Berlin

Wo ist Rebecca aus Berlin? Das ist seit ihrem Verschwinden passiert

Maximilian Matthies, DPA User
|
Von Maximilian Matthies, DPA User
| 17.02.2022 11:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 20 Minuten
Ungeklärtes Verbrechen: Rebecca Reusch ist seit dem 18. Februar 2019 verschwunden. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka/Polizei Berlin
Ungeklärtes Verbrechen: Rebecca Reusch ist seit dem 18. Februar 2019 verschwunden. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka/Polizei Berlin
Artikel teilen:

Seit dem 18. Februar 2019 gilt Rebecca Reusch aus Berlin als vermisst. Damals war sie 15 Jahre alt, jetzt wäre sie 18 und erwachsen. Außer den Eltern hat kaum noch jemand Hoffnung, dass die junge Frau lebend wieder auftaucht. Die Polizei hat die Suche aber auch nach drei Jahren noch nicht aufgegeben. Eine Chronologie des ungelösten Vermisstenfalls.

Das bisher letzte Lebenszeichen von Rebecca Reusch aus Berlin ist ein Foto bei Snapchat, das sie am Morgen des 18. Februar 2019 an ihre Freundin schickt. Eine zurückgesendete Nachricht kommt auf dem Handy der damals 15-jährigen Schülerin nicht mehr an. Rebecca Reusch ist spurlos verschwunden.

Zuletzt gesehen haben soll sie ihr Schwager. Der damals 27-Jährige ist erst am frühen Morgen nach Hause gekommen, seine Frau ist nicht mehr anwesend, sie bringt die zweijährige Tochter in die Kita und geht danach zur Arbeit. Bei dem Schwager im Haus ist aber noch Rebecca, sie hat die Nacht zuvor bei ihrer Schwester auf der Couch verbracht. Die 15-Jährige bereitet sich auf den Tag in der Schule vor – doch dort wird sie nie angekommen. Die Ermittler in dem Fall gehen davon aus, dass die Vermisste das Haus ihrer Schwester nicht lebend verlassen hat.

Für die Staatsanwaltschaft ist der Schwager des Mädchens tatverdächtig. Er soll das 15-jährige Mädchen getötet und die Leiche mit einem Auto Richtung Polen gefahren haben. Zweimal wird der gelernte Koch festgenommen – und wieder freigelassen. Zu den Tatvorwürfen schweigt er. Der Beschuldigte soll lediglich ausgesagt haben:

In den Vernehmungen verstrickt sich der Schwager nach Angaben der Ermittler in Widersprüche. So behauptete er in ersten Gesprächen, er habe zur Zeit des Verschwindens geschlafen. Doch soll es Chat-Nachrichten geben, die nicht mit den von ihm gemachten Angaben übereinstimmen, wie etwa die "Bild"-Zeitung berichtete. Sie sollen geschrieben und empfangen worden sein, als er nach seinen Angaben angeblich schon schlief.

Auch die Journalistinnen Miriam Arndt und Lena Niethammer gehen in ihrem Podcast "Im Dunkeln – der Fall Rebecca Reusch“ auf dieses Detail ein. Demnach soll der Schwager – als er angeblich schlief – noch mit Video gucken beschäftigt gewesen sein. Die Journalistinnen berufen sich auf "Personen, die Akteneinsicht in dem Fall haben". Sie sollen dieses Detail übereinstimmend bestätigt haben.

In dem Investigativ-Podcast kommen auch zwei Ex-Freundinnen des Schwagers zu Wort, die berichten, der junge Mann habe sie damals oft geschlagen, brutal verprügelt und auch eingesperrt, wenn es Streit gab. Angezeigt haben sie ihn nicht, die Vorwürfe sind der Polizei aber bekannt, wie Ermittler bestätigten.

Im Video: Das mysteriöse Verschwinden von Rebecca Reusch aus Berlin

Die Familie hält zu Rebeccas Schwager – obwohl er für die Ermittler immer noch als Tatverdächtiger gilt. Nachweisen können sie ihm aber nichts. Der Verdächtige und seine Anwältin äußerten sich in den vergangenen Jahren nicht, auch auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur gab es keine Antwort. Eine Leiche fehlt weiterhin und ob sie jemals gefunden wird, ist angesichts der fortschreitenden Zeit höchst fraglich.

