Aurich
Discos: Öffnung rückt für viele in weite Ferne
Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen sieht vor, Diskotheken ab 4. März wieder zu öffnen. Im Landkreis Aurich nutzen die Wenigsten diese Chance. Das liegt besonders an einer Auflage.
Aurich - Eigentlich könnten Diskotheken-Betreiber aufatmen. Das Land Niedersachsen sieht im Entwurf zur neuen Corona-Verordnung vor, dass Clubs und Discos ab 4. März wieder öffnen dürfen. Doch davon machen im Landkreis Aurich die wenigsten Unternehmen Gebrauch. „Wir stehen in den Startlöchern. Aber mit der Verordnung rückt eine Öffnung in weite Ferne“, sagt Uwe Janssen, Geschäftsführer der Disco Aurum in Middels. Denn die Auflagen seien immer noch zu hoch. Um feiern zu dürfen, müssen die Menschen genesen, geimpft und entweder zusätzlich getestet oder geboostert sein (2G-PLus). „Damit kämen wir klar“, sagt Uwe Janssen auch mit Blick auf das eigene Testzentrum vor der Tür. Doch die Pflicht, ständig eine FFP2-Maske zu tragen, sei absurd. Denn diese darf genau wie in der Gastronomie nur im Sitzen abgenommen werden. „Damit sind wir da, wo wir im November 2021 auch schon waren“, bedauert Janssen. Auch damals entschied sich das Team, das Aurum zu schließen.
„Befreites Feiern ist so nicht möglich“, sagt Janssen. Er ist enttäuscht und hätte ein anderes Signal aus Hannover erwartet. Denn auch der Verband für das Deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe (Dehoga) hatte immer wieder verdeutlicht, dass unbeschwertes Feiern wieder möglich sein müsse. Unter dieser Regelung sei ungewiss, wie viele Gäste überhaupt in die Disco kommen. Und das wiederum sei völlig unwirtschaftlich. „Der Spuk muss ein Ende haben. Es darf keine Maskenpflicht und Abstände in Discos mehr geben“, fordert Janssen. Er wartet nun ab, was sie nach dem 20. März, wenn die meisten Beschränkungen fallen sollen, erwartet. „Die Maske bleibt, garantiert“, fürchtet er. Auf seiner Seite könnte er dabei Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens haben. Denn sie räumte am Rande einer Pressekonferenz ein, dass eine „Maske in Discos nicht realitätsnah“ sei und kündigte an, sich den Entwurf der Verordnung noch einmal kritisch anschauen zu wollen.
Galaxy in Georgsheil trotzt den Auflagen
Im Deckers in Großefehn bleibt die Musik auch erstmal aus. „Wir werden bei 2G-Plus mit Maskenpflicht nicht öffnen. Dieses Konstrukt lässt keinen wirtschaftlichen Betrieb zu – außerdem ist unser Bundesland dafür bekannt, Verordnungen wieder vielfach zu verändern“, sagt ein genervter Hendrik Becker. „Es ist ja nicht so, dass wir nur den Schlüssel umdrehen müssen – wir stehen ja ohne Personal da. Ich möchte niemanden erneut dazu ermutigen, wieder bei uns zu arbeiten, um ihn dann in einigen Wochen wieder zu entlassen“, so der Betriebsleiter. Deshalb öffne das Deckers erst dann wieder seine Türen, wenn die Maske wegfällt und eine stabile Lage, was die Pläne der Politik angeht, abzusehen ist.
Das Team der Diskothek Galaxy in Georgsheil möchte darauf allerdings nicht mehr warten. „Wir werden das Galaxy am 5. März nach der knapp dreieinhalb monatigen Zwangspause wieder öffnen“, bestätigt Marketing-Manager Simon Zielezinski. Dafür müssten nun der Lagerbestand aufgefüllt, die DJs gebucht und das Personal eingeteilt werden. Eine Erleichterung zu den Vorgaben Anfang November gibt es: Die Luca-App wird zur Kontaktverfolgung nicht mehr benötigt. „Die Umsetzung der Vorgaben ist für uns kein Problem, unser Personal kennt die Kontrollabläufe am Eingang bereits“, sagt Zielezinski. „Wir sind froh, wieder öffnen zu dürfen.“ Dennoch hoffe das Team auf zukünftige Lockerungen, wie den Entfall der Maskenpflicht und den Zutritt für Ungeimpfte.
Monika Frieden von der Tiffany Dance and Fun GmbH in Aurich kommentiert den Entwurf der Regierung kurz und knapp: „Das ist ja gar nichts, so bringt das nichts.“ Dennoch werde sie sich die neue Verordnung erst einmal genau ansehen, bevor sie mit ihrer Tochter eine Entscheidung trifft.