goode Trüll“, der das Müllerhaus als Vereinsheim nutzt, sei das bisher nicht besprochen worden. Auch seien Einzelheiten des Plans nicht dargelegt worden. „Die Aufstellung eines Bebauungsplanes vor und hinter der Mühle bedeutet einen groben Eingriff in den sensiblen Charakter des heutigen Ortsbilds und macht die Arbeit und Mühe des Mühlenvereins zunichte“, so Roolfs.

Das einmalige Ensemble aus Mühle, Müllerhaus und Müllerknechthaus stelle in der Gemeinde und darüber hinaus eine Besonderheit dar, die durch die geplanten Veränderungen an Wert und Bedeutung verlieren würden. Die bisherige Arbeit und das Anliegen der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sowie die umfangreiche Förderung würden damit in Frage gestellt und nicht anerkannt, kritisiert die BWG/BfB-Gruppe. Es sei die Aufgabe aller, sich mit Nachdruck für die unveränderte Erhaltung und Bewahrung des Ensembles und seines Umfeldes einzusetzen, fordern sie.

80 bis 100 Grundstücke

Die Gemeinde Upgant-Schott benötige keine weiteren Bauplätze. Der Bedarf sei gedeckt, heißt es. Kritik üben BWG und BfB an der Entscheidung von SPD und „Moin“, einen Bebauungsplan für den zweiten Abschnitt des Baugebiets „Sikahammer Fenne“ aufzustellen und die Verwaltung damit zu beauftragen, die benötigten Flächen zu kaufen. Damit würde die Gemeinde in der Sikahammer Fenne insgesamt 80 bis 100 Grundstücke für Bauwillige vorhalten.

Um das Bauland zu kaufen und zu erschließen, werde die Gemeinde aufgrund hoher anfallender Kosten weitere Schulden aufnehmen müssen, warnen BWG und BfB. Hintergrund: Da die Samtgemeinde finanziell nicht mehr in der Lage ist, die Erschließungskosten für Bauflächen aufzubringen, müssen Gemeinden, in diesem Fall die Gemeinde Upgant-Schott, die Kosten hierfür übernehmen. „Das bedeutet, dass die Gemeinde immer tiefer in die roten Zahlen abrutschen wird“, so Rühaak.

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