Die zuständige Mordkommission im Berliner Landeskriminalamt stellt ihre Ermittlungen nicht ein. Mord verjährt nicht und auch in Vermisstenfällen werden die Akten nicht endgültig geschlossen. Aber weiter gekommen ist die Kripo im vergangenen Jahr nicht. „Es gibt leider keine Neuigkeiten in dieser Sache“, teilte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft mit – wie bereits vor einem Jahr.

"Der Fall Rebecca ist für uns kein Cold Case, wir suchen weiter nach Rebecca", sagte Martin Steltner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin in einem Video am 5. Februar 2021. In den vergangenen zwei Jahren habe es Tausende Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, die die Ermittler auswerteten. "Und wir tun dies auch weiterhin." Hinweise darauf, dass Rebecca freiwillig untergetaucht oder entführt worden sein könnte, gab es bislang laut Angaben der Staatsanwaltschaft nicht.

Laut Steltner komme es vor, dass Tötungsdelikte auch nach Jahren noch aufgeklärt werden. "Darauf bauen wir auch im Fall Rebecca."

Das mutmaßliche Verbrechen beginnt in dem Haus des 27-jährigen Schwagers und der ältesten Schwester von Rebecca. Eine mögliche Spur der Vermissten führt bis zu einem Waldstück in Brandenburg.

Seit den Morgenstunden des 18. Februar wird Rebecca vermisst. Die 15-Jährige hat die Nacht zuvor bei ihrer älteren Schwester Jessica (27) übernachtet. Das Einfamilienhaus der Familie liegt in der Maurerstraße, einer ruhigen Wohngegend in Berlin-Briz im Bezirk Neukölln.

Zwischen 6 und 8 Uhr loggt sich das Handy von Rebecca zum letzten Mal in den WLAN-Router im Haus ihrer Schwester ein. Als ihre Mutter sie erreichen will, ist das Handy jedoch bereits ausgeschaltet. Nach Angaben der Polizei befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch Rebeccas Schwager im Haus. Die Ermittler gehen davon aus, dass Rebecca das Haus nicht mehr lebend verlassen hat. Um 9.50 Uhr hätte sie an diesem Tag in ihrer Schule, die etwa vier Kilometer entfernt liegt, sein müssen. Dort kommt sie aber nicht an.

Schon einen Tag nach ihrem Verschwinden schaltet Schwester Vivien (23) über ihren Instagram-Account eine Vermisstenanzeige. Sie veröffentlicht drei Fotos von Rebecca.

Drei Tage nach dem Verschwinden von Rebecca startet die Polizei Berlin eine öffentliche Fahndung nach dem Mädchen. Mit der Veröffentlichung eines Fotos erhoffen sich die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung auf den Verbleib der 15-Jährigen.

Für die Fahndung wählen die Eltern ein Foto ihrer Tochter aus, das ihrem Instagram-Profil entnommen wurde – es ist nicht echt, sondern bearbeitet. Das aufgehübschte Bild sorgt für Kritik in den sozialen Netzwerken. Es kommt die Frage auf, warum die Eltern gerade dieses Foto für die öffentliche Fahndung zur Verfügung stellen. Ein Polizeisprecher sagt dazu: "Wir müssen uns danach richten, Bilder zu nehmen, von denen die Angehörigen sagen, dass sie dem Gesuchten sehr ähnlich sehen." Bei der Auswahl sei man auf die Unterstützung der Familie angewiesen.

In einem Bericht der "Welt" erklärt der Medienpsychologe Jo Groebel, das Foto von Rebecca gebe den Ausschlag für das enorme öffentliche Interesse an ihrem Fall. Er spricht von einer "Ikonisierung" der 15-Jährigen, die auf dem Bild „wie ein Hollywoodstar“ aussehe. Es strahle außerdem noch die Hoffnung auf einen guten Ausgang des tragischen Falls aus – dies sei bei verschwommenen Schwarz-Weiß-Bildern ganz anders. Auch entstehe so etwas wie eine Bindung zu dem mutmaßlichen Opfer.

Die Polizei in Berlin sucht noch mit einem zweiten Foto nach Rebecca. Auch Bilder ihrer zuletzt getragen Kleidungsstücke veröffentlichen die Ermittler.

