Brookmerland
Grünen-Antrag: Mehr Öko auf Sportplatz
Umweltpolitiker verlangen eine grünere Ausrichtung der geplanten Anlagen des neuen Sportplatzes im Brookmerland. Doch was sie konkret fordern, birgt Zündstoff.
Brookmerland – Mit Blick auf den geplanten Sportplatz-Neubau im Brookmerland droht weiteres Ungemach: Die Fraktion der Grünen im Rat der Samtgemeinde fordert, die vorgesehene zentrale Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe „ökologisch auszurichten“. Die Anlagen nördlich des Baggersees sollten nach „höchstmöglichen ökologischen Standards“ geplant, erstellt und betrieben werden, heißt es in einem Antrag der Umweltpolitiker, mit dem sich an diesem Donnerstag der neu gebildete Fachausschuss für Klima-, Umwelt- und Artenschutz befassen soll. Das Gremium tagt öffentlich ab 17 Uhr in der Dr. Adolf-Schomerus-Halle am Speckweg in Marienhafe.
Die Erstellung einer Sportanlage in dem geplanten Umfang und an dem geplanten Ort stelle einen erheblichen Eingriff in das vorhandene Ökosystem dar, begründet Fraktionsvorsitzende Renate Erdt den von ihr gestellten Antrag.
Darin wird von den Grünen auch der von Fußballern seit Jahren gewünschte Kunstrasenplatz hinterfragt. Dessen Notwendigkeit sei zu überprüfen, heißt es. Außerdem fordern die Umweltpolitiker, dass „Materialien höchsten ökologischen Standards“ verwendet werden und Partikelfilter für Mikroplastik zum Einsatzkommen, wenn Kunststoffe verbaut werden.
Schon während des Bauprozesses sollte der Bodenaushub möglichst minimiert werden, um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu reduzieren und die intakte Bodenkrume zu erhalten.
Einsatz von Beton
Erhalten werden sollten nach Möglichkeit auch Klein- und Kleinstbiotope. Zudem sollten Baulagerflächen möglichst klein sein und der Einsatz von schweren Maschinen reduziert werden. Weiter fordern die Grünen, beim Bau von Gebäuden, Zuwegungen und Parkflächen den Einsatz von Beton so gering wie möglich zu halten und weitgehend auf Verkehrsflächen und anderen Versiegelung zu verzichten.
Regenwasser sollte optimal versickern können oder gespeichert und bei der Pflege der Sportflächen und Anlagen wiederverwendet werden, so die Forderung.
Gebäude sollten aus ökologischen Baumaterialien bestehen, „ökologisch unbedenklich“ ausgestattet sein und ohne fossile Energieträger beheizt werden. Außerdem sollten sie so ausgerichtet sein, dass Energie aus Sonnenlicht gewonnen werden kann.
Mit Blick auf die Außenanlagen fordern die Grünen Ladeinfrastruktur für Autos, Krafträder und E-Bikes vorzuhalten, „Lichtverschmutzung“ zu reduzieren, Leuchtmittel mit „artengerechter Lichtfarbe“ einzusetzen, Schallemission zu reduzieren und „regionaltypische und artengerechte“ Pflanzen nur in „torffreien Erden“ zu setzen.
Zur Erinnerung: Um das Thema Sportstätte wird seit Monaten gestritten. CDU, BWG, BfB und SEB wollen das alte Sportzentrum in Upgant-Schott möglichst kostengünstig sanieren lassen. SPD und Moin, die seit der Septemberwahl die Mehrheit im Rat haben, und die Verwaltung favorisieren hingegen eine neue zentrale Sportstätte nördlich des Baggersees in Marienhafe-Tjüche.
Kosten
Jüngsten Berechnungen der Verwaltung zufolge müssten für die Sanierung des bestehenden Sportzentrums in Upgant-Schott rund 5,7 Millionen Euro aufgewendet werden. Der Bau eines neuen Sportplatzes in Marienhafe soll rund 5,5 Millionen Euro kosten. In beiden Fällen wird mit einer Förderung des Bundes in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro gerechnet.