Es gibt großangelegte Suchaktionen, unter anderem mit Spürhunden und einem Polizeihubschrauber in Berlin. Die Polizei entdeckt dabei ein Kleidungsstück des Mädchens. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um einen Pullover. Das Kleidungsstück soll am Wermuthweg in Neukölln gefunden worden sein.

Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Die umfangreichen Ermittlungen der Mordkommission hätten „den Verdacht einer Straftat erhärtet“, heißt es. Als tatverdächtig gilt laut Polizei Rebeccas Schwager Florian R., der zunächst festgenommen, einen Tag später aber wieder freigelassen wird. Ein Haftrichter sieht keinen dringenden Tatverdacht.

Zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen sind bereits 117 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Rebeccas zweitälteste Schwester Vivien bittet im Internet auf verschiedenen Kanälen um Hilfe und Unterstützung bei der Suche. Mit der Unterstützung von Helfern verteilt sie kopierte Flugblätter mit dem Foto von Rebecca.

Kriminaltechniker durchleuchten Haus und Grundstück der Schwester in Berlin-Britz, wo sich Rebecca vor ihrem Verschwinden zuletzt aufgehalten hatte. Mehrere Polizisten in weißen Schutzanzügen sind im Einsatz.

"Da es nach wie vor keinerlei Lebenszeichen von der Vermissten gibt, ist inzwischen davon auszugehen, dass Rebecca Opfer eines Tötungsdeliktes wurde", erklärt die Polizei. Es werde weiter alles getan, um sie zu finden.

Rebeccas Schwester startet eine private Suchaktion nach der Vermissten. Zusammen mit Freunden und Bekannten begibt sich die Familie in Berlin auf die Suche nach dem jungen Mädchen. Mehr als ein Dutzend Menschen durchkämmen den Ortsteil Alt-Buckow, zum Teil mit dem Fahrrad. Einige haben Flugblätter mit einem Foto der Schülerin dabei. Die Suche bleibt ohne Erfolg.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage nimmt die Polizei den 27-jährigen Schwager von Rebecca fest. Nun liegt auch ein Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags gegen den gelernten Koch vor. Nachdem die Staatsanwaltschaft Berlin Beschwerde gegen die Freilassung eingelegt hatte, hat der Ermittlungsrichter angesichts der gemeinsamen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei Berlin antragsgemäß Haftbefehl erlassen.

Gegenüber der "Berliner Zeitung" äußert sich der Vater von Rebecca zu den Umständen des Verschwindens seiner Tochter – den tatverdächtigen Schwiegersohn nimmt er in Schutz.

Die Situation ist für die Familie enorm belastend.

Zu den Ermittlungen gegen seinen Schwiegersohn meint der Fliesenlegermeister: "Den haben sie bei der Polizei ordentlich durch die Mangel genommen.“ Dass seine Tochter von Zuhause abgehauen sein könnte, schließt der 55-Jährige aus.

Die Hinweise auf eine mögliche Täterschaft des in U-Haft sitzenden Schwagers verdichten sich. Im Kofferraum seines himbeerroten Renault Twingo werden Haare von Rebecca und Faserspuren einer Decke gefunden, diese hatte die 15-Jährige am Tag ihres Verschwinden bei sich.

Der Mann von Rebeccas Schwester soll ausgesagt haben, dass er am Morgen des 18. Februar um 5.45 Uhr nach einer Feier nach Hause gekommen sei. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll es Chat-Nachrichten des 27-Jährigen geben, die nicht mit den von ihm gemachten Angaben übereinstimmen. Sie sollen geschrieben und empfangen worden sein, als er nach seinen Angaben angeblich schon schlief.

Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hinweise auf das Auto des Schwagers. Den Ermittlern zufolge wurde das Fahrzeug am Morgen des Verschwindens der 15-Jährigen auf der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von einer Überwachungsanlage erfasst, ebenso am Abend des nächsten Tages. Zu diesen Zeiten habe nur der Schwager Zugriff auf den Wagen gehabt.

Das Erfassungssystem der Brandenburger Polizei mit der Bezeichnung KESY registriert alle Nummernschilder vorbeifahrender Autos. Es wird zur Fahndung und zur Aufklärung von Fahrzeug-Diebstählen eingesetzt. Die Polizei hält die Standorte geheim, aber nach Informationen von Datenschutzorganisationen soll sich die Überwachungsstelle an der A12 zwischen den Ausfahrten Storkow und Fürstenwalde befinden. Das ist etwa 50 bis 60 Kilometer südöstlich des Berliner Wohnhauses, wo Rebecca bei ihrer Schwester übernachtete. Wie weit der Twingo dann noch weiter Richtung Frankfurt/Oder fuhr, ist nicht bekannt. Die Berliner Kriminalpolizei hofft auf entscheidende Hinweise aus Brandenburg.

Dazu veröffentlicht die Polizei Fotos des Verdächtigen und einer Decke. Sie fragt, wer das Auto oder den verdächtigen Mann an den Tagen gesehen hat. Auch Informationen zu möglichen Orten, die der Mann in der Gegend kennen könnte, sind wichtig. Außerdem wird nach der Decke, die mit Rebecca verschwand, gefragt.

Der Vermisstenfall ist am Abend auch Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY". Zu Gast ist Michael Hoffmann vom Landeskriminalamt Berlin. Der Ermittler erklärt, der dringend tatverdächtige Schwager von Rebecca sei zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus gewesen. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Router-Daten im Haus des Schwagers.

Weiterlesen: Fall Rebecca: 150 neue Hinweise nach "Aktenzeichen XY"

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten ihn weiterhin für unschuldig – ihre Aussage führt zu neuen Spekulationen.

Der Vater von Rebecca hat eine Bitte an seinen Schwiegersohn.

Bei einer großen Suchaktion durchkämmt die Berliner Polizei ein Waldgebiet in Brandenburg. Eine Hundertschaft Polizisten, Leichenspürhunde und ein Hubschrauber sind etwa 50 Kilometer südöstlich von Berlin nahe dem Ort Kummersdorf bei Storkow im Einsatz, um einem Hinweis nachzugehen.

Rund 90 Berliner Polizisten sind mit langen Stöcken und Schaufeln in dem Kiefern- und Laubwald südlich der Straße zwischen Kummersdorf und dem Nachbardorf Wolzig unterwegs. Beteiligt sind auch Ermittler der Mordkommission und Kriminaltechniker.

"Wo man gestern wegen der Dunkelheit aufhören musste, setzt man heute wieder ein", sagt eine Sprecherin der Polizei. Die Polizisten sind mit Stöcken und Schaufeln ausgerüstet und laufen in langen Reihen nebeneinander durch den Kiefernwald. Auch Leichenspürhunde sind bei der Suchaktion wieder dabei.

Auch der dritte Tag der Suche in Brandenburg bleibt ohne Erfolg. Am Samstagabend beendet die Polizei die Suche bei Einbruch der Dunkelheit, ohne fündig geworden zu sein. Eine Hundertschaft der Berliner Polizei ist wieder in dem Waldgebiet bei dem Ort Kummersdorf unterwegs. Dabei setzen die Beamten auch Leichenspürhunde und andere Suchhunde ein. Unterstützung erhalten sie wieder aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Berliner Polizei erklärt die Suche in dem Waldstück bei Kummersdorf für beendet. "Die Suchmaßnahmen an dem Ort sind gestern abgeschlossen worden, leider ohne Erfolg", sagt eine Polizeisprecherin am Sonntag. "Derzeit ist es für heute nicht vorgesehen, woanders zu suchen", sagt die Sprecherin.

Drei Tage lang hatten jeweils Hundertschaften der Polizei den weitläufigen Kiefernwald rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin mit Leichensuchhunden und anderen Spürhunden systematisch durchkämmt, ohne etwas zu finden. Rebecca bleibt verschwunden.

Die Suche nach Rebecca wird auf einen Brandenburger See ausgeweitet. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks sowie Suchhunden ist die Mordkommission am Woltziger See südöstlich von Berlin unterwegs – bricht die Suche am Dienstagabend aber schließlich ab. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen die Kriminaltechniker den Wald bei Rieplos nahe der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder).

Die Suche wird fortgesetzt. Es ist nun schon der fünfte Tag, an dem die Ermittler die Gegend um Storkow durchsuchen. In den Einsatz sind Spürhunde, Kriminaltechniker und Hubschrauber involviert. THW-Kräfte arbeiten mit einem Bodenradargerät, wie ein Fotograf berichtet. Damit kann man Auffälligkeiten im Erdreich erkunden. Außerdem untersuchen Kriminaltechniker Spuren auf dem Boden am Waldrand. Einsatzkräfte halten auch eine Abbildung, vermutlich von Reifenspuren, zum Vergleich in der Hand.

Unterdessen spricht Rebeccas Mutter von einer Internetbekanntschaft ihrer Tochter. "Es gab da wohl tatsächlich jemanden. Einen Max oder Maxi", sagt sie laut einem Bericht der Zeitschrift "Bunte" (Online-Ausgabe) auf die Frage, ob die Jugendliche vielleicht einen Mann im Internet kennengelernt habe und dies für sich behalten wollte.

Nun konzentriert sich der Polizeieinsatz auf die Autobahn A12 zwischen Friedersdorf und Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Die Polizei setzt spezielle Spürhunde ein. Diese "Mantrailer" können den individuellen Geruch einer Person auch nach längerer Zeit noch wahrnehmen und von anderen menschlichen Gerüchen unterscheiden.

Die Einsatzkräfte seien ausgehend von der Anschlussstelle Fürstenwalde-West der Autobahn 12 einer Spur gefolgt und in südlicher Richtung bis zu einer Landstraße in Richtung Scharmützelsee gekommen, sagt eine Polizeisprecherin. Vermutlich werde die Suche dort kommende Woche fortgesetzt. Für Sonntag ist demnach zunächst nichts geplant. Die Hunde bräuchten Erholung, hieß es.

Eine von Rebeccas älteren Schwestern widerspricht Spekulationen, wonach das Verschwinden mit einem Treffen mit einem Internetfreund zu tun haben könnte. "Das war ganz harmlos", sagt die 23-Jährige laut "Bild am Sonntag". Rebecca habe ihr von dem Jungen erzählt – der sei minderjährig, komme nicht aus Berlin und wäre niemals "an einem Montagmorgen allein hierher gekommen", so die Schwester laut Bericht. Die Familie sei "nervlich am Ende".

Rebeccas Verschwinden liegt nun auf den Tag genau vier Wochen zurück und gibt der Berliner Polizei noch immer ein Rätsel auf.

Auch ein Bootseinsatz auf einem See in Brandenburg bringt die Berliner Polizei nicht weiter. Die Aktion auf dem Wolziger See endet laut einer Polizeisprecherin ohne Ergebnis.

Der zweite Tag der Suche auf einem See in Brandenburg endet ebenfalls erfolglos. Leider sei wieder nichts gefunden worden, sagt eine Sprecherin nach dem Ende der Suchaktionen auf dem See sowie an einer Autobahn. Nun müsse die Mordkommission wieder beraten, wie es weitergehe.

Polizisten aus Nordrhein-Westfalen hatten mit einem Leichenspürhund auf einem Boot auf dem Wolziger See nach der Leiche der Schülerin gesucht. Diese Hunde können Geruchsstoffe wittern, die mit Verwesungsgasen von Leichen im Wasser aufsteigen. Gleichzeitig waren erneut Hundeführer mit sogenannten Mantrailern, speziell ausgebildeten Suchhunden, auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) unterwegs. Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am Folgeabend erfasst worden.

Der Haftbefehl gegen Rebeccas Schwager wird aufgehoben. Es gebe aufgrund des gegenwärtigen Ermittlungsstandes Zweifel am dringenden Tatverdacht, teilt die Staatsanwaltschaft in Berlin mit. Gleichwohl betont die Staatsanwaltschaft: "Er ist weiterhin Beschuldigter des Verfahrens." Die Fakten deuteten weiter darauf hin, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen habe.

Während die Berliner Polizei einer Öffentlichkeitsfahndung "keine weiteren Erfolgsaussichten" mehr einräumt und veröffentlichte Bilder von Rebeccas Schwager und dessen Auto löscht, geht die Suche nach der vermissten Schülerin an einem kleinen See in Ost-Brandenburg weiter. Die Kriminalpolizei sei mit Spürhunden und Unterstützung vom Technischen Hilfswerk (THW) am Herzberger See unterwegs, sagt eine Polizeisprecherin. Auch Polizeitaucher sind im Einsatz.

Der Herzberger See liegt östlich des Scharmützelsees. Er ist etwa einen Kilometer lang und sehr schmal. In der dortigen Umgebung hatte die Polizei bereits in der vergangenen Woche mit Spürhunden gesucht.

Eine mögliche Wende des Falles bahnt sich an: Angeblich stammt das im Kofferraum des Schwagers gefundene Haar eindeutig nicht von Rebecca, berichtet die "Bild"-Zeitung. Für die Ermittler bricht damit ein wichtiges Indiz aus der Beweiskette heraus, wurde der Schwager des Mädchens doch auch aufgrund dieser Tatsache bereits zwei Mal festgenommen.

Die Suche nach Rebecca könnte weitergehen. Es scheint wahrscheinlich, dass die Polizei einen Sucheinsatz nahe der Stadt Beeskow in Brandenburg plant, wo die Großeltern des für die Polizei immer noch immer tatverdächtigen Schwagers leben sollen.

Nach mehrtägiger Pause sucht die Berliner Polizei erneut mit Hunden nach der verschwundenen Schülerin. Ermittler sind ein weiteres Mal am Herzberger See in Brandenburg im Einsatz. Tauchereinsätze sind dabei nicht eingeplant.

Fünf Monate liegt das rätselhafte Verschwinden von Rebecca zurück – aber der Fall beschäftigt die Ermittler noch immer. "Die Ermittlungen laufen weiter", sagt der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf dpa-Anfrage. "Es ist kein Cold Case, im Gegenteil". Zum Vorgehen und etwaigen Erkenntnissen macht Steltner jedoch keine Angaben.

Mehr als sechs Monate nach dem Verschwinden der 15-jährigen startet die Polizei eine neue Suchaktion in Ost-Brandenburg. Mit rund 100 Polizisten und Suchhunden wird ein Waldgebiet durchkämmt. Dabei sind laut Polizei auch Mitglieder der zuständigen Mordkommission. Die Suche soll sich nahe dem Ort Storkow abspielen. Dort ist die Polizei schon im März aufgrund der Ortung des verdächtigen Schwagers aktiv gewesen. Den genauen Ort nennt die Polizei nicht.

Die Berliner Polizei setzt die Suche weiter fort. Durchkämmt wird laut Polizei dieselbe Stelle wie am Tag zuvor – ein Waldstück bei dem kleinen Ort Kummersdorf nahe Storkow. "Etwa 60 Einsatzkräfte und auch Hunde sind vor Ort", berichtet ein Sprecher. Weitere Details will er nicht nennen. "Das sind alles laufende Ermittlungen." Ob es konkrete Hinweise aus der Ermittlungsarbeit oder einen neuen Anlass für die Wiederaufnahme der Suche gab, lässt er offen. Unklar ist auch, ob am Dienstag Spuren gefunden wurden. Den Angaben zufolge ist die neue Suche durch einen der Hinweise initiiert worden, die bei der Mordkommission nach dem Verschwinden der 15-Jährigen eingegangen sind – nicht durch einen aktuellen Anlass.

Für die Ermittler ist der Fall Rebecca auch ein Jahr nach dem Verschwinden des 15-jährigen Mädchens "noch kein Cold Case", sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, in dieser Woche gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen laufen weiter, "es werden noch Hinweise abgearbeitet", so Steltner. Die Beweislage sei jedoch "sehr schwierig". Als Cold Case (wörtlich: kalter Fall) werden Fälle bezeichnet, die vorerst zu den Akten gelegt werden.

Zwar liegt die Zahl der Hinweise im Fall Rebecca bei mehr als 2300, was allerdings fehlt, sind eindeutige Beweise. Der heiße Tipp ist bis heute nicht dabei. Das größte Problem der Polizei ist die fehlende Leiche. Eine Todesursache lässt sich so nicht feststellen, und es gibt keine DNA-Spuren. Sollte die Leiche irgendwo in einem Wald oder See liegen, verschlechtert sich die Situation von Monat zu Monat. Nach einem Jahr sind oft nur noch Überreste vorhanden.

Die Familie glaubt bis jetzt nicht, dass Rebeccas Schwager, den die Polizei verdächtigt, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Die Schwester beteuerte mit Blick auf ihren Mann: "Auch wenn die Polizei davon fest überzeugt war, stand das für uns nie zur Debatte. Und steht nicht zur Debatte."

Steltner sagte bei RTL über den Schwager: "Da ist nichts hinzugekommen. Deswegen ist auch der dringende Tatverdacht nicht mehr vorhanden derzeit." Dringender Verdacht ist die Voraussetzung für einen Haftbefehl und Untersuchungshaft.

Steltner betonte aber weiter: "Der Mann ist nach wie vor in Verdacht, es gibt keinen anderen Verdächtigen derzeit. Aber das heißt nicht, dass wir nur in eine Richtung ermitteln. Im Gegenteil, wir ermitteln selbstverständlich, wie es unsere Pflicht ist, in alle Richtungen."

Rebeccas Mutter hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihre Tochter noch lebt. Der ermittelnde Staatsanwalt Martin Glage geht allerdings davon aus, dass das Mädchen tot ist. „Das ist die kriminalistische Erfahrung, die wir hier berücksichtigen müssen. Wir haben, nachdem die Tat bereits ein Jahr zurückliegt und umfangreiche Ermittlungen geführt wurden, keine Hoffnung mehr, dass Rebecca noch lebt“, sagt er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung im Februar.

"Natürlich kann sie auch tot sein, aber dieses Gefühl habe ich nicht", sagt hingegen Rebeccas Mutter gegenüber dem TV-Sender "RTL". Rebecca sei vermutlich entführt worden. "Jetzt ist es ein Jahr vorbei, man hat nichts gefunden. Und ich denke, sie ist wirklich eingesperrt." Die Familie leide nach wie vor sehr unter dem Verlust und trauere jeden Tag. "Mit dem Tod könnte ich umgehen, aber die Ungewissheit, das ist furchtbar." In einem Interview mit dem Youtuber Jarow räumt die Mutter von Rebecca mit einigen Gerüchten auf.

Zwei Spaziergänger machen in einem Wald in Brandenburg einen verdächtigten Fund. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach sollen ein 18-Jähriger Urlauber aus Kiel und seine Freundin in einem Wald am Wolziger See eine verschmutzte Decke gefunden haben. Der junge Mann erinnerte sich an eine lilafarbene Fleecedecke, die im Fall der vermissten Schülerin gesucht wird – und informierte die Polizei.

Die herbeigerufenen Beamten wollten zunächst eine Verbindung zum Fall Rebecca nicht ausschließen. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin. Der Fundort wurde von der Polizei am Freitag (16. Oktober) überwacht, auch um zu verhindern, dass der mögliche Ablageort der Leiche betreten werden konnte.

Rund 20 Stunden nach dem Fund jedoch die ernüchternde Botschaft: Eine Überprüfung der Decke durch die zuständige Mordkommission habe keine Verbindung zum Fall Rebecca ergeben, hieß es von der Polizei. Für die Familie ein weiterer Rückschlag bei der verzweifelten Suche nach ihrer vermissten Tochter.

In einer weiteren Folge des Rebecca-Podcasts berichten die Journalistinnen erstmals über die Zeugenaussage einer Frau, die am Tag von Rebeccas Verschwindens einen "auffälligen Mann" im Wald nahe Kummersdorf gesehen haben will. Die Zeugin und zwei Freundinnen seien dort auf ihren Pferden ausgeritten und hätten sich an die Begegnung erinnert, als die Polizei später die Fahndung nach der Schülerin ausrief.

Nach Angaben der Reiterin soll der Mann mit Baseballkappe sich häufig umgeblickt haben, sei schneller gelaufen als er merkte, dass er nicht allein war und sei schließlich vom Weg abgewichen und in den Wald gelaufen. Sein Gesicht hätten die Zeuginnen nicht erkennen können, doch die Kappe ähnele der des Schwagers, gaben sie an. Ein anderer Zeuge will an dem Tag zudem einen roten Renault Twingo im Wald gesehen haben – Modell und Farbe wie das Auto des Schwagers der Schülerin.

Ähnliche Artikel